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Fukushima aktuell: Neue Einzelheiten zum Wasserleck bekannt gegeben

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Artikelbild - AKW Fukushima: Leckstelle am 23. März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle am 23. März 2016 (Foto: TEPCO)

Das gestern gemeldete Leck bleibt in den Fukushima News, denn wie der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gab, gibt es neue Erkenntnisse über die Umstände des radioaktiven Wasserlecks.

Die Einzelheiten, sowie Meldungen zu Evakuierung, einem Katastrophensimulator und der Untersuchung von TEPCO-Versäumnissen gibt es nun, im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Leck umfasste mehr als fünf Tonnen radioaktives Wasser
  • Iitate gibt Zeitrahmen für Evakuierungsaufhebung bekannt
  • NRA zeigt Katastrophensimulator für Schulungen
  • Erste Ausschusssitzung zum Kernschmelzen-Management

Leck umfasste mehr als fünf Tonnen radioaktives Wasser: Gestern berichteten wir über die hohen Strahlungswerte während eines Wasserlecks im Gebäude der Cäsiumfilteranlage auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi.

Jetzt gibt es neue Einzelheiten. So machte TEPCO mittlerweile Angaben zur Menge des Wassers. Demnach sind etwa 5,3 Tonnen an radioaktivem Wasser ausgetreten.

Die genaue Ursache ist erstaunlicherweise noch unklar. Bei zuvor durchgeführten Arbeiten sei die Leitung innerhalb des Gebäudes abgetrennt worden. Als in einem andere Gebäude eine Filteranlage in Betrieb genommen wurde, kam es an der Schnittstelle zum Wasseraustritt.

AKW Fukushima: Ventil des Wasserlecks am 23. März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ventil des Wasserlecks am 23. März 2016 (Foto: TEPCO)

Allerdings hätten die Arbeiter sichergestellt, dass das betreffende Sicherheitsventil geschlossen gewesen sei, so dass es eigentlich nicht zum Leck hätte kommen können. Daher untersuche man die Umstände weiterhin.

Der Kraftwerksbetreiber betonte erneut, das Wasser mit einer Cäsiumkonzentration von insgesamt 383.000 Becquerel pro Liter und Betastrahlern in Höhe von 480.000 Becquerel sei nicht aus dem Gebäude hinausgelangt und werde in Behälter abgepumpt.

Neben TEPCO, das eine Bildaufnahme der Leckstelle veröffentlichte, berichtete nun auch die Asahi Shimbun über den Zwischenfall.

Iitate gibt Zeitrahmen für Evakuierungsaufhebung bekannt: Gestern gab die Verwaltung der Ortschaft Iitate bei einem Treffen in der Stadt Fukushima bekannt, einen Zeitplan für die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für die Gemeinde zu haben.

Demnach habe man den Plan der Regierung, den Sonderstatus Ende März 2017 aufzuheben, akzeptiert. Ausgenommen davon sind lediglich Gebiete, die im Rahmen des Drei-Zonen-Modells als langfristig unbewohnbar eingestuft wurden.

Im April 2018 sollen auch Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen wieder in Betrieb genommen werden. Allerdings ist den örtlichen Verantwortlichen die Freiwilligkeit potentieller Rückkehrer wichtig. Daher werden Gespräche mit evakuierten Einwohnern über das Datum geführt.

Als besonders wichtig gilt, nach der Freigabe die Versorgung von Rückkehrern durch die Wiedereröffnung von Geschäften mit Produkten des täglichen Bedarfs sicherzustellen.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Dekontaminationsmaßnahmen durch das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF) abgeschlossen sein. Die Landwirtschaft war vor den Ereignissen vom März 2011 das wichtigste Standbein der Gemeinde.

Über diese Pläne berichteten Präfekturmedien.

NRA zeigt Katastrophensimulator für Schulungen: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA ermöglichte Medienvertretern den Zutritt zu einem neuen Ausbildungszentrum, an dem Krisensituationen in Kernkraftwerken geübt werden.

Die Trainingseinrichtung wurde im vergangenen Monat fertiggestellt. Kernstück ist ein Katastrophensimulator, an dem sich das richtige Verhalten im Ernstfall üben lässt.

Der Simulator ist dem Hauptkontrollraum eines Kernkraftwerks nachgebildet, so dass ein möglichst realitätsnahes Training der Beschäftigten möglich ist. Auf insgesamt 69 Wandmonitoren können Reaktordaten zu Druck und Temperatur, sowie Alarmmeldungen dargestellt werden.

Neben Kommunikationspannen zwischen TEPCO und verschiedenen Regierungsstellen war auch die geringe fachliche Kompetenz der damaligen Verantwortlichen ein Teil der Defizite, die bei der Aufarbeitung entdeckt wurden.

Ab kommenden Monat sollen drei Experten mit Erfahrung in der Kraftwerksleitung die Angestellten im Krisenmanagment schulen, so dass im Fall einer Kraftwerkskatastrophe die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Über die neue Maßnahme berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Erste Ausschusssitzung zum Kernschmelzen-Management: Ein von TEPCO eingesetzter Ausschuss aus unabhängigen Experten, begann heute seine erste Sitzung zur Kriseneinschätzung durch den Kraftwerksbetreiber.

Ziel ist es, den Entscheidungsfindungsprozess zu verstehen, der beim Unternehmen zur Einstufung von Kernschmelzen während der Fukushima-Krise Anwendung fand und weshalb vorhandene Mittel nicht genutzt wurden.

TEPCO hatte im Februar die Existenz von Notfallrichtlinien eingestehen müssen, in denen genaue Definitionen für den Zustand einer Kernschmelze festgelegt waren.

Obwohl somit eine Richtlinie vorlag, vermied TEPCO den Begriff während der Akutphase der Krise und räumte erst zwei Monate später die Kernschmelzen an mehreren Reaktoren ein.

Bislang konnte das Unternehmen noch nicht schlüssig erklären, weshalb die vorhandenen Richtlinien keine Anwendung gefunden hatten, sondern offenbar den Verantwortlichen sogar unbekannt gewesen sein sollen – ganz so, als habe man die Existenz des Notfallhandbuchs vergessen.

Es fehlten noch wesentliche Informationen, um ein plausibles Bild zusammenfügen zu können, hieß es. Über die Sitzung berichtete die Kyodo.

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