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Fukushima aktuell: Neue Evakuierungskonzepte in Arbeit

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Artikelbild - Versorgungsgüter am 15. März 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Katastrophenhilfe in Japan: Verteilung von Versorgungsgütern am 15. März 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Erkenntnisse aus den Ereignissen vom März 2011 müssen in Fukushima heute genau so Konsequenzen auf das Katastrophenmanagement haben, wie in anderen Landesteilen – das ist auch die Botschaft der heutigen Fukushima News.

Weitere Themen die aus Japan aktuell gemeldet werden, betreffen die Information der Bevölkerung und die Haltung der Evakuierten zur Aussicht auf Rückkehr. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Neue Evakuierungspläne für Menschen mit Behinderung vorgesehen
  • Kampagne für zuverlässige Strahlungsdaten geplant
  • Rückkehrwille bei einigen Evakuierten sinkt
Neue Evakuierungspläne für Menschen mit Behinderung vorgesehen

Am heutigen Mittwoch traf die Atombehörde NRA auf einem ihrer Treffen eine Entscheidung über die Evakuierungsmaßnahmen für Senioren und Personen mit Behinderungen während eines AKW-Störfalls.

Demnach einigte man sich darauf, die Evakuierung dieser Personengruppen zu verzögern, sofern sie innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius um die betroffene Anlage wohnen bzw. dort betreut werden.

Hintergrund der Entscheidung ist die unverhältnismäßige Evakuierung von Senioren und Kranken mit hohem Pflegebedarf während der Ereignisse am AKW Fukushima Daiichi im März 2011 und die daraus resultierenden Folgen.

Nach der Evakuierung waren Personen dieser Risikogruppen gestorben, nachdem sie in Notunterkünften, wie etwa Sporthallen untergebracht wurden, wo medizinische Versorgung fehlte und die äußeren Umstände eine erhebliche Belastung darstellten,

Senioren und Personen mit Handicaps in festen Gebäuden und unter Aufsicht ihres Pflegepersonals zu belassen, sei demnach die bessere Alternative, wenn es um das Risiko des radioaktiven Niederschlags gehe.

Diese Vorgaben müssen jetzt noch in den gegenwärtigen Katastrophenplänen der Gemeinden verankert werden, denn vielfach ist die Evakuierung immer noch als Mittel der Wahl vorgesehen.

Über die Entscheidung berichteten Präfekturmedien.

In der Vergangenheit hatten so genannte „Todesfälle mit Katastrophenbezug“ unter anderem auch zur Zahlung von Entschädigungen durch den AKW-Betreiber TEPCO an Hinterbliebene der Opfer geführt.

Kampagne für zuverlässige Strahlungsdaten geplant

Im Rahmen eines Interviews erklärte Japans Minister für Wiederaufbau seine Absicht, eine große, öffentlich-private Kampagne zu starten, mit der es Menschen möglich sein soll, korrekte Daten über Strahlungswerte zu teilen.

Da immer noch Fehlinformationen und Misstrauen im Bezug auf Produkte aus Landwirtschaft, Forsten und Fischerei bestehen, und die Mobbing-Fälle gegen Kinder auch die sozialen Folgen zeigen, sei eine korrekte Information von besondere Bedeutung.

Über die Pläne von Minister Masahiro Imamura berichtete die jiji.

Rückkehrwille bei einigen Evakuierten sinkt

Wie aus der jährlichen Umfrage mehrerer Regierungsstellen hervorgeht, sinkt der Wunsch nach Rückkehr bei den Evakuierten weiterhin. Die jetzt vorgelegten Zahlen betreffen das Fiskaljahr 2016 und erstrecken sich auf fünf Gemeinden.

Demnach ist eine Ablehnung einer möglichen Rückkehr bei den Befragten aus Futaba (62,3 Prozent), Tomioka (57,6 Prozent), Namie (52,6 Prozent), sowie Kawamata (31,1 Prozent) und Iitate (30,8 Prozent) stark verbreitet.

Insbesondere Menschen unter 40 wollen nicht mehr zurück und geben sowohl Bedenken im Bezug auf die Lebensqualität und Gesundheitsversorgung, als auch die Schaffung einer neuen Lebensgrundlage in anderen Gemeinden an.

Die Behörde für Wiederaufbau verspricht zwar Arbeitsplätze und angenehme Lebensumstände in den einstigen Wohnorten – der Trend spricht jedoch eine deutliche Sprache. Über die aktuellen Zahlen berichtete die NHK.

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