Fukushima aktuell: Ministerium befürwortet Verklappung von Tritium-Abwässern

Fukushima aktuell: Ministerium befürwortet Verklappung von Tritium-Abwässern

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Die schweren Erdbeben auf Kyushu haben das Thema Fukushima aktuell nicht nur von den Schlagzeilen japanischer Medien verdrängt – auch Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte bislang keine nennenswerten Fukushima News zu melden.

Dafür ist die Einschätzung des Industrieministeriums nun umso interessanter. Es geht um die Beiseitigung von Abwasser, das nicht konventionell gefiltert werden kann. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ministerium favorisiert Verklappung radioaktiver Tritium-Abwässer

Ministerium favorisiert Verklappung radioaktiver Tritium-Abwässer: Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie geht davon aus, dass die Einleitung von tritiumhaltigen Wasser vom AKW Fukushima die günstigste und schnellste Entsorgungsmöglichkeit darstellt.

Da das Multinuklid-Filtersystem ALPS nicht in der Lage ist, Tritium zu filtern, prüfte das Ministerium fünf verschiedene Möglichkeiten der Entsorgung nach den Kriterien Zeitaufwand und Kosteneffizienz. Auf einem heutigen Expertentreffen könnten theoretisch zusätzliche Methoden diskutiert werden.

Grundlage der Berechnung war eine hypothetische Gesamtmenge von 800.000 metrischen Tonnen, von denen täglich 400 Tonnen entsorgt werden sollen.

Von den getesteten Methoden erwies sich die Einleitung tritiumhaltiger Abwässer laut den Berechnungen als sinnvollste Maßnahme. Bei den Vorgabewerten würde die Entsorgung zwischen sieben und acht Jahren dauern und zwischen 3,5 bis 4,5 Milliarden Yen kosten.

Zu den bislang erwogenen Maßnahmen neben der Verklappung gehörten auch die unterirdische Einlagerung, die Verdampfung und die Freisetzung in die Atmosphäre, nachdem das Tritium zu Wasserstoffgas verringert wurde.

Diese erwiesen sich jedoch als zu teuer und zeitaufwändig. So wäre im Fall unterirdischer Einlagerung ein Zeitraum von 76 Jahren und Beaufsichtigung der Lagerstätte erforderlich.

Ob die Verklappung, oder möglicherweise ein anderer Ansatz von der Regierung und dem Kraftwerksbetreiber TEPCO abschließend als geeignet angesehen wird, bleibt abzuwarten. Über die Einschätzung des Ministeriums berichtete die Mainichi Shimbun.

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