Fukushima aktuell: Müllverbrennung am AKW wird aufgerüstet

Fukushima aktuell: Müllverbrennung am AKW wird aufgerüstet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gebäude der Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gebäude einer bereits vorhandenen Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)

Die Entsorgung kontaminierter Abfälle ist am AKW Fukushima heute genau so wichtig, wie nach dem Ausbruch der Krise, denn täglich fallen große Mengen an radioaktiv belastetem Müll an. Diesem Problem will sich der Betreiber TEPCO nun stellen.

Weitere Fukushima News die aus Japan aktuell gemeldet werden, betreffen das Problem der Lebensmittellieferungen ohne Strahlungskontrollen. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. November 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Angaben zu einer neuen Verbrennungsanlage am AKW Fukushima
  • Maßnahmen für bessere Lebensmittelkontrollen

Angaben zu einer neuen Verbrennungsanlage am AKW Fukushima: Kraftwerksbetreiber TEPCO legte heute einen Bericht über die künftige Verwendung einer neuen Müllverbrennungseinrichtung auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi vor.

Die Anlage zur Verbrennung von radioaktiv kontaminierten Abfällen soll aus zwei Einheiten bestehen und bis zu 300 Kilogramm pro Stunde entsorgen können. Ein Betrieb im 24-Stunden-Modus sei ebenfalls möglich.

AKW Fukushima: Verbrennungsanlage Einheit A (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verbrennungsanlage Einheit A (Foto: TEPCO)

Zu dem belasteten Material, dass in der Einrichtung entsorgt werden kann, gehören beispielsweise Tyvek-Schutzanzüge und Verpackungsmaterial, aber auch auch Flüssigabfälle. Die Freisetzung der entstehenden Verbrennungsdämpfe wird durch HEPA-Filter abgesichert.

Der Standort befindet sich auf einem Gelände nördlich der Reaktoren 5 und 6 und der Betrieb der Anlage soll in der zweiten Hälfte des Fiskaljahrs 2015 anlaufen.

Die Verbrennung soll sowohl das Volumen der Abfälle verringern, als auch die radioaktive Belastung des Materials drastisch, bis zu einem Millionstel des Ausgangswerts,reduzieren.

Zuvor sollen ab Morgen bis Ende kommenden Monats erste Testdurchläufe mit nicht kontaminiertem Material durchgeführt werden, um Funktionsfähigkeit und Leistung der Anlage zu prüfen.

Den so genannten Kalttests, werden sich dann heiße Tests mit gering belasteten Abfällen anschließen. Zu den Materialien gehören neben Polyethylen, auch Kartonagen, Gummimatten und Holz.

TEPCO begleitete diese Informationen mit Aufnahmen aus den Kontrollräumen, der elektrischen Ausstattung, sowie der bereits vorhandenen Einheiten.

Maßnahmen für bessere Lebensmittelkontrollen: Die Präfekturverwaltung will gegen die Zwischenfälle von Lebensmittellieferungen vorgehen, bei denen aus Nachlässigkeit zuvor keine Strahlungskontrollen erfolgt waren.

Azuki-Bohnen (Foto: Kusabana, pd)
Präfektur Fukushima: Nachbesserungen bei Lebensmittelkontrollen (Symbolfoto: kusabana)

In der jüngsten Vergangenheit hatte es mehrfach Fälle gegeben, bei denen verschiedene Hülsenfrüchte nicht wie vorgeschrieben kontrolliert worden waren, bevor sie in den Handel kamen. Die Geschäfte führten freiwillige Rückrufaktionen durch.

Zuletzt waren Yuzu, eine Zitrusfrucht, für die ein generelles Handelsverbot in der Präfektur Fukushima besteht, unkontrolliert in den Handel gelangt. In keinem der bekannten Fälle wurde der zulässige Strahlungsgrenzwert von Lebensmitteln überschritten.

Ein Hauptgrund für die Zwischenfälle scheint offenbar schlechte Informationspolitik zu sein. So gab ein Händler an, ihm sei das Vertriebsverbot von Yuzu nicht bekannt gewesen.

Im Fall der Bohnen war man der irrtümlichen Ansicht gewesen, wenn betriebsinterne Kontrollen keine Grenzwertüberschreitung nachwiesen, sei eine offizielle Strahlungsprüfung nicht mehr erforderlich.

Eine verstärkte Kontrolle, insbesondere des Direktverkaufs der produzierenden Landwirte durch Vertreter der Lebensmittelaufsicht und verbesserte Aufklärung durch offizielle Stellen, sollen die Sicherheit verbessern.

Der unkontrollierte Verkauf von Bohnen und der illegale Vertrieb von Yuzu können sich negativ auf das Konsumverhalten auswirken und die Bedenken der Verbraucher zu einer verringerten Nachfrage von lokal produzierten Produkten führen. Über die Pläne, die auf dem Krisentreffen besprochen wurden, berichteten Präfekturmedien.

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