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Fukushima aktuell: Myonen-Scans an Reaktor 3 geplant

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Artikelbild - AKW Fukushima: Kleine Einheit des Myonen-Scanners am 16. März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kleine Einheit eines Myonen-Scanners am 16. März 2016 (Foto: TEPCO)

Mit einer Meldung über die geplante Fortführung der Suche nach geschmolzenen Brennelementen in einem Reaktor, meldet sich der Betreiber des AKW Fukushima heute wieder aktiv zurück.

Nachdem die Fukushima News der vergangenen Tage kaum Neues vom Betreiber brachten, kündigt TEPCO nun neue Aktivitäten an. Diese und weitere Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. April 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Myonen-Scans an Fukushima-Reaktor 3 in Vorbereitung
  • Tropfleck an Entsalzungsanlage des AKW
  • Treffen zur Bekämpfung der Wildschweinplage in Sperrgebietsgemeinden
  • Neuer Minister für Wiederaufbau äußert sich nach Ernennung
Myonen-Scans an Fukushima-Reaktor 3 in Vorbereitung

Nachdem in der Vergangenheit bereits an den Reaktoren 1 und 2 so genannte Myonenscans zur Lokalisierung geschmolzener Brennelemente durchgeführt wurden, will der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi nun sein Glück auch an Reaktor 3 versuchen.

Wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilte, sollen bis Ende April die entsprechenden Geräte vor Ort und einsatzbereit sein. In Folge soll dann ab Mai über mehrere Monate hinweg die Untersuchungen durchgeführt werden.

Bei dem Verfahren werden kosmische Elementarteilchen, die alles durchdringen und lediglich von extrem dichtem Material, wie etwa Uran abgelenkt werden, bei der Durchdringung des Reaktorgebäudes gemessen.

Anhand der Abweichungen, wenn die Myonen auf dichtes Material treffen, kann ein Computer die mögliche Lage der Brennelemente ermitteln und bildlich die Position des geschmolzenen Materials innerhalb des Reaktors darstellen.

Wann die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt, hängt nach Angaben von TEPCO im Wesentlichen vom Verlauf der Messungen ab, teilte das Unternehmen mit.

Tropfleck an Entsalzungsanlage des AKW

Am heutigen Donnerstag entdeckten TEPCO-Angestellte gegen 11:38 Uhr, dass von einem Ablassventil einer Umkehrosmose-Anlage zur Filterung von Salzwasser, eine geringe Menge Wasser herabtropfte.

Die genauere Kontrolle ergab eine Ausbreitung von etwa 6m x 3m. Nach einem Stopp der Filteranlage endete auch der Wasseraustritt am Ventil. Aufgrund der Betonbarriere gelangte kein Wasser in die Umwelt.

Eine Analyse des Wassers wies eine radioaktive Belastung lediglich in Höhe der Hintergrundstrahlung vor Ort nach. Als Vorsichtsmaßnahme wurde die Leckstelle mit Vinyl ummantelt und eine Adsorptionsmatte verlegt.

Über das Tropfleck berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Treffen zur Bekämpfung der Wildschweinplage in Sperrgebietsgemeinden

Am gestrigen Mittwoch fand in Miharu das zweite Treffen eines Expertenteams statt, dass sich mit der Bewältigung der Schäden durch Wildtiere in 12 Gemeinden der Präfektur Fukushima befasst.

Trotz Bemühungen um die Reduzierung des Bestands, bleiben die Tiere auch langfristig problematisch. Anhand von Daten zum Verhalten und der Verbreitung sollen Konzepte zum Umgang mit dem Problem erarbeitet werden.

An der Konferenz beteiligten sich auch Mitglieder von Gemeindeverwaltungen, die sich über den aktuellen Stand der Entwicklungen informieren ließen.

Als Ergebnis des Treffens kamen die Experten zu dem Schluss, innerhalb des Fiskaljahrs 2017 einen Notfallplan mit Strategien zur Lösung des Wildscheinproblems entwerfen zu wollen.

Die Verantwortlichen der 12 Gemeinden sollen zudem bis Januar nächsten Jahres die Umsetzungspläne für die Desinfektion in den Gemeinden ausformulieren. Über die Veranstaltung berichteten Präfekturmedien.

Neuer Minister für Wiederaufbau äußert sich nach Ernennung

Nach dem gestrigen Rücktritt von Masahiro Imamura vom Posten des Ministers für Wiederaufbau, äußerte sich sein Nachfolger, Masayoshi Yoshino zum Fehlverhalten seines Vorgängers.

Der aus Iwaki in der Präfektur Fukushima stammende Yoshino erklärte, dass auch sein Haus vom Tsunami 2011 getroffen worden war und er selbst als Betroffener der Tohoku-Katastrophen ein großes Verständnis für die Gefühle der übrigen Betroffenen habe.

Die Äußerungen seines Vorgängers Imamura nannte er „unerträglich“.  Unmittelbar nach seiner gestrigen Ernennung besuchte Minister Yoshino die vom Großbeben und Tsunami betroffenen Gebiete.

Menschen verschiedener sozialer Schichten aus der Region verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck, ein Politiker, der die tatsächlichen Zustände vor Ort aus erste Hand kenne, werde für eine bessere Wiederaufbaupolitik sorgen.

Zum wichtigen Punkt befragt, wie die Regierung auf die Bedürfnisse der so genannten „freiwillig Evakuierten“ eingehen werde, versicherte Yoshino, man werde weitere Unterstützung bieten, sollten sich die bisherigen Leistung als nicht ausreichend erweisen.

Ende März war die finanzielle Unterstützung für freiwillig Evakuierte ausgelaufen, was durch das Ende der Mietkostenübernahme erhebliche Belastungen für jene Menschen bedeutet, die vor der offiziellen Evakuierungsanordnung aus ihren Heimatorten geflohen waren.

Über die erste Pressekonferenz und die Forderungen nach mehr Realitätsbezug in den Planungen, berichteten zahlreiche japanische Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun, jiji, NHK und Präfekturmedien.

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