Fukushima aktuell: Mehrfache Wasserlecks auf AKW-Gelände

Fukushima aktuell: Mehrfache Wasserlecks auf AKW-Gelände

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Artikelbild - AKW Fukushima: Leckstelle der Grundwasserleitung am 21. April 2016 (Foto; TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle der Wasserleitung am 21. April 2016 (Foto; TEPCO)

Gleich mehrere Wasserlecks beschäftigen den Betreiber des AKW Fukushima heute. Dabei sind mindestens zwei unterschiedliche Strukturen von den Zwischenfällen betroffen.

Die Details der Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Mai 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Wasserleck an Leitung zum Lagertankbereich G6
  • Wasserleck an der Leitung eines Grundwasserpostens
  • Richtlinien für Wasserreservoirs vorgelegt

Wasserleck an Leitung zum Lagertankbereich G6: Am gestrigen Mittwoch entdeckten Angestellte gegen 19:20 Uhr (Ortszeit), dass Wasser von einer Leitung außerhalb der Betonbarriere des Lagertankbereichs G6 herabtropfte.

AKW Fukushima: Absicherung des Leitungslecks am Lagertankbereich G6 am 20. April 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Absicherung des Leitungslecks am Lagertankbereich G6 am 20. April 2016 (Foto: TEPCO)

Das Wasser tropfte mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Tropfen pro Sekunde von der Wärmeisolierung herab und breitete sich auf einer Fläche von 30×30 Zentimtern unter der Leitung aus. Zum Zeitpunkt der ersten Meldung dauerte der Vorgang weiterhin an.

Das Wasser gelangte nicht in die Umgebung und die Stelle wurde durch Ummantelung und Sandsäcke  abgesichert. Die Entfernung des ausgetretenen Wassers durch Adsorptionsmatten wurde veranlasst.

Die Leitung dient dazu, konzentriertes Wasser aus der Umkehrosmose-Anlage zwischen den Bereichen G4 und G6 zu transferieren.

Zunächst war noch unklar, woher das Wasser genau stammte – ob sich etwa Feuchtigkeit in der Wärmeisolation der Leitung ansammelte, oder möglicherweise ein Wasserleck vorlag. Später ergänzte der Kraftwerksbetreiber TEPCO diese Angaben.

Die Gesamtmenge an Wasser wird nun auf 2,7 Liter geschätzt.  Zudem habe es sich um Wasser gehandelt, dass einer Strontiumfilterung unterzogen wurde. Diese Einschätzung wurde durch eine Untersuchung von Wasserproben bestätigt.

Die Analyse ergab eine Bestastrahlerkonzentration von 260.000 Becquerel pro Liter. Bei Cäsium-134 betrug die Konzentration 1.100 Becquerel und im Fall von Cäsium-137 lag sie bei 5.100 Becquerel pro Liter. Dies überschreitet den Grenzwert für eine Freisetzung in die Umwelt.

Über den Fund berichtete der Kraftwerksbetreiber und betonte, die Kontrollposten an den Abwasserkanälen B und C hätten bislang keine signifikanten Abweichungen aufgewiesen.

Wasserleck an der Leitung eines Grundwasserpostens: Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 10:20 Uhr heraustropfendes Wasser am Flansch des Ablassrohr eines Tanks entdeckt.

AKW Fukushima: Bereich der Wasserspuren am 21. April 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich der Wasserspuren am 21. April 2016 (Foto: TEPCO)

Aus diesem Grund wurde der Wassertransfer der Grundwasserpumpe gestoppt. Ventile am Tank und an der Leitung wurden geschlossen. Die Geschwindigkeit des Wasseraustritts lag bei etwa einem Tropfen alle zwei Sekunden. um 10:40 Uhr wurde ein Stopp des Austritts festgestellt.

Da der Bereich durch eine Barriere gesichert ist, gelangte offenbar kein Wasser in die Umwelt. Leitung und Tank gehört zu einem der Grundwasserbrunnen, die als Messposten für Pegel und Strahlungswerte genutzt werden.

Genaue Untersuchungen der Umstände dauern an. TEPCO veröffentlichte jedoch erste Fotos der betroffenen Leitung. Sie zeigen sowohl die eigentliche Leckstelle, als auch den umgebenden Bereich.

Richtlinien für Wasserreservoirs vorgelegt: Das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF), hat das technische Handbuch für den Umgang mit radioaktivem Material in Staubecken überarbeitet.

Demnach sollen die Kosten für die Entfernung radioaktiver Sedimente aus Wasserreservoirs und den Transport in das Zwischenlager vom Kraftwerksbetreiber TEPCO übernommen werden.

In dem Handbuch finden sich auch die Messdaten der Untersuchung von Bewässerungsspeichern in der Präfektur, die im Jahr 2014 durchgeführt worden waren. Behandelt wird auch die Sicherung der Speicher vor kontaminiertem Erdreich.

Über die Anpassungen der im März 2015 verfassten Richtlinien berichteten Präfekturmedien.

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