Fukushima aktuell: Mehrtägige Robotermission in Reaktor 1 angekündigt

Fukushima aktuell: Mehrtägige Robotermission in Reaktor 1 angekündigt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Eine Woche nach der Katastrophe (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Brennelemente-Suche verlief erfolglos (Symbolfoto: TEPCO)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Pläne für einen bald beginnenden Robotereinsatz wirken nach dem Fehlschlag im vergangenen Monat besonders ambitioniert. Über den möglichen Ausgang der AKW-Mission zu spekulieren ist jedoch überflüssig.

Handfeste Fukushima News gibt es dagegen im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. März 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Termin für Robotereinsatz zur Brennelementesuche in Reaktor 1
  • Verwaltungen ziehen Normalisierung der Situation bis 2020 in Zweifel
Termin für Robotereinsatz zur Brennelementesuche in Reaktor 1 steht

Wie TEPCO am gestrigen Donnerstag bekannt gab, soll es am Dienstag kommender Woche (14. März) ein Roboter in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 vordringen, um dort Spuren von Brennelementen ausfindig zu machen.

Diese Arbeiten sollen vier Tage dauern und somit am kommenden Freitag (17. März) abgeschlossen werden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für den 21. März vorgesehen. Der gesamte Einsatz ist einigermaßen komplex.

Wie bereits beim fehlgeschlagenen Robotereinsatz in Reaktor 2, soll der Roboter auch in diesem Fall zunächst durch ein Führungsrohr dirigiert werden, bevor er sich im Inneren auf dem Gittersteg für Kraftwerksarbeiter weiter vorarbeiten wird.

Da der Pegel des Kühlwassers, das sich am Boden des Behälters bis zu 2,5 Meter beträgt, ist das Gerät extra mit einer Unterwasserkamera ausgestattet, obwohl erwartet wird, dass es durch Schwebstoffe getrübt wird.

Der Roboter soll die Kamera  und ein Dosimeter wie eine Angel in das Wasser hinablassen und nach Möglichkeit sowohl von der Flüssigkeit, als auch vom festen Material einige Proben zur Analyse entnehmen.

Die Hauptaufgabe des „Angel-Roboters“ wird jedoch darin bestehen, an fünf Punkten das Vorhandensein von geschmolzenen Brennelementen zu prüfen und Strahlungsmessungen durchzuführen.

Bereits aufgrund unterschiedlicher Strahlungswerte ließe sich indirekt der mögliche Austritt von geschmolzenen Brennelementen einigermaßen lokalisieren und somit bei der Erstellung von Plänen für künftige Einsätze von Nutzen sein.

Die verwendete Kamera kann bei einer Strahlungsbelastung von bis zu 1.000 Sievert eingesetzt werden. TEPCO geht davon aus, dass sie die vier Tage überstehen wird, da der Roboter bei Arbeitspausen in Bereiche geringer Radioaktivität navigiert werden soll.

Die Steuerung des Roboters wird in zwei Teams mit jeweils vier Arbeitern erfolgen, sofern keine Änderungen an diesem Konzept vorgenommen werden. Über die geplante Maßnahme berichten Kyodo, Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Verwaltungen ziehen Normalisierung der Situation bis 2020 in Zweifel

Viele Verwaltungen von Städten und Ortschaften entlang der Küste der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi ziehen die geplante Wiederauferstehung der Region Tohoku bis zum Olympia-Jahr 2020 in Zweifel.

Notunterkünfte in der Präfektur Miyagi (Foto: Daisuke Tsuda cc-by)
Notunterkünfte in der Präfektur Miyagi (Foto: Daisuke Tsuda cc-by)

Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 42 Bürgermeistern in den drei Präfekturen. Insgesamt bezweifeln 40 Prozent der Befragten, dass diese Erwartung realistisch sei.

Insbesondere in der Präfektur Fukushima hält man die Ziele der Regierung in Tokyo für unrealistisch. Dort erklärten 13 der 15 befragten Bürgermeister, eine Ende des Wiederaufbaus bis 2020 sei nicht machbar.

Lediglich der Bürgermeister der Ortschaft Shinchi äußerte sich zuversichtlich, während sein Kollege in Soma erklärte, er wisse es nicht mit Sicherheit.

Die größere Skepsis im Vergleich zu den Präfekturen Iwate (dort äußerten sich nur zwei Bürgermeister skeptisch)  und Miyagi (ein skeptischer Bürgermeister) liegt auch an den unterschiedlichen Folgen in den Präfekturen.

Während in Iwate und Miyagi ausschließlich die Folgen des Tohoku-Großbebens und des damit verbundenen Tsunami bewältigt werden müssen, hemmt die radioaktive Kontamination in Fukushima vielfach den Wiederaufbau der Gemeinden.

In Futaba, einer Gemeinde, deren Fläche zu 96 Prozent im Gebiet mit geringer Rückkehraussicht liegt, sei mit dem Wiederaufbau nicht einmal begonnen worden.

Trotz der Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Kawauchi im Oktober 2014 gibt es auch hier Probleme. Dort beschäftigt ein massiver Bevölkerungsrückgang aufgrund geringer Geburtenrate und der überalternden Gesellschaft die Verwaltung.

Über die negativen Prognosen der Gemeinden berichtete die Mainichi Shimbun.

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