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Fukushima aktuell: Myonen-Scan von Reaktor 3 erfolglos

Nach erfolgreicher Robotermission nun ein Misserfolg für TEPCO

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Artikelbild - Myonen-Scan von Reaktor 3 am 20. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
Aufnahme des Myonen-Scans von Reaktor 3 am 20. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Während man in Japan aktuell die Erfolge der Roboter-Mission in Reaktor 3 feiert, wird vom AKW Fukushima heute ein Misserfolg bei der Erforschung des gleichen Reaktors gemeldet.

Die Einzelheiten zu diesen Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zwischenbericht zum Myonen-Scan von Reaktor 3
  • Zeitplan für Einschätzung zur Brennelementebergung
Zwischenbericht zum Myonen-Scan von Reaktor 3

In den vergangenen Tagen hatten die Erfolge der Unterwasser-Mission eines Roboters am AKW Fukushima Daiichi und die damit verbundene Sichtung von Material, das man mit hoher Wahrscheinlichkeit für Corium hält, für Schlagzeilen gesorgt.

Von der medialen Aufmerksamkeit weitgehend unbemerkt, liefen jedoch auch weitere Maßnahmen. Wie zuvor an den Reaktoren 1 und 2 wurden seit Mai auch so genannte Myonen-Scans an Reaktor 3 durchgeführt, um die Masse aus geschmolzenen Brennelementen zu lokalisieren.

Einen ersten Zwischenbericht legte TEPCO heute vor.

Bei dem Verfahren wird die Flugbahn von kosmischen Teilchen (Myonen) gemessen, die praktisch alles durchdringen und nur durch Material mit hoher Dichte, wie etwa Kernbrennstoff von ihrer Bahn abgelenkt werden.

Durch Messungen dieser Abweichungen kann dann eine Art Röntgenbild des Reaktorinneren erstellt werden, wobei dunklere Bereiche auf Objekte mit höherer Dichte hinweisen. Computer errechnen daraus ein Modell.

Ein Vergleich mit den Myonen-Scans von Reaktor 2 , bei denen zumindest Hinweise auf Reste nachgewiesen konnten, ergab keinen positiven Befund. In Reaktor 3 konnte kein Material mit hoher Dichte auf dem Boden des Druckbehälters lokalisiert werden.

Obwohl also weiterhin die Möglichkeit besteht, das sich dort noch Reste von geschmolzenen Brennelemente befinden, konnte dies zumindest im Rahmen dieser Untersuchung nicht bestätigt werden.

TEPCO plant jedoch weitere Untersuchungen dieser Art durchzuführen. Abhängig von der Auswertung der Daten könnten sich somit die in diesem Zwischenbericht gemachten Aussagen relativieren, oder gänzlich ändern.

Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO und begleitete seine Ausführungen mit den Aufnahmen der Myonen-Scans.

Zeitplan für Einschätzung zur Brennelementebergung

Wie Industrieminister Hiroshige Seko am Dienstag mitteilte, plant die Regierung bis zum September eine geeignete Methode zur Bergung von Brennelemente-Resten aus Reaktor 3 erarbeiten zu können.

Gemeinsam mit dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi hofft man, bis zur ersten Hälfte des Fiskaljahrs 2018 sich auf eine geeignete Bergungsmethode festlegen zu können. Die Arbeiten könnten dann Ende 2021 begonnen werden.

Doch gerade die Bergung der zusammengeschmolzenen Masse (Corium) gilt als eine der schwierigsten Schritte bei der Stilllegung der Reaktoren 1 bis 3. Daher heißt es bislang auch nur, man halte zunächst am Zeitplan fest.

Über diese Pläne berichteten neben der Kyodo auch die NHK und Präfekturmedien.

Die aktuelle Bekanntgabe ist eine Reaktion auf den Fund von Material in Reaktor 3, bei dem es sich nach allgemeiner Einschätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit um Corium handelt. Die Masse entsteht beim Zusammenschmelzen von Brennelementen.

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