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Fukushima aktuell: Minamisoma im Strahlungsvergleich unauffällig

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Messungen in Haramachi, Minamisoma, am 4. November 2011 (Foto: raneko,cc-by)
Präfektur Fukushima: Strahlungsmessungen in Minamisoma am 4. November 2011 (Foto: raneko,cc-by)

Nachdem der Wochenstart ereignislos verlief, sind aus der Präfektur Fukushima heute wieder interessante Meldungen zu hören. So zeigen die aktuellen Fukushima News, dass
es auch Entspannung und Fortschritte geben kann.

Leider werden Positivmeldungen häufig als langweilig, oder sogar als Propaganda wahrgenommen, doch wir möchten es uns nicht nehmen lassen, gelegentlich auch hierüber zu berichten, so dass sich der Leser seine eigene Meinung bilden kann.

Die aktuellen Neuigkeiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. September 2017.

Unsere heutigen Themen:

  • Minamisoma im Strahlungsvergleich unauffällig
  • Zwei Jahre seit Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Naraha
Minamisoma im Strahlungsvergleich unauffällig

Am gestrigen Montag veröffentlichte die Stadtverwaltung von Minamisoma (Präf. Fukushima) die Ergebnisse von vergleichenden Strahlungsmessungen mit drei Städten außerhalb der Präfektur.

Jeweils 25 Angestellte der Städte Tajimi  (Präf. Gifu), Fukuyama (Präf. Hiroshima) und Nanto (Präf. Toyama) trugen über die Dauer von zwei Wochen ein Dosimeter mit sich – ebenso wie ihre Kollegen in Minamisoma.

Zusätzlich wurden an vier Orten der Stadt jeweils weitere Dosimeter genutzt, um die Umgebungsradioaktivität zu messen. Das Vergleichsexperiment fand zwischen dem 29. Mai und dem 11. Juni diesen Jahres statt.

Die Teilnehmer mussten in den Städten nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen. Dabei wurden nur Bewohner von Holzgebäuden gewählt, da Beton eine stärker abschirmende Wirkung aufweist. Die Teilnehmer wohnten jeweils über das Stadtgebiet verteilt.

Die Analysen der Messwerte und medizinische Untersuchungen in allen vier Städten, folgten nach Abschluss des Experiments.

Das Ergebnis zeigte, dass es zwar zwischen verschiedenen Stadtgebieten in Minamisoma Schwankungen gibt, die bei den Standorten außerhalb der Präfektur nicht auftreten – allerdings keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Städten.

Dabei wurde zudem auch die natürliche Radioaktivität berücksichtigt. Somit lag die zusätzliche Belastung durch die AKW-Katastrophe unter einem Millisievert pro Jahr, so dass nach Aussage der Mediziner keine Gesundheitsgefahr besteht.

Tatsächlich wiesen die Durchschnittswerte zwischen Minamisoma und den drei Vergleichsstädten praktisch kaum Unterschiede auf. Die Werte glichen sich, unabhängig vom Standort der Testpersonen.

So wurde der errechnete durchschnittliche Jahreswert für Minamisoma mit 0,82 Millisievert angegeben, während für Menschen in Tajimi ein Wert von 0,72 Millisieviert, in Fukuyama 0,79 Millisievert und Nanto von 0,81 Millisievert kalkuliert wurde.

Auch in diesen Fällen wurde die natürlich vorkommende Radioaktivität berücksichtigt.

Diese Ergebnisse lassen eine gesundheitliche Gefährdung für die Einwohner von Minamisoma sehr unwahrscheinlich erscheinen. Über dieses Resultat berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die drei Vergleichsstädte sind Minamisoma freundschaftlich verbunden und leisteten nach den Tohoku-Katastrophen 2011 aktive Hilfe durch Arbeitskräfte und Material. Die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Minamisoma erfolgte im Jahr 2016.

Zwei Jahre seit Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Naraha

Am 5. September 2015 wurde die Anordnung zur Evakuierung von Naraha aufgehoben. Viele Hoffnungen waren damit verbunden und man hoffte ursprünglich auf eine große Rückkehrwelle im Frühjahr 2017.

Doch bislang sind gerade einmal 1.800 der einst  etwa 7.200 Einwohner zurückgekehrt. Dennoch arbeitet die Gemeinde hart daran, die frühere Heimat wieder attraktiv zu machen.

So laufen Maßnahmen zur Wiederbelebung des Handels – unter anderem durch die Wiedereröffnung bzw. Neueröffnung von Unternehmen in Einkaufszentren. Wäschereien, Reinigungen, Restaurants und ein Friseur gehören zu den ersten Betrieben.

Noch wirkt einiges provisorisch und so mussten angekündigte Eröffnungen zunächst verschoben werden – dennoch herrscht eine Aufbruchstimmung und die Menschen sind froh, etwas in ihrer Gemeinde zu tun zu haben.

Angebote für gemeinschaftliche Aktivitäten sollen ebenfalls neu entstehen und so setzt man große Erwartungen in die Eröffnung der Einkaufspassagen und der übrigen Einrichtungen. Über diese Momentaufnahme berichteten Bürger, sowie Präfekturmedien.

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