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Fukushima aktuell: Möglicher Fund von Brennelementen in Reaktor 3

Zweiter Tag der Roboter-Mission bringt erste Spuren und überraschende Entscheidungen.

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme aus dem Sicherheitsbehälter vom 21. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme aus dem Sicherheitsbehälter vom 21. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Der eigentlich letzte Tag des Unterwasser-Einsatzes in Reaktor 3, brachte dem Betreiber des AKW Fukushima heute zwar neue Erkenntnisse – allerdings wurde auch eine überraschende Planänderung beschlossen.

Die Einzelheiten dieser Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Mögliche Sichtung von Brennelemente bei Unterwasser-Mission
  • Unplanmäßige Verlängerung von Roboter-Einsatz im Sicherheitsbehälter
Mögliche Sichtung von Brennelementen bei Unterwasser-Mission

Am heutigen Tag wurde am AKW Fukushima Daiichi die Mission des Unterwasser-Roboters im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 fortgesetzt. Nachdem gestern erste Aufnahmen der Umgebung gelangen, sollte heute die Suche nach geschmolzenen Brennelementen beginnen.

Möglicherweise hat sich der Wunsch, Spuren der Brennelemente dort zu finden, jetzt tatsächlich erfüllt. Der Roboter mit dem Spitznamen „Mini-Mondfisch“ habe seine Mission gegen 5:00 Uhr begonnen und war seitlich weiter in den Behälter vorgedrungen

Fukushima-Reaktor 3: Kamerabild aus dem Sicherheitsbehälter, 21. Juli 2017 (Foto: TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Kamerabild aus dem Sicherheitsbehälter, 21. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO in ersten Gesprächen bekannt gab, habe man ein dunkles Objekt ausfindig gemacht, das vom Druckbehälter aus herabhängt.

Von seiner Form her erinnert es an den Stalaktiten einer Tropfsteinhöhle, oder erstarrte Lava.

Einige Medien berichten von der Sichtung mehrerer eiszapfenartiger Gebilde, die vom Bodenbereich des Druckbehälters herabhängen und so in den Sicherheitsbehälter hineinragen.

Das Unternehmen hält es für durchaus denkbar, dass es sich dabei um Material handelt, das bei der Kernschmelze vom März 2011 zunächst durch den Druckbehälter geschmolzen und schließlich in den umgebenden Sicherheitsbehälter gelangt war

Konkretere Angaben über die Natur der schwarzen Strukturen könne man jedoch erst nach weitere Auswertungen machen. Über den möglichen Fund berichteten Kyodo, Asahi Shimbun, NHK und Präfekturmedien

Unplanmäßige Verlängerung von Roboter-Einsatz im Sicherheitsbehälter

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi hat sich überraschend dazu entschlossen, das Vorgehen bei der Untersuchung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3 zu ändern.

Ausgehend von Erkenntnissen aus dem Einsatz am Mittwoch, kam TEPCO zu dem Schluss, den Einsatz des Unterwasser-Roboters um einen Tag zu verlängern. Als Grund nannte das Unternehmen die schweren Schäden im Inneren des Reaktors.

Sicherheitsbehälter von Reaktor 3: Aufnahme vom 21. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Sicherheitsbehälter von Reaktor 3: Aufnahme vom 21. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Offenbar will man die genaue Situation im Inneren des Sicherheitsbehälter besser einschätzen können und will daher einen zuvor nicht vorgesehenen, dritten Robotereinsatz durchführen.

Auch der Fund von Brennelementen ist nach Ansicht das Unternehmens noch möglich.

Technisch spricht offenbar nichts gegen die Verlängerung der Mission. Der verwendete Roboter kann einer Strahlungsdosis von bis zu 200 Sievert standhalten, war jedoch am ersten Tag weniger als zwei Sievert ausgesetzt.

Somit wurde für den morgigen Samstag eine weitere Tauchfahrt zum Boden des Sicherheitsbehälters vorgesehen, um dort liegende Trümmer und mögliche Spuren auf geschmolzenes Material filmisch festzuhalten. Das berichten Kyodo und Präfekturmedien

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