Start Aktuelles Fukushima aktuell: Neue Informationen über gesundheitliche Folgen der AKW-Krise

Fukushima aktuell: Neue Informationen über gesundheitliche Folgen der AKW-Krise

Zahl psychischer Erkrankungen weiterhin über dem Durchschnitt - Neue Krebsfälle bestätigt

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Artikelbild - Medizin, Thermometer, Medikamente, Tabletten (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Neue Umfrage zur Gesundheit der Bevölkerung (Grafik: pd)

Auch mehr als sieben Jahre nach der AKW-Krise sind die körperlichen und geistigen Folgen der Ereignisse in Fukushima heute nach wie vor Objekt von wissenschaftlichen Forschungen und statistischen Erhebungen.

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News bieten einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen. Sie finden sich, wie üblich, im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Juni 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs bestätigt
  • Zahl der Einwohner mit Risiko psychischer Erkrankungen gesunken
Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs bestätigt

Im Rahmen des gestern vorgelegten Gesundheitsberichts der Präfektur und der medizinischen Universität Fukushima, wurden in der jüngsten Untersuchungsreihe weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bestätigt.

Demnach gibt es neun neue Fälle, sowie 12 Verdachtsfälle. Die Gesamtzahl seit Beginn der Untersuchungsreihen liegt bei 162 bestätigten Erkrankungen (bei einem weiteren wurde ein gutartiger Tumor festgestellt) und 36 Verdachtsfälle.

Die Untersuchungen betreffen 380.000 Personen, die zum Zeitpunkt der AKW-Katastrophe unter 18 Jahre alt waren. Bislang fanden drei Untersuchungsreihen mit Schilddrüsenkontrollen statt. Die vierte begann im Mai dieses Jahres.

Im Rahmen eines Unterstützungsprojekts übernimmt die Präfektur bei Betroffenen zudem die Kosten für Operationen und andere Behandlungen – selbst wenn sie über 19 Jahre alt waren, oder außerhalb der Präfektur leben. Dies sei laut neusten Erhebungen in 313 Fällen für 233 Personen der Fall gewesen.

Über diese Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Bereits gestern berichteten wir an dieser Stelle über die weiterhin bestehende Angst vor Folgeschäden der Radioaktivität bei Kindern und Enkelkindern, die im Rahmen der Umfragen ermittelt worden war.

Zahl der Einwohner mit Risiko psychischer Erkrankungen gesunken

Der am gestrigen Montag veröffentlichte Bericht zur psychischen Gesundheit und den Lebensverhältnissen in der Präfektur Fukushima, kommt im Bezug auf psychische Erkrankungen zu einem grundsätzlich positiven Fazit – jedoch mit Abstrichen.

So sei der Prozentsatz von Personen, bei denen das Risiko von Depressionen oder Angststörungen bestehen könnte von 7,8 Prozent im Fiskaljahr 2011 auf nunmehr 6,8 Prozent zurückgegangen – doch sollte nicht über die Schattenseiten hinwegtäuschen.

Denn mit 6,8 Prozent ist die Risikogruppe der Einwohner im Vergleich zur Durchschnittsrate in der japanischen Bevölkerung (3 Prozent) immer noch mehr als doppelt so groß.

Nach Geschlechtern getrennt, liegt das Risiko bei Frauen mit 7,2 Prozent etwas höher, als bei Männern (6,4 Prozent) und einstige Bewohner, die nun außerhalb der Präfektur leben, haben mit 9,4 Prozent einen größeren Risikoanteil, als Einwohner (6,4 Prozent).

Auch bei den Kindern ist in allen Altersgruppen von vier bis 15 Jahren ein allgemeiner Rückgang zu verzeichnen. Mit einem Risikoanteil von bis zu 12,6 Prozent liegen aber auch Kinder über dem Durchschnitt in nicht betroffenen Gebieten (9,5 Prozent).

Nach diesen Ergebnissen wurde dann die Frage laut, wie sich insbesondere bei den Kindern die Risikogruppe weiter verkleinern lässt – etwa durch persönliche Gespräche und die Zusammenarbeit mit Schulen.

Für die Umfrage waren etwa 210.000 Personen in 13 Gemeinden kontaktiert worden. Die Rate gültiger Antworten lag bei 20,4 Prozent. Über die aktuellen Erhebungen berichteten Präfekturmedien.