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Fukushima aktuell: Nationalstraße durch Sperrgebiet unter Auflagen freigegeben

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Artikelbild - Kontrollen in der Präf. Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Kontrollen in der Präf. Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Mit der am Wochenende erfolgten Wiedereröffnung eines Straßenabschnitts im Sperrgebiet, gibt es aus der Präfektur Fukushima heute positives zu berichten. Nach Meldung von TEPCO verlief zudem eine weitere Verklappung erfolgreich. Diese und weitere Themen im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. September 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Straße durch AKW-Sperrgebiet wiedereröffnet
  • Einschätzung zu Brennelementen in Reaktor 1
  • Grundwasserverklappungen gehen weiter

Straße durch AKW-Sperrgebiet wiedereröffnet: Die Regierung gab am Sonntag nach Mitternacht, ein seit der Fukushima-Katastrophe gesperrte Teilstück der Nationalstraße 6 wieder für den Verkehr mit vierrädrigen Fahrzeugen  frei.

Die 14 Kilometer lange Passage verläuft innerhalb des Sperrgebiets, auch durch die evakuierten Ortschaften Tomioka und Futaba. Lediglich Fahrzeugen mit Sondererlaubnis war ein Durchqueren der Ortschaften erlaubt. Hierzu zählten etwa auch die Kamerawagen des Internetkonzerns Google, so dass Google Streetview den Blick in die Geisterstädte ermöglicht.

Möglich wird die Öffnung der Passage durch die umfangreichen  Reparaturen und Dekontaminationsmaßnahmen. Wie das Umweltministerium bekannt gab, beträgt die Strahlungsbelastung auf einer 42 Kilometer langen Strecke durch das Sperrgebiet bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h lediglich 1,2 Mikrosievert und führt nur zu sehr geringen Mengen an radioaktivem Material am Fahrzeug.

Messungen der Umgebungsradioaktivität an der neu freigegebenen Strecke ergaben eine durchschnittliche Belastung von 3,5 Mikrosievert und eine Maximalbelastung von 14,7 Mikrosievert pro Stunde, so dass diese Bereiche immer noch Einschränkungen unterliegen.

So darf der Fahrer das Auto auf diesem Streckenabschnitt nicht verlassen und auch für zweirädrige Fahrzeuge, sowie Fußgänger ist die Nutzung der Straße dort weiterhin untersagt.

Dennoch hofft man, dass die verbesserten logistischen Möglichkeiten für den Warentransport und die erleichterten Reiseumstände zur Wiederbelebung der gesamten Region beitragen werden. Angesichts der bereits stattgefundenen Einbrüche und Plünderungen im Sperrgebiet gibt es jedoch auch Bedenken über vermehrte Kriminalität.

Dieser Besorgnis sollen neben der bereits geplanten Kameraüberwachung der Gemeinden, nun von der Regierung auch die Absperrung von  Übergängen zwischen der Nationalstraße und kleineren Straßen verbessert werden. Über die eingeschränkte Fahrzeugfreigabe berichteten zahlreiche japanische Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK.

Einschätzung zu Brennelementen in Reaktor 1: Bei einem Treffen der Japanischen Atomenergiegesellschaft (AESJ) in Kyoto, veröffentlichte das Internationale Forschungsinstitut zur Stilllegung von Atomanlagen (IRID) ihre Einschätzung zur Situation von Fukushima-Reaktor 1.

Bei dem Treffen, das am Mittwoch vergangener Woche bekannt gegeben worden war, äußerte die IRID die Ansicht, dass die Masse aus geschmolzenen Brennelementen (Corium) bereits den Hauptsicherheitsbehälter (PCV) erreicht habe. Dort könnte es zur Beschädigung des Betonfundaments gekommen sein, da es eine Schwachstelle durch Rohrverlauf gebe und die Masse sich am Boden ausgebreitet haben könnte. Dies würde die bislang geplante Vorgehensweise für Bergung und Stilllegung deutlich erschweren.

Ein vergleichbares Risiko bei den Reaktoren 2 und 3 wird als gering angesehen. Über das Treffen berichteten auch Präfekturmedien.

Grundwasserverklappungen gehen weiter: Am Samstag führte Kraftwerksbetreiber TEPCO zwischen 9:56 Uhr und 16:06 Uhr eine weitere Verklappung von Grundwasser durch. Dabei wurden 1.526 Tonnen Wasser in den Pazifik eingeleitet. Die Maßnahme wird regelmäßig durchgeführt und das Unternehmen erhofft sich davon positive Effekte zur Bewältigung der Wasserprobleme.

 

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