Start Aktuelles Fukushima aktuell: Nagel verursacht kleines Wasserleck

Fukushima aktuell: Nagel verursacht kleines Wasserleck

AKW-Betreiber TEPCO sieht keine Folgen für die Umwelt

1444
0
TEILEN
Artikelbild - Herbstblatt im Regen (Foto: ECP cc-by)
Radioaktiv belastetes Regenwasser gelangte am AKW Fukushima in den Boden (Symbolfto: ECP, cc-by)

Nach einigen Tagen ohne nennenswerte Ereignisse, gibt es aus der Präfektur Fukushima heute zusammenfassend mehrere Meldungen, die auch außerhalb Japans von Interesse sein könnten.

Die Einzelheiten der aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Dezember 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Leck an Leitung zum Regenwassertank am AKW Fukushima
  • Maßnahme zum Staubschutz bei Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1
  • Ex-NRA-Chef zieht nach Iitate
  • Alternatives Konzept für Lebensmittelsicherheit wird olympiarelevant
Leck an Leitung zum Regenwassertank am AKW Fukushima

Nachdem in der Vergangenheit die Meldungen über kleinere Wasserlecks fast zur Routine der Fukushima News gehörten, war in den vergangenen Monaten diesbezüglich deutlich weniger vom AKW Betreiber zu hören. Doch nun war es wieder soweit.

Am heutigen Donnerstag entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens gegen 13:55 Uhr (Ortszeit) im Lagertankbereich H9 den Austritt von Wasser an einer Leitung, die in den Sammeltank für Regenwasser führt.

Dabei wurde eine Wasserlache von 40 x 40 Zentimetern entdeckt. TEPCO leitete anschließend eine genauere Untersuchung und Maßnahmen ein.

Als Ursache erwies sich offenbar ein Nagel der im Schlauch steckte. Diese Stelle wurde durch Verklebung mit einem Abdichtband gesichert. Um 14:43 Uhr wurde der Austritt von Wasser offiziell für beendet erklärt.

Eine Analyse der Wasserprobe wies Cäsium-137 mit einem Wert von 1,1 Becquerel pro Liter nach. Bei Cäsium-134 lag die Belastung unter dem Nachweiswert. Die Konzentration so genannter Betastrahler beträgt etwa 107 Becquerel pro Liter.

Die Gesamtmenge beläuft sich zwar nur auf 0,9 Liter, allerdings liegt die Leckstelle außerhalb der Betonbarriere, die eine Ausbreitung von ausgelaufenen Substanzen in die Umwelt verhindern soll.

Nach Angaben von TEPCO befinden sich jedoch keinerlei Öffnungen oder Gräben in der Nähe, durch die das Wasser hinaus gelangen könnte. Daher habe der Zwischenfall auch keinen Einfluss auf die Umwelt. Über das Leck berichtete der AKW-Betreiber.

Maßnahme zum Staubschutz bei Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1

Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi am 19. Dezember bekannt gab, wurde am gleichen Tag im Rahmen von Demontagearbeiten am Schutzmantel von Reaktor 1, die Anbringung eines Windschutzzauns erfolgreich abgeschlossen.

Die Maßnahme soll die Verbreitung von radioaktiv belastetem Staub während der Entfernung von Teilen der Dachkonstruktion verhindern. Über den jüngsten Schritt berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Ex-NRA-Chef zieht nach Iitate

Der frühere Leiter der Atomaufsichtsbehörde, Shunichi Tanaka, der aus der Präfektur Fukushima stammt, hat seinen Wohnsitz nun in die einstige Sperrgebietsgemeinde Iitate verlegt. Dieser Wunsch bestand bereits während seiner mehrjährigen Zeit im Amt.

Tanaka gehörte zu Mitarbeitern an ersten Modellversuchen zur Dekontamination an einem Privathaus der Gemeinde und blieb auch nach seinem Amtsantritt 2012 weiter mit dem Besitzer des Hauses, sowie weiteren Bürgern von Iitate in Kontakt.

Die Regierung bemüht sich zumindest in gewissem Umfang um die Gemeinde. So soll hier ein Stützpunkt zum Wiederaufbau entstehen und das radioaktiv belastete Erdreich aus den Dekontaminationarbeiten in Bauprojekten wiederverwendet werden.

Für Tanaka selbst ist es auch die Erfüllung des Wunsches, in einer ländlicheren Umgebung wohnen zu können, während die Gemeinde auf einen positiven Impuls für künftige Rückkehrer und Wiederaufbau hofft.

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen in mehreren Organisationen wie der japanischen Atomenergievereinigung AESJ, kommt dem einstigen NRA-Vorsitzenden die Rolle eines Beraters für den Wiederaufbau zu. Das berichten Präfekturmedien.

Alternatives Konzept für Lebensmittelsicherheit wird olympiarelevant

Nach anfänglichen Vorbehalten scheint das neu eingeführte System zur Zertifizierung von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima nun mehr Befürworter zu finden und es wird erwartet, dass man bis Ende des Fiskaljahrs ein neuer Rekord der Zertifizierungen erreicht.

Nachdem die Prüfung jeder einzelnen Lieferung durch Strahlungskontrollen als zu aufwändig und teuer angesehen wurde und die ökonomische Wiederbelebung der Region behindere, war die Einführung des GAP-Konzeptes beschlossen worden.

Die international genutzte „Gute landwirtschaftliche Praxis“ (GAP) soll gleichermaßen Lebensmittelsicherheit, als auch Umwelt- und Tierschutz, sowie  Nachhaltigkeit, basierend auf den vorhandenen Erkenntnissen, ermöglichen.

In Japan sind in diesem Zusammenhang neben der internationalen Zertifizierung „Global GAP“ und der „Asia GAP“ sowohl die nationale Zertifizierung (JGAP) als auch die Zertifizierung der Präfektur Fukushima (FGAP) von Bedeutung.

Sollte der Trend anhalten, werden bis zum Ende des Fiskaljahrs insgesamt 65 Zertifizierungen erfolgen. Damit wird die Zahl von gerade einmal zehn Anmeldungen im vergangenen Jahr um das sechsfache überschritten.

Bedeutung

Die Zertifizierung im Rahmen des GAP-Systems ist von großer Bedeutung, da nur entsprechend ausgewiesene Lebensmittel im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 als Zutaten für Speisen von Sportlern zugelassen werden.

Um den regionalen Wiederaufbau der Präfektur zu fördern, will man ab Mai eine Art Wettbewerbssituation schaffen und 141 externe Zertifikate und 220 FGAP-Zertifizierungen erreichen.

In einem kleinen Handbuch werden die Voraussetzungen, Prüfungen und die Vorteile die damit verbunden sind, erklärt. Das präfektureigene FGAP betrifft Reis, Weizen, Sojabohnen bzw. Buchweizen, Gemüse, Obstbäume und Pilze. Die Tests sind gebührenfrei.

Über die aktuellen Entwicklungen berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Kalender 2018

Das neue Jahr naht – und pünktlich hierzu bietet das „This is Fukushima“-Projekt mit einem aktuellen Kalender neue Einblicke in die Gegenwart der Präfektur. Das Freiwilligenprojekt will die Präfektur Fukushima so zeigen, wie sie wirklich ist – abseits jeder Panikmache.

Spreadnews.de ist es erneut gelungen, sich einige Exemplare zu sichern und so möchten wir auch in diesem Jahr die besonders aufmerksamen Leser mit einer kostenlosen Zusendung des limitierten Kalenders belohnen.

Eine E-Mail mit dem Betreff „Fukushima-Kalender 2018“ an jp@spreadnews.de und der Anschrift des Empfängers genügt.

Die Daten werden nur für den Versand benötigt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Versand gelöscht. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung, oder Auslandsversand sind nicht möglich. Angebot nur so lange der Vorrat reicht.