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Fukushima aktuell: Mehrere technische Probleme am AKW

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Artikelbild - AKW Fukushima: Geöffnete Planen am Ort des Zwischenfalls, 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Geöffnete Planen am Ort des Zwischenfalls, 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)

Freute sich der Betreiber des AKW Fukushima heute zunächst über den erfolgreichen Beginn von Schutzmantelarbeiten, sah er sich nur wenig später dazu gezwungen, technische Probleme vom Kernkraftwerk zu melden. Einzelheiten dieser Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Juni 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Elektrizitätszwischenfall führt zu mehreren technischen Problemen
  • Schutzmanteldemontage an Reaktor 1 begonnen
  • AKW-Arbeiter mit Hitzefolgen eingeliefert

Elektrizitätszwischenfall führt zu mehreren technischen Problemen: Am heutigen Dienstagmorgen kam es sowohl beim Eiswallprojekt, als auch bei der Einspeisung von Stickstoff in einen Reaktor, zu technischen Problemen.

Gegen 8:25 Uhr wies ein Alarm die Arbeiter auf Probleme an einem Teil der Stromversorgung auf dem Kraftwerksgelände hin.

AKW Fukushima: Beschädigter Kabelschutzschlauch am 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beschädigter Kabelschutzschlauch am 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)

Um 8:34 Uhr meldeten Angestellte eines Partnerunternehmens den Austritt von weißem Rauch aus einem Kabelschutzschlauch am Gebäude des Multinuklid-Filtersystem ALPS.

Im Zusammenhang mit diesen Problemen kam es zum Ausfall des Systems, das Kühlflüssigkeit durch unterirdisch verlegte Rohre pumpen und so eine Grundwasserbarriere aus gefrorenem Boden („Eiswall“) schaffen soll.

Auch eine Einheit zur Einspeisung von Stickstoff in Reaktor 3, fiel aufgrund der Elektrizitätsprobleme aus. Der Stickstoff soll die Ansammlung von explosionsgefährlichem Wasserstoff durch Verdrängung verhindern.

Später ergänzte TEPCO die bereits gemachten Angaben um neue Erkenntnisse.

So habe im Bezug auf das Eiswallprojekt kein Problem bestanden, da der Gefrierungsgrad des Bodens ausreichend gewesen sei, um auch mehrere Tage ohne aktive Kühlung anzuhalten. Gegen 14:05 Uhr habe man die Einspeisung des Kühlmittels wieder aufnehmen können.

Bei der Stickstoffeinspeisung habe es ebenfalls keine Probleme gegeben, da eine weitere Einheit die Einspeisung von Stickstoff aufrecht erhalten konnte.

Im Fall der Rauchentwicklung aus der Ummantelung der Kabel konnte um 8:42 Uhr ein Stopp gemeldet und die Feuerwehr Futaba bestätigte später das Ende des Brandes.

Bei der Untersuchung der Rauchentwicklung am Kabelschutzschlauch stellte man fest, dass dort Gartenvlies zur Unkrautbekämpfung angebracht worden waren.

AKW Fukushima: Befestigungsklammer, 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Befestigungsklammer, 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)

Offenbar war einer der zur Fixierung genutzten Metallklammern, durch die Ummantelung getrieben worden und hatte beim Kontakt mit dem Kabel zum Erdschluss geführt.

Dies war anscheinend die Ursache für die elektrischen Zwischenfälle an den verschiedenen Teilen der Kraftwerksanlage.

Über die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Stromausfall berichtete neben dem Unternehmen auch die NHK.

Schutzmanteldemontage an Reaktor 1 begonnen: Am heutigen Morgen begannen die Arbeiten zur Entfernung des Schutzmantels an Reaktor 1. Die Arbeiten zur Entfernung des ersten Dachpaneels begannen um 7:00 Uhr und benötigten eine halbe Stunde.

Das Dachteil war im Dezember 2014 im Rahmen eines Probelaufs bereits zuvor einmal zeitweise entfernt worden.

Fukukushima-Reaktor 1: Entfernung des ersten Dachpaneels am 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)
Fukukushima-Reaktor 1: Entfernung des ersten Dachpaneels am 28. Juli 2015 (Foto: TEPCO)

Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO versicherte, werde man die Entwicklung der Strahlungsbelastung in der Umgebungsluft genau beobachten und begegnet damit Sorgen der Präfekturbevölkerung, bei der Maßnahme könne radioaktiver Staub aufgewirbelt werden.

Als Sicherheitsmaßnahme war in den vergangenen Wochen ein Bindemittel aus Kunstharz unter den Schutzmantel gesprüht worden.

Das Betreiberunternehmen plant, die verbleibenden fünf Dachpaneele ab kommender Woche schrittweise zu entfernen.

Die Demontage ermöglicht TEPCO zunächst die Räumung von Trümmern aus dem Gebäude. Diese Arbeiten werden für die zweite Hälfte des Fiskaljahrs 2016 erwartet.

Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Schutzmantel ausreichend demontiert sein, um die Räumung zu erlauben.

Die Trümmerräumung ist eine Voraussetzung für die spätere Bergung von 392 Brennelementen aus dem Abklingbecken des Reaktors. Diese Bergung ist für das Fiskaljahr 2020 vorgesehen.

Die Entfernung der Dachkonstruktion war ursprünglich bereits für den Sommer 2014 vorgesehen, war jedoch zweimal verschoben worden.

Zunächst hatte im August 2013 die öffentliche Besorgnis nach der Freisetzung von radioaktivem Material bei den Räumungsarbeiten an Reaktor 3 zu einem Stopp der Pläne für Reaktor 1 geführt.

Eine zweite Verzögerung trat dann im Mai aufgrund von Problemen im Inneren des Gebäudes auf.

Über den Beginn der Arbeiten berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

AKW-Arbeiter mit Hitzefolgen eingeliefert: Am gestrigen Montag meldete ein Angestellter eines Partnerunternehmens, der mit Arbeiten an Wassertanks beschäftigt war, dass er sich nicht wohl fühle.

Nach einer ersten Untersuchung im Notfallzentrum, wurde der Transport in das Krankenhaus von Minamisoma angeordnet. Der Angestellte war bei Bewusstsein und es wurde keine radioaktive Kontamination nachgewiesen.

Bei dem Arbeiter wurden Hitzefolgen diagnostiziert. Der Patient konnte nach einer Behandlung die Klinik wieder verlassen.

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