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Fukushima aktuell: Minderjähriger bei Dekontaminationsarbeit eingesetzt

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Artikelbild - Schubkarren (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Groß angelegter Betrug bei Dekontaminationsaufträgen (Symbolfoto: pd)

Unsere Berichterstattung vom gestrigen Heilig Abend setzen wir auch heute weiter fort und berichten im Bezug auf die Folgen der Krise am AKW Fukushima, heute von einem illegalen Beschäftigungsverhältnis und der geplanten Unterstützung bei der Stilllegung der Anlage. Die Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Minderjähriger illegal bei Dekontaminationsarbeiten eingesetzt
  • Japan Atomic Power unterstützt Fukushima-Stilllegung

Minderjähriger illegal bei Dekontaminationsarbeiten eingesetzt: Wie die Gemeindeverwaltung von Nasu (Präf. Tochigi) heute preisgab, beschäftigte ein Bauunternehmen einen Minderjährigen als Zeitarbeiter für Dekontaminationsarbeiten. Das radioaktive Material war durch die Kraftwerkskatastrophe in der benachbarten Präfektur Fukushima dorthin gelangt.

Die Durchführung derartiger Arbeiten ist durch eine gesetzliche Richtlinie untersagt. Die Regelung verbietet die Beschäftigung von Personen unter 18 Jahren bei Arbeiten, die den Beschäftigten schädlicher Strahlung aussetzt. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) hatte erklärt, dass dies auch für Dekontaminationsarbeiten gelte.

Der Oberschüler war im August vergangenen Jahres angeworben und bis zum Mai diesen Jahres bei dem Unternehmen angestellt. Dort war er  insgesamt 36 Tage lang damit beschäftigt, bei Dekontaminationsarbeiten Kies in einer Schubkarre zu transportieren.

Der Kies wurde dann auf dem Boden ausgebracht, nachdem als Dekontaminationsmaßnahme zunächst die oberste Erdschicht abgetragen worden war.

Der Strahlungslevel vor Ort lag bei mehr als 0,23 Mikrosievert pro Stunde.

Die Gemeinde lässt die Arbeiten an den Gebäuden auf Kosten der dortigen Steuerzahler durchführen und die Verwaltung gab den Zwischenfall im November an eine örtliche Prüfstelle für Arbeitsrecht weiter. Diese verwarnte den Präsidenten des Unternehmens mündlich. Der Arbeitgeber erklärte, ihm sei zwar das Alter bekannt gewesen, nicht jedoch, dass die Arbeit einen Gesetzesverstoß darstellte.

Die illegale Arbeit war aufgedeckt worden, nachdem die Ortsverwaltung im Oktober diesen Jahres schriftliche Hinweise erhalten hatte. Über die illegale Arbeit berichtete die Mainichi Shimbun.

Japan Atomic Power unterstützt Fukushima-Stilllegung: Nach den Erfolgen des „Cold Shutdown“ im Dezember 2011 und der Bergung aller Brennelemente aus den Abklingbecken von Reaktor 4 im Dezember 2014, ist man weiterhin um die vollständige Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi bemüht.

Nun kündigte das Unternehmen Japan Atomic Power (JAPC) an, man arbeite daran, ein Team von mehr als 100 Experten zur Anlage des Betreibers TEPCO zu entsenden, um dort unter Nutzung eigener Robotertechnologie die Stilllegungsarbeiten zu beschleunigen. Das berichtete die Asahi Shimbun.

Gegenwärtig sind zwar 300 bis 400 Angestellte des Betreibers vor Ort, bislang sind lediglich 20 Arbeiter anderer Unternehmen beteiligt. Sofern TEPCO zustimmt, wären erstmals über 100 Beschäftigte eines anderen Kraftwerksbetreibers am AKW Fukushima Daiichi im Einsatz.

Die Entsendung der Arbeiter wäre definitiv von Vorteil, da JAPC mit der Stilllegung des AKW Tokai (Präf. Ibaraki) bereits langjährige Erfahrung auf dem Gebiet hat und sogar erwartet wird, dass die Maßnahme entstandene Verzögerungen kompensieren könnte.

Bereits jetzt geht man davon aus, dass TEPCO einige Aufgaben, die im Rahmen der geplanten Bergungsarbeiten an den verbleibenden Reaktoren erwarten, gar nicht alleine bewältigen könnte.

So wäre bei der Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 der Einsatz von menschlichen Arbeitern aufgrund des wesentlich höheren Strahlungsniveaus gar nicht möglich, sondern müsste durch ferngesteuerte Roboter durchgeführt werden.

Japan Atomic Power würde auch nach eigener Einschätzung, sowohl im Bezug auf die Entwicklung der benötigten Technologien, als auch bei erfahrenem Fachpersonal eine große Unterstützung darstellen, da der Elektrizitätsanbieter als erstes Unternehmen überhaupt, bereits eine Reaktorstilllegung in Japan  durchführte.

Ungenannten Quellen zufolge, wurde bei JAPC gestern ein unternehmensinternes Vorbereitungsteam eingesetzt und auch Gespräche mit TEPCO, als Betreiber der betroffenen Anlage, laufen bereits.

Bis Ende des Fiskaljahrs sollen die Einzelheiten geklärt sein, so dass geplant ist, bereits im kommenden Fiskaljahr die Experten an die Anlage in Fukushima zu schicken. Über die Pläne berichtete die Asahi Shimbun.

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