Fukushima aktuell: Müllverbrennungsanlage am AKW wegen Schäden gestoppt

Fukushima aktuell: Müllverbrennungsanlage am AKW wegen Schäden gestoppt

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Artikelbild - Riss an Müllverbrennungsanlage des AKW Fukushima Daiichi, 11. August 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Riss an Leitung der Müllverbrennungsanlage, 11. August 2016 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute Schäden von einem logistisch wichtigen Teil der Anlage und muss in Japan aktuell auch noch eine Niederlage vor Gericht verkraften.

Die Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Schäden an Müllverbrennungsanlage des AKW Fukushima
  • TEPCO muss Angehörige von vermisster Demenzkranken entschädigen
Schäden an Müllverbrennungsanlage des AKW Fukushima

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi heute bekannt gab, wurde bei gestrigen Kontrollen an einer Müllverbrennungsanlage mehrere Schäden bestätigt. Der Betrieb wurde für die Dauer der Untersuchung eingestellt.

Beide Einheiten der Anlage wurden untersucht und neben zwei kleinen Löchern an der Leitung zum Abgaskühler auch drei Risse, davon einer von mindestens zehn Zentimetern, am Verbindungsteil eines Schlauchfilters zur Filterung radioaktiven Materials.

AKW Fukushima: Löcher an der Müllverbrennungsanlage, 11. August 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Löcher an der Müllverbrennungsanlage, 11. August 2016 (Foto: TEPCO)

Ein zeitweises Austropfen von Wasser an den kleinen Löchern umfasste nur eine geringe Menge auf dem Boden und wies keine nennenswerte Strahlungsbelastung auf.

Auch sonst gab es offenbar keine sicherheitsrelevanten Entdeckungen.

Wie TEPCO mitteilte, gelangte kein radioaktives Material ungefiltert aus der Anlage – weder in angrenzende Gebäude, noch in die Umwelt. Auch die Messposten wiesen keine erhöhte Umgebungsradioaktivität nach.

Das Unternehmen hat die Abfallverbrennung auf unbestimmte Zeit gestoppt und will nun den Ursachen für die baulichen Schäden nachgehen.

In der Anlage werden kontaminierte Feststoffe, wie etwa getragene Schutzkleidung der Kraftwerksarbeiter, verbrannt. Neben der Betreiberfirma, die Bilder der Schäden veröffentlichte, berichteten auch Präfekturmedien über den Fund.

TEPCO muss Angehörige von vermisster Demenzkranken entschädigen

Im Fall einer 88 Jahre alten Demenzkranken, die im Zuge der Fukushima-Katastrophe aus einem Krankenhaus in Okuma verschwand und 2013 für tot erklärt wurde, sprach ein Gericht in Tokyo gestern den Hinterbliebenen eine Entschädigung zu.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO muss Hinterbliebene von Demenzpatientin entschädigen (Symbolfoto: pd)

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO muss demnach 22 Millionen Yen zahlen. Zuvor hatte das Unternehmen die Entschädigung im Fall der Demenzkranken abgelehnt und dies damit begründet, dass es keinen kausalen Zusammenhang gebe.

Das Gericht sah dies anders. Zwar wären die Türverriegelungen beim Tohoku-Großbeben aus Sicherheitsgründen automatisch geöffnet worden – es sei jedoch die Evakuierung aufgrund der Kernschmelzen gewesen, die eine Suchaktion verhindert habe.

Außerdem sei die Frau dafür bekannt gewesen, orientierungslos umherzuirren, so dass die Klinik sogar ein besonderes Augenmerk auf die Patientin hatte. Daher sei weder der Klinikleitung noch den Umständen des Erdbebens das Verschwinden anzulasten.

Es handelt sich um den ersten Fall, in dem TEPCO für eine vermisste Person finanzielle Entschädigung leisten muss. Die Kläger hatten ursprünglich die doppelte Summe gefordert.

Für die Vermisste wurde 2014 eine Bestattungszeremonie ohne ihre Gebeine durchgeführt. Über die aktuelle Gerichtsentscheidung berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

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