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Fukushima aktuell: Neue Filteranlage gestartet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Adsorptionstürme für Cäsium und Strontium am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Adsorptionstürme für Cäsium und Strontium am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Erstmals seit Beginn des neuen Jahres gibt es vom Betreiber des AKW Fukushima, heute genauere Informationen zur Situation an der Kraftwerksanlage und tatsächlich melden die Fukushima News neue Entwicklungen. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Start der neuen Umkehrosmose-Anlage für konzentrierte Abwässer
  • AKW-Arbeiter erleidet Nackenverletzung
  • Algenartige Ablagerungen behindern Grundwasserpumpen
  • Anstieg bei Grundwasserwerten
  • Fukushima-Klage gegen neun weitere Personen
  • 3/11 soll Gedenktag werden

Start der neuen Umkehrosmose-Anlage für konzentrierte Abwässer: Kraftwerksbetreiber TEPCO gab heute den Start einer neuen Filteranlage bekannt. Die Anlage habe bereits am Samstag den Betrieb aufgenommen und sei in der Lage, täglich zwischen 500 und 900 Kubikmeter an Wasser zu  verarbeiten.

AKW Fukushima: Vorfilterung der neuen Anlage am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorfilterung der neuen Anlage am 13. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Durch den Einsatz des Systems, zu dem Einheiten zur gleichzeitigen Filterung von Cäsium und Strontium gehören, sei eine Reduzierung der Strontiumkonzentration auf ein Hundertstel bis Tausendstel des Ausgangswerts möglich.

TEPCO begleitet die Bekanntgabe mit fotografischen Aufnahmen. Diese zeigen sowohl eine Einheit zur Vorbehandlung des Wassers, als auch die Adsorptionstürme zur Ausfilterung von Cäsium und Strontium. Über die aktuellen Entwicklungen berichtete das Betreiberunternehmen.

AKW-Arbeiter erleidet Nackenverletzung: Am heutigen Dienstag wurde ein Kraftwerksarbeiter in eine Klinik eingeliefert. Zuvor hatte der Angestellte, der mit Arbeiten im Bereich von Reaktor 2 beschäftigt war, beim Anheben einer Stahlplatte im Nackenbereich getroffen worden und über Kopfschmerzen geklagt.

Der Kraftwerksbeschäftigte sei jedoch bei Bewusstsein und auch in der Lage selbstständig zu gehen. Dennoch wurde der Abtransport durch einen Krankenwagen angeordnet. Über den Zwischenfall berichtete TEPCO.

Algenartige Ablagerungen behindern Grundwasserpumpen: Fremdmaterial wie etwa Ablagerungen durch metalloxidierende Bakterien, behinderten den Betrieb an den Grundwasserbrunnen 11 und 10. Ein Stopp der Anlagen für Reinigungsarbeiten wurde erforderlich.

Derartige Behinderungen durch algenartiges Material sind nicht neu, werden von TEPCO jedoch als natürliche Entwicklung bei diesen Arbeiten angesehen.

Anstieg bei Grundwasserwerten: In den Messwerten der Wasserproben vom 12. Januar an Grundwasserposten 1-12, wurden höhere Konzentrationen an Cäsium und Kobalt nachgewiesen, als bei den zuvor gemachten Untersuchungen.

So lagen die Werte vom gestrigen Montag im Fall von Cäsium-134 bei 140 Becquerel pro Liter (zuvor 2,8 Becquerel). Auch die Konzentration von Cäsium-137 war mit 470 Becquerel pro Liter höher (zuvor 7,8 Becquerel). Cobalt-60 wurde in Höhe von 1,9 Becquerel pro Liter nachgewiesen (zuvor unter dem Nachweiswert).

Die Gesamtkonzentration der Betastrahler betrug 15.000 Becquerel pro Liter (zuvor 260 Becquerel). An übrigen Kontrollposten wurden keine signifikanten Änderungen festgestellt. Über die gestiegenen Werte berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Fukushima-Klage gegen neun weitere Personen: Am heutigen Dienstag legten 14 Personen, darunter Mitglieder einer Bürgerorganisation der Präfektur Fukushima, vor einem Gericht in Tokyo Klagen gegen neun weitere Verantwortliche von Regierung und Kraftwerksbetreiber ein.

Die Kläger werfen drei Beauftragten für die Reduzierung von Tsunami-Schäden des Elektrizitätsanbieters TEPCO und vier früheren Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten Sicherheitsbehörde NISA vor, durch Nachlässigkeit zum Tod und Verletzung vieler Menschen beigetragen zu haben.

Die Beklagten hätten die Sicherheit der Reaktoranlage unterschätzt, da sie nicht in Erwägung gezogen hätten, dass auch Tsunami über dem wahrscheinlichen Maximalwert dort auftreten könnten. Dies stelle einen Verstoß gegen die Sorgfaltpflicht dar.

Nachdem 2013 eine ähnliche Klage der Bürgerrechtsgruppe gegen Verantwortliche bei TEPCO zunächst abgelehnt worden war, kam ein Untersuchungsausschuss im vergangenen Jahr zu dem Schluss, zumindest gegen drei Personen, darunter der frühere Unternehmensvorsitzende Tsunehisa Katsumata, sei eine Klage zulässig.

Die neue Klageeinreichung stellt eine Reaktion auf die erweiterte Veröffentlichung der Befragungsprotokolle damaliger Verantwortlicher dar.

Neben diesen neun Beklagten wurden auch zwei weitere Personen beklagt, deren Identität jedoch unbekannt ist. Es soll sich um ein früheres Mitglied der aufgelösten Atomsicherheitskomission (NSC) und eine Person aus dem Verband der japanischen Energierzeuger (FECJ) handeln. Über die Klagen berichteten jiji und NHK.

3/11 soll Gedenktag werden: Mitglieder der regierenden Liberaldemokratischen Partei Japans (LDP) planen die Einreichung eines Gesetzesentwurfs, durch den der 11. März zu einem nationalen Gedenktag für die Opfer der Tohoku-Katastrophen 2011 erklärt werden soll.

Gedenklicht für die Opfer mit "Kizuna"-Kanji 2012 (Foto: reishi-san cc-by)
Gedenklicht für die Opfer mit „Kizuna“-Kanji 2012 (Foto: reishi-san cc-by)

Geht es nach dem Willen des früheren Umweltministers Shunichi Suzuki und Politikern, die in den betroffenen Regionen gewählt worden waren, soll das Gesetz nach vor dem diesjährigen Jahrestag in Kraft treten.

Durch die Neuregelung wäre die Regierung in Tokyo, sowie die untergeordneten Verwaltungen von Präfekturen und Gemeinden, zur Abhaltung von Gedenkveranstaltungen angehalten und Verbesserung von Katastrophenschutzmaßnahmen vorgesehen.Von der neuen gesetzlichen Regelung erhoffe man sich eine Beschleunigung des Wiederaufbaus.

Andere Gedenktage für die Opfer von Naturkatastrophen existieren bereits. Hierzu zählen der 1. September (Kanto-Erdbeben 1923) und der 17. Januar (Kobe-Erdbeben 1995). Über die Forderung, den „3/11“ zum Gedenktag zu machen, berichtete die NHK.

Etwa Hälfte der Fukushima-Arbeiter haben Ängste: Eine anonyme Befragung von Beschäftigten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ergab, dass etwa die Hälfte von ihnen Angst vor der Arbeit auf dem Gelände haben. Die Umfrage  erfolgte zwischen August und September 2014 und betraf ausschließlich 6567 Arbeiter, die nicht beim Betreiber angestellt sind. Insgesamt 4.587 gültige Antworten (69,8 Prozent) gingen ein.

Demnach haben 43,7 Prozent  der Arbeiter Angst bei ihrer Arbeit. Als Hauptgrund wurde von 69,1 Prozent die Sorge vor gesundheitlichen Folgen genannt. Auch im Bezug auf die Familie ist die Besorgnis mit 55,1 Prozent im mittleren Bereich anzusiedeln. Die Angst vor Strahlungsfolgen war mit 87,8 Prozent am Höchsten. Über die Zahlen berichteten Präfekturmedien.

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