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Fukushima aktuell: Mehrere Tonnen Wasser an Entsalzungsanlage ausgetreten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Der November begann am AKW Fukushima heute mit einem Zwischenfall an der Entsalzungsanlage. Auch juristisch klang der Oktober nicht positiv aus, so dass aus Japan aktuell gleich auf mehreren Ebenen neue Probleme gemeldet werden können.

Die Fukushima News gibt es deshalb natürlich weiterhin, so auch im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. November 2016.

Unsere heutigen Themen zum Monatsbeginn:

  • Mehrere Tonnen Wasser an Entsalzungsanlage ausgetreten
  • Einzelheiten zur Depressionsklage eines Angestellten
Mehrere Tonnen Wasser an Entsalzungsanlage ausgetreten

Gegen 6:35 Uhr wies ein Alarm auf eine Störung am Leckdetektor der Umkehrosmose-Anlage hin, die zur Entsalzung des eingespeisten Wassers genutzt wird. Aus Sicherheitsgründen wurde die Zuleitung von ungefiltertem Wasser in die Anlage gestoppt.

Bei der Kontrolle an den beiden Umkehrosmose-Einheiten wurde gegen 6:58 Uhr tatsächlich ein Wasserleck nachgewiesen.

Demnach traten schätzungsweise drei Tonnen Wasser aus und verbreiteten sich auf einer Fläche von 10m x 30m und einer Tiefe von einem Zentimeter. Eine Analyse des Wassers auf radioaktives Material wurde durchgeführt und gegen  11:47 Uhr mit dem Abpumpen begonnen.

Nach Angaben von TEPCO blieb das Wasser innerhalb der Betonbarrieren, die in diesem Bereich als Dämme dienen, so dass nichts davon in die Umwelt gelangte. Über das Leck an der Entsalzungsanlage berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Im Oktober hatte es, nach langer Zeit störungsfreien Betriebs, auch wieder eine Störung am ALPS-Filtersystem gegeben.

Einzelheiten zur Depressions-Klage eines Angestellten

Gestern berichteten wir über die Klage eines TEPCO-Angestellten, dem wegen arbeitsbedingter Depression im Zuge der Fukushima-Krise nun der Rauswurf droht. Jetzt gibt es weitere Einzelheiten über den Fall.

Demnach war Tadafumi Ichii seit September 2011 für die Bewältigung von Klagen zuständig und erhielt im März 2013 die Verantwortung für 450 Angestellte bei Entscheidungen zur Gewährung von Entschädigungszahlungen.

Die Arbeitsbelastung war langfristig offenbar zu viel, denn trotz einer Verlegung nach Tokyo zeigten sich im Juni und Juli 2013 Symptome psychischer Überlastung. So schaffte er es morgens nicht mehr aus dem Bett und erbrach sich während der Arbeitszeit auf der Toilette.

Im September des gleichen Jahres wurde der Verdacht einer depressiven Störung geäußert und im April 2014 offiziell eine Depression attestiert.

TEPCO dankte dem Angestellten seinen Einsatz jedoch nicht, sondern ließ ihn schriftlich wissen, dass er ab dem 5. November, wenn seine Krankschreibung ausläuft, entlassen werde, sofern er keine ärztliche Bescheinigung der Arbeitsfähigkeit vorweisen kann.

Unter anderem aufgrund von anhaltender Schlaflosigkeit sieht sein Arzt dies für unmöglich an. Daher entschied Ichii, der sich von seinem Arbeitgeber im Stich gelassen fühlt, für eine Klage auf Schmerzensgeld.

Wie das Gericht entscheiden wird, bleibt abzuwarten. TEPCO lehnte einen Kommentar zu dem Sachverhalt ab und verwies auf die Praxis, sich grundsätzlich nicht zu Einzelfällen zu äußern. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Die bislang genannte Zahl der fast 170 Überstunden im März 2013 errechnet sich nach Ansicht von Ichii aus den allgemeinen Überstunden, zusätzlichen unbezahlten Überstunden und der Arbeit, die er mit nach Hause nahm.

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