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Fukushima aktuell: Möglicher Bombenfund am AKW

Blindgänger einer US-Brandbombe aus dem Pazifikkrieg vermutet

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Artikelbild - Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)
Tod eines Arbeiters am AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)

Sprengstoff in der Nähe einer Nuklearanlage – mit diesem Szenario mussten sich am AKW Fukushima heute sowohl die Betreiberfirma, als auch Polizei und Militär befassen. Ursache für diese Fukushima News, ist der mögliche Fund einer Bombe in der Nähe der Anlage.

Die Einzelheiten, sowie weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Mögliche Fliegerbombe führt zu Sondereinsatz am AKW Fukushima
  • Einzelheiten zu den kontaminierten Fahrzeugen vom AKW Fukushima
  • Verlängerung der Mautfreiheit für Fukushima-Evakuierte
Mögliche Fliegerbombe führt zu Sondereinsatz am AKW Fukushima

Am heutigen Donnerstag löste ein möglicher Bombenfund am Gelände des AKW Fukushima Daiichi einen Einsatz von Polizei und Selbstverteidigungsstreitkräften (SDF) aus. Der Fund wurde gegen 7:30 Uhr (Ortszeit) bei Aushubarbeiten an einem Parkplatz gemacht.

Bei dem 85 Zentimeter langen und 15 Zentimeter breiten, verrosteten Objekt könnte es sich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handeln. Dafür spricht, dass während der Kämpfe im Pazifik dort ein japanischer Militärflughafen bombardiert wurde.

Nach Angaben von TEPCO liegt der vermutliche Blindgänger im westlichen Teil der Anlage und etwa einen Kilometer von den Reaktorgebäuden entfernt. Somit werden die dortigen Arbeiten nicht beeinträchtigt.

Andere Medienberichte sprechen davon, der in Erweiterung befindliche Parkplatz liege etwa 300 Meter außerhalb des eigentlichen Kraftwerksgeländes.

Die Präfekturpolizei sperrte den Fundort im Umkreis von 200 Metern ab und versuchte zunächst zu bestätigen, ob es sich tatsächlich um einen Bombenfund handelt. Die zylindrische Form und die Stabilisierungsflosse an einem Ende sprechen offenbar dafür.

Auch eine Einheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) wurde über den Fund informiert und auf das Gelände geschickt, um die Situation in Augenschein zu nehmen.

Die Sprengstoffexperten des Militärs kamen zu dem Schluss, dass die Detonationsgefahr gering sei und eine Bergung möglich ist. Die Fliegerbombe wurde dann am Nachmittag ohne Zwischenfälle vom Fundort entfernt.

Wie Dokumente aus dem Präfekturarchiv belegen, befand sich in Kriegszeiten dort ein militärisch genutzter Flughafen, der von den US-Luftstreitkräften durch den Abwurf von Brandbomben zerstört wurde.

Der jetzt dort befindliche Parkplatz sollte ausgeweitet werden, wobei das Objekt den Arbeitern aufgefallen war. Über den Fund berichteten mehrere japanischen Medien, darunter Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun und NHK.

Einzelheiten zu den kontaminierten Fahrzeugen vom AKW Fukushima

Nach der Meldung über radioaktiv kontaminierte Autos, die im Zuge der Ereignisse vom März 2011 über einen Zeitraum von zwölf Tagen ohne Kontrollen vom Gelände des AKW Fukushima gelangten, sind nun weitere Einzelheiten bekannt.

Demnach waren ursprünglich etwa 1.700 Fahrzeuge dort geparkt und 600 davon gehörten Angestellten von TEPCO, oder dort beschäftigten Subunternehmen.

Die Nachforschungen, die TEPCO im Februar 2012 auf Anordnung des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) durchführte, ergaben im April 2015 eine Gesamtzahl von 460 Fahrzeugen, die  das Gelände verlassen hatten.

Diese mussten nachträglich wieder aufgespürt und Strahlungskontrollen unterzogen werden. Insgesamt konnten 270 dieser Autos weiterhin genutzt werden, da der Grad ihrer radioaktiven Kontamination unter dem Grenzwert liegt.

Bei den verbleibenden 190 Fahrzeugen wurde der Strahlungsgrenzwert teilweise um das zehnfache überschritten und die betroffenen Exemplare aus dem Verkehr gezogen. Nun lagern sie in einem Sperrgebiet und die Suche nach zwei letzten Autos läuft.

Doch damit ist das Problem nicht vom Tisch. Denn noch ist unklar, auf welche Weise die kontaminierten Fahrzeuge zu entsorgen sind – eine Verschrottung ist zwar wahrscheinlich, doch wie die weitere Verarbeitung und Lagerung aussieht, ist noch nicht geregelt.

Über die Funde berichteten nun auch die Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Verlängerung der Mautfreiheit für Fukushima-Evakuierte

Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport (MLIT) wird die Frist für die kostenlose Nutzung von Schnellstraßen durch Evakuierte aus den Sperrgebietsgemeinden um zwei Jahre verlängern.

Ursprünglich sollte die Maßnahme im März nächsten Jahres auslaufen – doch nun können die Betroffenen auf eine Verlängerung bis zum März 2020 hoffen. Notwendig ist hierfür lediglich die Beantragung einer entsprechenden Berechtigung.

Als Grund für die Verlängerung der Frist wird die längerfristige Dauer des Wiederaufbaus in freigegebenen Sperrgebietsgemeinden genannt. Zusammen mit der Verlängerung soll das Abfertigungssystem an den Mautstellen vereinfacht werden.

Ab April kommenden Jahres sollen, statt des Vorzeigens von Fahrzeugpapieren und Berechtigungsdokumenten, die Daten auf einer Karte zusammengefasst werden, was die Abfertigung deutlich reibungsloser gestalten und die Dauer von 40 auf 20 Sekunden verringern wird.

Dadurch sollen auch Staus an wichtigen Punkten, wie der Joban-Schnellstraße durch das Sperrgebiet, verhindert werden. Weitere Maßnahmen sind in Planung. Wie es nach dem März 2020 weitergeht, will man anhand der bis dahin erzielten Fortschritte entscheiden.

Über den Beschluss berichteten Präfekturmedien.

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