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Fukushima aktuell: Mehrere undichte Stellen an Entsalzungsanlage

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Wenn man die Situation am AKW Fukushima heute betrachtet, so ist die Lage vor Ort zwar deutlich besser als zur Beginn der Krise, was zur geringen Nachrichtendichte der vergangenen Tage beigetragen haben mag – doch Zwischenfälle gibt es weiterhin.

Die aktuellen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Dezember 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Mehrere undichte Stellen an Entsalzungsanlage
  • Weitere Klage von Fukushima-Flüchtlingen
  • Geringe Strahlungsbelastung in potentieller Rückkehrgemeinde
  • Katastrophenschutz-App jetzt mit Fukushima-Meldungen
Mehrere undichte Stellen an Entsalzungsanlage

Gegen 11:13 Uhr entdeckten Angestellte beim Wechsel zwischen Einheiten der Entsalzungsanlage für Reaktor 4 in einem Turbinengebäude erste Hinweise auf einen Wasseraustritt. Tatsächlich wurde an der ausgehende Leitung System B ein Leck entdeckt.

Als Reaktion darauf wurde die Entsalzungsanlage gestoppt.

Nach einer genaueren Untersuchung vor Ort konnte das Betreiberunternehmen TEPCO bestätigen, dass an insgesamt sechs Stellen (drei Leckstellen an der Entsalzungsanlage und drei potentielle Lecks am Verbindungsteil) Wassertropfen nachgewiesen wurden.

Mittlerweile stoppte der Austritt von Wasser und die ausgetretene Flüssigkeit blieb innerhalb der Betonbarriere, so dass keine Gefahr für die Umwelt besteht.

Eine Strahlungsmessung der Wasseroberfläche ergab Werte, die denen der dortigen Hintergrundstrahlung (fünf Mikrosievert pro Stunde) entsprechen.

Aufgrund des Umstands, dass nur System B betroffen war, nahm TEPCO gegen 13:26 Uhr den Betrieb der anderen Einheit wieder auf, ohne das weitere Probleme festgestellt wurden.

Als Reaktion auf den Zwischenfall sollen die Verbindungsteile beider Einheiten noch einmal genau geprüft werden. Das teilte der Kraftwerksbetreiber mit.

Weitere Klage von Fukushima-Flüchtlingen

Am Montag reichte eine Gruppe von 295 Personen vor einem Gericht in Fukushima offiziell Klage gegen die japanische Regierung und den Kraftwerksbetreiber TEPCO ein. Bei den Klägern handelt es sich mehrheitlich um Evakuierte aus der Präfektur Fukushima.

Mit ihrer Forderung nach finanzieller Entschädigung und der Wiederherstellung ihrer alten Wohnorte folgen sie jener Gruppe, die bereits im März 2013 geklagt hatte. Die Gesamtzahl der Kläger steigt damit auf etwa 4.200 Personen.

Die Evakuierten nutzten die Gelegenheit auch, um auf einer Pressekonferenz auf das Mobbing und Straftaten gegen evakuierte Schüler in anderen Landesteilen aufmerksam zu machen. Über die weitere Klage berichtete die jiji.

Geringe Strahlungsbelastung in potentieller Rückkehrgemeinde

Gestern legte das Prüfungskomitee für die Freigabe von Kawauchi einen Abschlussbericht zu den Entwicklungen der Inftrastruktur der Ortschaft vor. Dabei geht es auch um mögliche Gesundheitsfolgen und medizinische Versorgung.

Demnach ist im Großteil der Gemeinde eine jährliche Strahlungsdosis von weniger als einem Millisievert zu erwarten und auch die inkorporierte Strahlungsdosis bewege sich auf sehr niedrigem Niveau. Man warne daher vor dem Verzehr von Pilzen und Wildgemüse.

In Gebieten, die sich heute im 20-Kilometer-Umkreis um das AKW Fukushima Daiichi befinden, sei mit einer zusätzlichen Strahlungsbelastung von 1-2 Millisievert pro Jahr zu rechnen.

Um hier eine weitere Reduzierung hebeiführen zu können, bedarf es allerdings zusätzlicher Dekontaminationsarbeiten, die auch angrenzende Waldgebiete umfassen müssten – was vor allem eine Kostenfrage darstellt.

Im Bezug auf die Infrastruktur müsse sichergestellt werden, dass Personen, die sich einer Schilddrüsenkontrolle unterziehen wollen, auch dieses Angebot in Anspruch nehmen können – was zum Thema der medizinischen Versorgung führt.

Demnach müsse die Nutzung der dortigen Klinik ausgebaut und die Kooperation mit medizinischen Einrichtungen in Nachbargemeinden verbessert werden. Zusammen mit attraktiven Angeboten für Kinder, sei dies entscheidend für die Wiederbelebung von Kawauchi.

Über diese aktuelle Einschätzung berichteten Präfekturmedien.

Katastrophenschutz-App jetzt mit Fukushima-Meldungen

Die Präfektur Fukushima hat eine Vereinbarung mit dem Internetdienstleister Yahoo! geschlossen. Dabei geht es um die Unterstützung durch die Weitergabe relevanter Informationen im Katastrophenfall.

Demnach wird die neue Funktion – „Notfallinformationen der Verwaltung“ über eine bereits vorhandene Yahoo! Katastrophenschutz-App für Smartphones verfügbar sein.

Doch auch Personen, die über kein Smartphone verfügen, können die Informationen über ihr Mobiltelefon, oder den heimischen Rechner abrufen. Alles was dazu benötigt wird, ist ein Yahoo-Mailaccount.

Zu den Informationen, die von der Präfektur bekannt gegeben werden, gehören beispielsweise Angaben über die Sperrung großer Straßen, falls es zu schweren Unwettern, oder heftigen Schneefällen kommt.

Auch der Standort der nächstgelegenen Notunterkünfte wird anhand der Daten an den Nutzer übertragen. Es ist das erste Mal, dass die Präfekturverwaltung eine solche Funktion anbietet. Bislang hatten lediglich die Städte Kagamiishi und Kunimi selbstständig neue Funktionen eingeführt.

Über die Kooperation der Präfektur und dem Internetdienstleister berichteten Präfekturmedien. In Japan sind Katastrophenschutz-Apps, etwa bei Erdbeben bereits üblich.

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