Fukushima aktuell: Neue Erkenntnisse zu geschmolzenen Brennelementen

Fukushima aktuell: Neue Erkenntnisse zu geschmolzenen Brennelementen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Durch die geschmolzenen Brennelemente kommt das AKW Fukushima heute wieder in die Schlagzeilen – offenbaren neue Berechnungen doch relevante Informationen.

Die übrigen Fukushima News betreffen unter anderem eine Klage gegen den Kraftwerksbetreiber TEPCO und die Aufarbeitung der Tohoku-Katastrophen. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Berechnungen zu geschmolzenen Brennelementen in Fukushima-Reaktoren
  • Entschädigungsklage wegen Suizid eingereicht
  • Suche nach Tohoku-Katastrophenopfern
  • TEPCO entschuldigt sich für Stromausfall in Tokyo
Berechnungen zu geschmolzenen Brennelementen in Fukushima-Reaktoren

Das internationale Forschungsinstitut zur Stilllegung von Atomanlagen (IRID) legte heute Daten zu den geschmolzenen Brennelementen vor, die im Zuge der Kernschmelze am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in den Reaktoren 1-3 verblieben waren.

Demnach habe man Gewicht und Zusammensetzung des zusammengeschmolzenen Materials anhand von Computerberechnungen analysiert. So kommen die Experten der IRID auf eine Gesamtmenge von 880 Tonnen.

Zusätzlich zum Ursprungsgewicht von 257 Tonnen kommt die Belastung durch mittlerweile in der Masse enthaltenen Betontrümmer und Stahlstreben, so dass der Gesamtwerte das dreifache dessen beträgt, was die Brennelemente allein wiegen würden.

In den Reaktoren 1 und 3 machen Brennelemente und Stahl jeweils 30 Prozent der Gesamtmenge aus. Die übrigen Prozent sind durch den Beton bedingt. In Reaktor 2 besteht das Verhältnis von 70 Prozent Brennelemente und Stahl, während der Betonanteil bei 30 Prozent liegt.

Die Erkenntnisse sind nach Angaben der IRID wertvoll für die Entwicklung von Robotern Arbeitsgerät zur Zerkleinerung und Bergung der Trümmer. Ein Robotereinsatz an Reaktor 2 ist für den Winter geplant.

Über die Erkenntnisse und Pläne berichteten Präfekturmedien.

Entschädigungsklage wegen Suizid eingereicht

Zwei Familienangehörige einer 80 Jahre alten Frau aus Iitate, die sich im März 2013 selbst das Leben nahmen, wollen vor einem Gericht in Fukushima  gegen den Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi klagen.

Sie machen das Unternehmen für den Tod der Frau verantwortlich und fordern eine Entschädigung in Höhe von 62 Millionen Yen.

Der Anwalt argumentiert, ihr psychischer Zustand habe sich nach der Evakuierung aus dem Heimatort und der Unterbringung in einer Notunterkunft im April 2011 verschlechtert und sei nach dem Tod ihres Ehemanns im August 2012 zunehmend kritisch geworden.

Hatte sie bereits zuvor Zeichen einer beginnenden Depression gezeigt, verbrachte sie nun viel Zeit vor dem Hausaltar und äußerte den Wunsch, bald ihrem Mann zu folgen, bevor sie sich am 26. März 2013 das Leben nahm.

Das Elektrizitätsunternehmen wollte sich zu diesen Informationen nicht äußern. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

So hatte TEPCO in einem anderen Fall nach dem Urteil im August 2014 auf einen Einspruch verzichtet und im September des gleichen Jahres der Zahlung einer Suizid-Entschädigung in Höhe von 49 Millionen Yen bereit erklärt.

Suche nach Tohoku-Katastrophenopfern

Fünf Jahre und sieben Monate nach dem verheerenden Großeben und Tsunami führten Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr Futaba eine Suche nach Überresten von Katastrophenopfern in einem Bezirk von Namie durch.

Bei der Suche kamen neben schwerem Gerät auch Schaufeln und Metalldetektoren zum Einsatz. Bei einer gleichzeitig laufenden Suche wurde in Okuma, an der Mündung des Kumagawa ein Zahn entdeckt.

Nun wird die Polizei anhand einer DNA-Analyse versuchen, die Identität des Opfers zu klären. Für viele Menschen sind diese Suchaktionen wichtig, um einen Beleg für das Schicksal vermisster Familienmitglieder und Freunde zu haben.

Suchaktionen wie diese finden am 11. des Monats statt. Über die Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

TEPCO entschuldigt sich für Stromausfall in Tokyo

Das Elektrizitätsunternehmen Tokyo Electric Power (TEPCO) entschuldigte sich bei seinen Kunden für den Stromausfall, der am Nachmittag 350.000 Haushalte in Tokyo betraf und zu Störungen im Zugverkehr führte.

Ursache ist nach Angaben des Unternehmens ein Brand an unterirdischen Kabeln in einer Anlage der Präfektur Saitama. Der Zwischenfall hat somit keinen Bezug zu den Kernkraftwerken in der Präfektur Fukushima.

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