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Fukushima aktuell: Nachweis von Cäsium in der Bucht von Tokyo

Cäsium gelangte über Jahre hinweg in die Bucht von Tokyo

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Artikelbild - Bucht von Tokyo (Foto: Chad Kainz, cc-by)
Die Bucht von Tokyo (Foto: Chad Kainz, cc-by)

Gerade weil die Fukushima News diesmal nicht direkt die Präfektur betreffen, sondern der Schauplatz die Bucht von Tokyo ist, zeigt dies deutlich, dass die Krise am AKW Fukushima heute immer noch landesweit für Schlagzeilen sorgt.

Weitere Meldungen befassen sich mit dem kürzlichen Tod eines Kraftwerksarbeiters, sowie einem geplanten Besuch des Tenno in Fukushima. Die Einzelheiten gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Juni 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Cäsium gelangte fünf Jahre lang in die Bucht von Tokyo
  • Neue Angaben zum Tod des AKW-Arbeiters
  • Letzter Besuch des Tenno in der Präfektur Fukushima
 Cäsium gelangte fünf Jahre lang in die Bucht von Tokyo

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass über die Dauer von fünf Jahren nach den Kernschmelzen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, weiterhin radioaktives Cäsium in die Bucht von Tokyo gelangte.

Im August 2011 wies das Team von Hideo Yamazaki, der zuvor als Professor für Umweltanalysen tätig war, im Schlamm der Mündung des Kyu-Edogawa, Cäsiumkonzentrationen von 20.100 Becquerel pro Qudratmeter nach.

Im Juli 2016 wurden im gleichen Gebiet bis zu 104.000 Becquerel pro Quadratmeter festgestellt. Als Ursache hierfür gilt, dass sich das Cäsium des radioaktiven Niederschlags  zunächst am Oberlauf des Flusses angesammelt habe, etwa in der Präfektur Chiba.

Im Laufe der Zeit sei das Material dann dort ausgewaschen und in die Bucht geflossen, wo es sich schließlich in den dortigen Sedimenten abgelagert habe. Interessant sind diese Nachweise, wenn man sie in Bezug zu anderen Zahlen setzt.

Dann relativieren sie sich:

So lag der Maximalwert bei getrockneten Schlammproben umgerechnet bei 350 Becquerel pro Kilogramm und wäre damit sogar im umstrittenen Recycling-Programm für kontaminiertes Erdreich zulässig. Dort dürfen bis zu 8.000 Becquerel enthalten sein.

Auch wurde keine Belastung bei Fischen festgestellt, die den Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm überschritten hätte. Eine Gefährdung der Gesundheit bei Verbrauchern wird daher ausgeschlossen.

Über diese Zahlen berichtete die Asahi Shimbun.

Neue Angaben zum Tod des AKW-Arbeiters

Am Mittwoch war ein AKW-Arbeiter nach Schichtende verstorben. Zuvor hatte er sich erbrochen. Die Todesursache war bis zu diesem Zeitpunkt noch ebenso ungeklärt wie die Frage, ob ein kausaler Zusammenhang zu seiner Tätigkeit am AKW Fukushima besteht.

Heute veröffentliche TEPCO weitere Angaben zum Todesfall, der sich außerhalb des Kraftwerksgeländes ereignet hatte. Demnach habe der Angestellte eines Partnerunternehmens bereits eine medizinische Vorgeschichte aufgewiesen.

Da er sich bei seinem Einsatz am AKW Fukushima Daiichi keinerlei Verletzungen zugezogen hatte, geht der Kraftwerksbetreiber davon aus, dass kein direkter Zusammenhang zu seiner Tätigkeit am morgen des 6. Juni bestand.

Letzter Besuch des Tenno in der Präfektur Fukushima

Morgen beginnt ein dreitägiger Besuch des japanischen Kaiserpaars in der Präfektur Fukushima. Es wird der sechste und damit auch der letzte Besuch, bevor der Tenno den Thron verlässt und formell abdankt.

Im Rahmen der Reise, die in Koriyama beginnen wird, sollen in Minamisoma, Iwaki, Soma und Fukushima Stadt verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die jeweils Zeichen für den Wiederaufbau darstellen, besucht werden.

Aber auch ein Treffen mit Evakuierten der Tohoku-Katastrophen, sowie die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen sind im Programm vorgesehen. Über die Planung berichteten Präfekturmedien.