Fukushima aktuell: Mehrere Liter radioaktives Wasser an Lagertank ausgetreten

Fukushima aktuell: Mehrere Liter radioaktives Wasser an Lagertank ausgetreten

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Artikelbild: Kontrollgang in einem Lagertankbereich (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertanks bleiben ein Sicherheitsrisiko (Symbolfoto: Copyright by TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Zwischenfälle erinnern an Probleme, die man längst überwunden glaubte. Auch die aus Japan aktuell bekannt gegebenen neuen Fälle von Schilddrüsenkrebs bieten als Fukushima News keinen guten Wochenstart.

Die Details darüber, wie die am Wochenende entstandene Situation in Fukushima heute aussieht, gibt es natürlich dennoch im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Juni 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Mehrere Liter radioaktives Wasser an Wassertank ausgetreten
  • Wasserlache an Umkehrosmose-Anlage entdeckt
  • Erste Krebsfälle in dritter Runde der Schilddrüsen Screenings
Mehrere Liter radioaktives Wasser an Wassertank ausgetreten

Am gestrigen Sonntag wurde gegen 16:05 Uhr auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi heraustropfendes Wasser an einem Bolzentank des Lagertankbereichs F6 entdeckt. Es trat mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 7 Tropfen pro Sekunde aus.

Das Wasser gelangte jedoch aufgrund der Betonbarrieren nicht aus dem Bereich hinaus. Als erste Sicherheitsmaßnahme wurden jedoch die Ablassventile zum angrenzenden Bereich G6 geschlossen und die Leckstelle gegen 17:25 Uhr mit Vinyl gesichert.

Zusätzlich wurde ein temporärer Auffangbehälter aufgestellt.

Eine genauere Untersuchung durch Angestellte des Kraftwerksbetreibers TEPCO ergab dann folgende Situation, die dem aktuell bekannten Stand entspricht:

Der Wasseraustritt dauert mit gleicher Geschwindigkeit weiter an. In dem betroffenen Lagertank befindet sich mit Strontium belastetes Wasser. Das ausgetretene Wasser hat eine Höhe von drei Zentimetern, da es sich mit Regenwasser gemischt hat.

Die Umgebungsradioaktivität vor Ort liegt zwischen 0,3 und 0,4 Millisievert pro Stunde. Eine erste Analyse des Wassers an der Leckstelle und im Lagertankbereich G6 ergab in beiden Fällen eine Belastung von Cäsium-134 unterhalb des Nachweiswerts

Da jedoch sowohl Cäsium-137 als auch Betastrahlung nachgewiesen wurde, geht man davon aus, dass es sich um Wasser aus dem Lagertank handelt.

Die Gesamtmenge an ausgetretenem Wasser wird auf 45 Liter geschätzt.

Am heutigen Montag wurde gegen 5:30 Uhr mit dem Abpumpen des Wassers hinter der Betonbarriere begonnen. Das Wasser wird dabei zunächst in einen eckigen Stahlbehälter gepumpt  und dann in das Turbinengebäude geleitet.

Über den Fund berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Wasserlache an Umkehrosmose-Anlage entdeckt

Angestellte entdeckten heute gegen 13:35 Uhr eine Wasserlache in der Nähe der Umkehrosmose-Anlage zur Filterung von Abwasser der Reaktoren 5 und 6 eine Wasserlache. Das Wasser gelangte jedoch nicht aus dem Bereich hinaus.

Es handelt sich um eine Lache mit einer Größe von 4 Metern x 2 Metern und ist mit einer Höhe von drei Zentimetern im Vergleich zu bisherigen Pfützen und Wasseransammlungen vergleichsweise tief. Das berichtet der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Erste Krebsfälle in dritter Runde der Schilddrüsen Screenings

Am heutigen Montag legte das Präfekturkomitee für Gesundheitskontrollen, das einen möglichen Zusammenhang zwischen der AKW-Krise und den Fällen von Schilddrüsenkrebs untersucht, einen Zwischenbericht vor.

Demnach wurden bei der dritten Untersuchungsreihe, insgesamt zwei neue Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen, sowie zwei neue Verdachtsfälle entdeckt. Es ist das erste Mal seit Beginn der dritten Untersuchungsreihe, dass Krebs diagnostiziert wurde.

Damit steigt die Gesamtzahl aus allen drei Kontrollen in der Präfektur Fukushima auf 152 bestätigte Krebsfälle, sowie 38 Verdachtsfälle. Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

Nachdem Kritik an den Screenings laut geworden,  ihre Sinnhaftigkeit angezweifelt und die Unsicherheit in der Bevölkerung nicht gesunken war, beschloss die Regierung unlängst den Beginn einer internationale Experten-Analyse der möglichen Zusammenhänge.

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