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Fukushima aktuell: Mehrmonatiger Stopp des Brennelemente-Transfers

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Arbeiten am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Arbeiten am 22. November 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO machte nun lang erwartete Angaben zu einem Großleck auf der Anlage und stoppte am AKW Fukushima heute den Transfer von Brennelementen zwischen zwei Gebäuden. Unterdessen bereitet sich Japan auf einen Sommer ohne Atomstrom für Klimaanlagen vor. Die Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Stopp des Brennelemente-Transfers beginnt
  • TEPCO-Bericht über Großleck an Lagertank
  • Sommer-Energiesparsaison ohne AKW

Stopp des Brennelemente-Transfers beginnt: Seit dem 18. November 2013 werden Brennelemente aus dem Anklingbecken von Reaktor 4 in das Gemeinschaftsbecken eines anderen Gebäudes transportiert. Bislang traten dabei keine Probleme auf. Nun wird der Transfer für zwei Monate ausgesetzt.

Grund hierfür ist nach Meldung des Kraftwerksbetreibers TEPCO, nicht der drohende Platzmangel im Gemeinschaftsbecken, sondern eine jährlich stattfindende Standardprüfung der Lademaschine und des Brückenkrans innerhalb von Reaktor 4.

Für den Zeitraum dieser Maßnahme wird die Umlagerung der Brennelemente bis Anfang September ausgesetzt. Bislang sind insgesamt 1.188 von 1.533 Brennelementen transferiert worden. Dabei handelt es sich um 1.166 von insgesamt 1.331 abgebrannten Brennelementen und  22 der insgesamt 202 ungenutzen Brennelemente.

TEPCO-Bericht über Großleck an Lagertank: TEPCO sprach vom bislang größten Zwischenfall mit kontaminiertem Wasser seit Ausbruch der Krise am AKW Fukushima, als es im August 2013 zu einem Großleck an einem der Lagertanks gekommen war. Damals gelangten 300 Tonnen Wasser mit einer Strontimkonzentration von 45 Trillionen Becquerel pro Liter in den Boden.

Fukushima-Lagertank: Großleck im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank: Großleck im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Gestern legte TEPCO der Atomaufsicht einen Bericht zum weiteren Verlauf vor.

Demnach konnte durch Abtragung von Erdschichten, etwa 80 Prozent der ausgetretenen Strontiummenge wieder gesichert werden.

Die verbliebenen 20 Prozent sind nach Einschätzung von TEPCO, durch Erdschichten unter Gebäude gelangt und würden dort verbleiben.

Eine Belastung des Meeres durch kontaminiertes Wasser hält TEPCO zwar für in hohem Maße für unwahrscheinlich – hat jedoch nach eigenem Bekunden keine Erklärung für den immer wieder auftretenden Anstieg der Messwerte von radioaktivem Tritium an den Messposten des Grundwasserumleitungssystems. Über die aktuellen Angaben von TEPCO berichtete die NHK.

Sommer-Energiesparsaison ohne AKW: Mit dem 1. Juli beginnt in Japan die Zeit der Energiesparmaßnahmen. An Wochentagen sind Betriebe und Bürger zwischen 9:00 und 20:00 Uhr dazu angehalten, den Energiebedarf möglichst gering zu halten.

Die Regierung hat für diese Saison noch keine Vorgaben bestimmt, wird diese nach eigenen Angaben jedoch nachreichen, sollte es zu ungewöhnlich hohen Temperaturen kommen.

Coolbiz-Kampagne in Tokyo (Original-Foto: KJ)
Coolbiz-Kampagne in Tokyo 2012 (Foto: Copyright by KJ)

Gerade im Westen und Südwesten Japans, für die derzeit hohe Temperaturen prognostiziert werden, sind diese Maßnahmen praktisch notwendig, da sowohl Kansai Electric, als auch Kyushu Electric, besonders auf Atomkraft zur Deckung des dortigen Energiebedarfs setzten.

Ihnen wird daher Energie aus Anlagen in anderen Teilen Japans eingespeist.

Unabhängig davon begannen im Mai die „Cool Biz“ und seit Juni die „Super Cool Biz“ Kampagnen, so dass Angestellte ohne Krawatten und Jackets, sondern stattdessen in Polohemden und anderer lockerer Kleidung arbeiten.

Lediglich die subtropisch geprägte Präfektur Okinawa ist von der Energiesparkampagne ausgenommen.

In diesem Jahr laufen während der Sommermonate keine Kernkraftwerke – zuvor eine Hauptquelle der Energie für die zahlreichen Klimaanlagen des Landes. Die letzten Reaktoren des AKW Oi, waren im September 2013 für Standardkontrollen heruntergefahren worden und im Mai 2014 ein Neustartverbot erlassen worden. Über die Energiesparmaßnahmen berichteten Kyodo und NHK.

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