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Fukushima aktuell: Mit Trump-Rhetorik gegen Evakuierte und Journalisten

Minister geht beim Thema "freiwillig Evakuierte" auf Journalisten los

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Artikelbild - Unterhaus des japanischen Parlaments (foto: fkr kimtaro cc-by)
Zukunft der Fukushima-Flüchtlinge: Minister vergreift sich im Ton (Symbolfoto, kimtaro cc-by)

Mit seinen herabwürdigenden und beleidigenden Äußerungen sorgt ausgerechnet der Minister für Wiederaufbau nicht nur innerhalb der Präfektur Fukushima heute für einige Irritationen.

Die  Einzelheiten dieser Fukushima News gibt es, wie üblich, im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. April 2017.

Skandalöse Ministeräußerungen bei Pressekonferenz

Masahiro Imamura, der Minister für Wiederaufbau sorgte am heutigen Dienstag für einen Skandal, als er bei einer Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten zunächst diese selbst für ihr Schicksal verantwortlich machte und dann den Reporter anblaffte.

Anlässlich der Pressekonferenz zu den Bemühungen der Regierung in den Katastrophengebieten 2011 kam auch die schwierige Wohnsituation der betroffenen Evakuierten zur Sprache.

Anfang des Monats waren Mietkostenübernahmen für „freiwillig Evakuierte“ eingestellt worden – Personen, die noch vor dem Erlass einer offiziellen Evakuierungsanordnung geflohen waren.

Der Reporter fragte dann auch, in welcher Weise der Staat diesen Personen helfen wolle. Minister Imamura erklärte, dies sei eine Angelegenheit der Präfekturverwaltung, da diese mit den örtlichen Verhältnissen besser vertraut wäre.

Als der Journalist nicht locker lies, erklärte Imamura gereizt im Bezug auf die Evakuierten „Es ist ihre eigene Verantwortung, sie haben diese Entscheidung selbst getroffen“ und betonte, es sei ihre eigene Wahl gewesen – andere Evakuierte wären schließlich auch zurückgekehrt.

Der Reporter wies dann darauf hin, dass einige Evakuierte sich nicht in der Lage sähen zurückzukehren und ob der Staat diesbezüglich mehr Verantwortung für die Betroffenen übernehmen müsse.

Daraufhin schlug der Minister auf sein Rednerpult und schrie „Wir übernehmen Verantwortung! Weshalb sagen Sie so etwas unverschämtes?“ Er zeigte dann mit dem Finger auf den lästigen Journalisten und rief „Nehmen Sie das zurück! Verschwinden Sie!“

Als aus der Besuchermasse der Ruf an den Minister zu hören war, er sei derjenige, der für die Probleme verantwortlich sei, ließ Imamura nur noch ein „Halt den Mund!“ hören, bevor er das Podium verließ.

Wie zu erwarten, erregte der Zwischenfall auch politische Aufmerksamkeit.

Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte in einer folgenden Pressekonferenz, Imamura habe ihn davon in Kenntnis gesetzt, dass er emotional geworden und es ihm nicht möglich gewesen sei ruhig zu bleiben.

Suga erklärte, der Minister müsse selbst wissen, wie er nun reagieren wolle. Im Laufe des Tages entschuldigte sich Imamura für seinen Ausrutscher. Über den Zwischenfall berichtete die Kyodo.

Masahiro Imamura ist Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), war jedoch in der Vergangenheit bereits wegen seiner radikal rechtsgerichteten Haltung und seiner Forderung nach Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke aufgefallen.

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