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Fukushima aktuell: Mehrere Tonnen Wasser an Lagertank ausgetreten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Überschwemmung nach Fund von Lagertankleck im Bereich H6 am 20 Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überschwemmung nach Fund von Lagertankleck im Bereich H6 am 20 Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Der Morgen begann für die Arbeiter am AKW Fukushima heute bereits in der Nacht mit Arbeit, wurde doch ein Leck gemeldet, in dessen Verlauf radioaktiv belastetes Wasser aus dem oberen Bereich eines Lagertanks der Anlage gelangte.

Einzelheiten dieser Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Leck am Deckelbereich eines Lagertanks
    • Einzelheiten zum Zwischenfall
    • Ursache des Lecks
    • TEPCO ignorierte Alarm an Lagertank
  • Katastrophenfolgen in Fukushima tödlicher als Naturkatastrophen

Leck am Deckelbereich eines Lagertanks: Am Mittwochabend entdeckten Angestelltes eines Partnerunternehmens bei einem Kontrollgang im Lagertankbereich H6 (Norden) gegen 23:25 Uhr, dass Wasser vom oberen Bereich eines Lagertanks herab gelangte. TEPCO ergänzte diese Meldung im weiteren Verlauf um Einzelheiten.

Eine genauere Kontrolle vor Ort ergab, dass das Wasser aus dem Flanschabschnitt im oberen Bereich der Abdeckplatte drang. Dabei war ersten Schätzungen zufolge eine Fläche von 30 x 3 Metern von dem Wasser betroffen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass sich das Wasser auch außerhalb der Betonbarrieren verbreitet hat.

Da sich jedoch kein Abfluss in diesem Bereich befindet, geht TEPCO davon aus, dass das ausgetretene Wasser nicht ins Meer gelangte. Arbeiten zur Abtragung des kontaminierten Erdreichs sind veranlasst.

Die Ursache des Lecks werde weiter untersucht.

Eine erste Untersuchung hatte bereits ergeben, dass das mindestens zwei Ventile vor Ort offen waren. Ein Schließen beider Ventile verringerte die Menge an austretendem Wasser. Die Stelle, an der das Wasser herausgelangte wurde gesichert.

AKW Fukushima: Wasserleck an Behälter im Bereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Wasserleck an Behälter im Bereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

In dem Tag befindet sich Wasser, dass durch den Einsatz der Umkehrosmose-Entsalzungsanlage anfällt.

Um den Wasseraustritt zu stoppen und die Höhe des Wasserstands im Tank zu senken, wurde um 3:30 Uhr ein Verbindungsventil im Lagertankbereich H6 geöffnet. Der Wasseraustritt wurde um 5:40 Uhr als beendet bestätigt.

Der Wasserstand innerhalb des Lagertanks sank von der Deckelplatte aus gesehen um 47 Zentimeter, so dass kein Wasser mehr oben hinausdrang.

Der Kraftwerksbetreiber kündigte für 10:00 Uhr Ortszeit eine außerplanmäßige Pressekonferenz an.

TEPCO erklärte in deren Verlauf, etwa 100 Tonnen Wasser seien aus dem Bereich um den Lagerbehälter herausgelangt.

Im Zeitraum der Pressekonferenz wurden auch Daten zum radioaktiven Material in den Wasserproben veröffentlicht

Herabgelangtes Wasser im Bereich H6:

  • Cäsium-134: 3.800 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 9.300 Becquerel pro Liter
  • Cobalt-60: 1.800 Becquerel pro Liter
  • Mangan-54: 1.300 Becquerel pro Liter
  • Antimon-125: 41.000 Becquerel pro Liter
  • Betastrahler gesamt: 230.000.000 Becquerel pro Liter

Wasser im Bereich der Barriere von H6

  • Cäsium-134: 42 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 130 Becquerel pro Liter
  • Cobalt-60: 35 Becquerel pro Liter
  • Mangan-54: 22 Becquerel pro Liter
  • Antimon-125: 620 Becquerel pro Liter
  • Bestrahler gesamt: 3.000.000 Becquerel pro Liter

Weitere Informationen will TEPCO im Verlauf des Tages bekannt geben.

Einzelheiten zum Zwischenfall: Im Verlauf des Tages zeichnet sich dann ein deutliches Bild, da weitere Informationen bekannt wurden.  So erklärte TEPCO
zur Strahlungsbelastung, das Wasser weise Betastrahler von 230 Millionen Becquerel pro Liter auf und bestätigte den Wasseraustritt von 100 Tonnen.

AKW Fukushima: Geöffnetes Ventil auf Lagertankseite im Bereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Geöffnetes Ventil auf Lagertankseite am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Ursache des Lecks: TEPCO sieht derzeit menschliches Versagen als Ursache des Lecks an. Vermutlich sei unabsichtlich radioaktiv kontaminiertes Wasser in den Tank geleitet worden, was zum Überlaufen des Behälterdeckels geführt hatte.

Von dort gelangte das Wasser durch eine Regenwasserableitung in den Bereich außerhalb der Betonbarriere. Diese Barrieren sollen im Fall eines Tanklecks das Wasser zurückhalten – eine Maßnahme die in diesem Fall nutzlos blieb. Hinweis herauf sei der Fund der geöffneten Ventile, die eigentlich geschlossen sein müssten.

TEPCO ignorierte Alarm an Lagertank: Mehr als neun Stunden vor Entdeckung des Wasseraustritts hatte am Mittwoch gegen 14:00 Uhr ein Alarm auf den Anstieg des Wasserstands im Lagertank hingewiesen.  Angestellte gingen jedoch davon aus, dass das Gerät nicht funktioniere, da zu diesem Zeitpunkt offiziell kein Wasser in den Behälter eingeleitet wurde.

Kontrollgänge um 15:00 und 16:00 Uhr hätten keine Auffälligkeiten ergeben, so dass am Mittwochnachmittag für die Angestellten kein Grund bestand, von einem tatsächlich vorhandenen Gedfahrenszenario auszugehen. TEPCO räumte ein, es handele sich vermutlich um den schwerwiegendsten Zwischenfall an Lagertanks, seit dem Großleck im August 2013.

Katastrophenfolgen in Fukushima tödlicher als Naturkatastrophen: Aus Daten der Präfekturleitung und der Polizei geht hervor, dass in der Präfektur Fukushima mehr Personen durch Folgen der Naturkatastrophen vom 11. März 2011 starben, als durch Erdbeben und Tsunami zusammen.

Mit Stand vom 19. Februar 2014 starben in der Präfektur Fukushima 1.656 Personen an Stress und andere gesundheitlichen Folgen der Tohoku-Katastrophen. Damit wird die Zahl der 1.607 Personen, die bis zum 10. Februar Verletzungen erlagen, übertroffen.

Ähnliche Vergleiche unterschiedlicher Todesursachen waren bereits zuvor gemacht worden (Spreadnews berichtete etwa am 9. September 2013)

Immer noch leben 136.000 Personen in der Präfektur nicht in eigenen Unterkünften. Das berichtete die Kyodo.

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