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Fukushima aktuell: Mobile Strontium-Filtereinheit gestartet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Aufbau einer mobilen Strontium-Filtereinheit am 1. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufbau einer mobilen Strontium-Filtereinheit am 1. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)

Kraftwerksbetreiber TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute eine Maßnahme, mit der das Gelände der Anlage sicherer werden soll. Weitere Fukushima News befassen sich aber auch mit der akuten Verbraucherangst und einer Datenschutzpanne. Details und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Mobile Strontium-Filtereinheit soll AKW-Gelände sicherer machen
  • NRA-Präsident bestreitet Vulkangefahr für AKW Sendai
  • Datenschutzproblem bei TEPCO nach Verlust von Mobiltelefon:
  • Zusammenhang von Elektrizitätszwischenfällen
  • Verbraucherängste bei Fukushima-Produkten auf Höchststand

Mobile Strontium-Filtereinheit soll AKW-Gelände sicherer machen: Am heutigen Donnerstag gab TEPCO bekannt, eine mobile Einheit zur gesonderten Filterung von Strontium einzusetzen. Durch die Maßnahme soll die Strontiumkonzentration in dem eingespeisten Wasser verringert werden.

Hintergrund der Maßnahme ist es, sowohl die Auswirkungen von Lecks an Lagerbehältern zu reduzieren, als auch die Beschäftigten auf der Anlage zu schützen. Durch die Filterung von Strontium-90 würden die Arbeiter auch bei Kontrollgängen auf dem Kraftwerksgelände weniger stark radioaktiv belastet.

Die erwünschte Maximalfilterleistung soll die Werte bis auf ein Tausendstel des Ursprungswerts senken können. Das Unternehmen hofft, mit der Anlage etwa 23.000 Tonnen Wasser filtern zu können. Aus dem Wasser für die Strontiumfilterung war zuvor bereits Cäsium gefiltert worden. Die ersten Maßnahmen werden nach Betreiberangaben an Wasser aus den Lagertankbereichen G4 und G6 durchgeführt.

Im Rahmen der dreistufigen Filterung soll das Wasser wiederholt durch mehrere Behälter geleitet werden. Diese werden nicht nur kontinuierlich gereinigt um eine aufeinanderfolgende Filterung zu ermöglichen, sondern sind darüber hinaus mit Leckdetektoren ausgestattet, die den unkontrollierten Austritt von Wasser melden. Neben Kraftwerksbetreiber TEPCO berichtete auch die Kyodo über den neusten Schritt.

NRA-Präsident bestreitet Vulkangefahr für AKW Sendai: Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA, verteidigte gestern auf einer Pressekonferenz die vulkanologische Sicherheitsbeurteilung für das AKW Sendai (Präf. Kagoshima) und bezeichnete Kritik an den Einschätzung als „unwissenschaftlich“.

Der Vulkan Sakurajima, Präf. Kagoshima (Foto: Azumaya, cc-by)
Der Vulkan Sakurajima, Präf. Kagoshima (Foto: Azumaya, cc-by)

Ursache für die öffentlichen Bedenken war der Ausbruch des Vulkans Ontake, der bislang 48 Todesopfer forderte und nicht zeitnah vorausgesagt werden konnte. Tanaka erklärte, die Gebiete um das Kernkraftwerk Sendai, das als sicherer Neustartkandidat gilt, wiesen gänzlich andere Gegebenheiten auf, als am Berg Ontake.

Im Bereich des AKW Sendai würden im Fall vulkanischer Aktivität deutliche Anzeichen vorausgehen, so dass die Situation nicht mit der Eruption am Berg Ontake vergleichbar sei. Kyushu Electric, Betreiber des Kernkraftwerks, hatte in der Vergangenheit erklärt, bei Hinweisen auf Aktivität die Brennelemente von der Anlage entfernen zu wollen.

In der Präfektur Kagoshima existieren mehrere aktive Vulkane und die Atomaufsicht hielt seit August bislang zwei beratende Treffen mit Vulkanologen ab. Tanaka erklärte, in der Wahrnehmung des Sachverhalts bestünde zwischen ihm und den Experten eine Differenz. Über die Diskussion berichteten mehrere Medien, darunter Kyodo und NHK.

Bereits in der Vergangenheit war der Vulkan Sakurajima als Gefahr für das AKW Sendai diskutiert worden. Der aktive Vulkan liegt gerade einmal 50 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt und Neustartsgegner nennen die Existenz von 39 Vulkanen in einem Umkreis von 160 Kilometern um die Kraftwerksanlage als zusätzliches Sicherheitsrisiko.

Datenschutzproblem bei TEPCO nach Verlust von Mobiltelefon: Wie TEPCO gestern mitteilte, verlor ein Büroangestellter am 26. September sein dienstliches Mobiltelefon. Auf ihm befinden sich Namen und Rufnummern von etwa 130 Personen.

Eine erste Suchaktion und eine Meldung bei der Polizei Iwaki blieb erfolglos und sowohl das Unternehmen, als auch der verantwortliche Mitarbeiter entschuldigten sich für die daraus entstehende Besorgnis. Der Mitarbeiter wird nun jede der betroffenen Personen kontaktieren.

Zusammenhang von Elektrizitätszwischenfällen: Am Dienstag berichteten wir über zwei Elektrizitätszwischenfälle am Fukushima. Dabei war ein Alarm ausgelöst worden und ein Angestellter hatte einen elektrischen Schlag erlitten.

Am gestrigen Mittwoch machte TEPCO weitere Angaben zu den Zwischenfällen. Demnach sei der Alarm nach dem elektrischen Schlag ausgelöst worden. Außerdem sei es zu einem zeitweisen Stromausfall am neuen Verwaltungsgebäude gekommen, der um 15:18  Uhr wieder behoben war.

Verbraucherängste bei Fukushima-Produkten auf Höchststand: Eine vom Verbraucherministerium im August online durchgeführte Befragung ergab, dass nach mehr als drei Jahren seit der AKW-Katastrophe, die Verbraucher so kritisch wie noch nie sind, wenn es um den Kauf von Produkten aus der Präfektur Fukushima liegt.

Japanische Kühlregale (Foto: Copyright by KJ)
Ablehnung von Fukushima-Lebensmitteln so hoch wie nie (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Die Ergebnisse der halbjährlich durchgeführten Umfrage wurden am gestrigen Mittwoch veröffentlicht und umfasste 5.176 Personen zwischen 29 und 69  Jahren, die in Präfekturen der Region Tohoku, als auch im Großraum Tokyo und den Großstädten Nagoya und Osaka wohnen.

In der jüngsten Frage gaben 70 Prozent der Befragten an, sich allgemein um die Herkunft der Lebensmittel Gedanken zu machen, oder zumindest hierzu tendieren. Als Begründung wurde auch die Belastung mit radioaktivem Material (24,7 Prozent) genannt. In beiden Fällen ein Anstieg um vier Prozent zur letzten Befragung vom Februar 2014.

Auch erklärten nun 19,6 Personen, sie hätten Vorbehalte gegen den Kauf von Fukushima-Produkten. Im Vergleich zum Februar 2014 (15,3 Prozent), sowie den Angaben vom Vorjahr – nämlich dem August (17,9 Prozent) und Februar 2013 (19,4 Prozent) stellt dies einen absoluten Höchststand des Misstrauens dar.

Als Ursache für die erhöhten Zahlen sehen einige den Vergleich mit einer Verbraucherumfrage der Regierung zur Strahlungsbelastung von Lebensmitteln, sowie die populäre Lebensmittel-Manga-Serie „Oishinbo“, die mit der Darstellung von Nasenbluten des fiktiven Hauptcharakters nach einem Besuch am AKW Fukushima Daiichi, bis in die Politik, für Aufsehen gesorgt hatte. Hierüber berichtete die Asahi Shimbun.

 

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