Fukushima aktuell: Neue Keramik könnte alte Abwasserprobleme lösen

Fukushima aktuell: Neue Keramik könnte alte Abwasserprobleme lösen

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Artikelbild: Kontrollgang in einem Lagertankbereich (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertanks bleiben ein Sicherheitsrisiko (Symbolfoto: TEPCO)

Die Folgen der AKW-Katastrophe sind in Fukushima heute noch präsent, was sowohl zu anhaltenden Problemen, als auch zu neuen Lösungsansätzen führt. Beide sind als Teil der Fukushima News in Japan aktuell von Interesse und finden sich daher auch im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Mai 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Neue Keramik für Bewältigung radioaktiver Abwässer entwickelt
  • Wasserleck bei Fahrzeugreinigung
  • Verbrennungsanlage für Tierkadaver geplant
  • Vertrauliche Gespräche zu Endlagerung

Neue Keramik für Bewältigung radioaktiver Abwässer entwickelt: Japan wird gerne als Beispiel für eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne herangezogen.

Nun könnten auch im Fall des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi traditionelle Kenntnisse zur Bewältigung eines aktuellen Problems beitragen.

Mit dem Unternehmen Mizutani Shoten aus Yokaichi (Präf. Mie), hat sich ein Hersteller traditioneller Keramik des Problems radioaktiver Abwässer auf dem Kraftwerksgelände angenommen.

Taiji Mizutani, der das Unternehmen leitet, kam nach eigenen Angaben bei seinem freiwilligen Hilfseinsatz in der Region Tohoku auf die Idee, unglasierte Keramik zur Herstellung wasserabsorbierender Blöcke zu nutzen.

Durch besondere Techniken beim Brand der Keramik sind die von ihm entwickelten porösen Blöcke dazu in der Lage, innerhalb von zwei Minuten,  Feuchtigkeit bis zur Menge des eigenen Gewichts aufzunehmen.

Bei konventioneller unglasierter Keramik ist lediglich eine Kapazität von bis zu 40 Prozent möglich. Die Entwicklung des neuen Materials nahm fast ein Jahr in Anspruch.

Mizutani hat sich Patente für die Keramikblöcke und ein Einlagerungssystem für kontaminierte Abwässer gesichert. Nun will er sich an den Kraftwerksbetreiber TEPCO wenden und zum Einsatz der Blöcke anregen.

Über den neuen Ansatz zur Bewältigung des Wasserproblems auf der Anlage berichtete die Asahi Shimbun.

Wasserleck bei Fahrzeugreinigung: Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmen gegen 14:17 im Fahrzeugbereich der Kraftwerksanlage heraustropfendes Wasser an einem Behälter.

Das Wasser verblieb jedoch innerhalb der umgebenden Barriere und gelangte nicht in die Umwelt. In dem Behälter befindet sich Wasser, dass für die Reinigung der Fahrzeuge des J-Village genutzt wurde.

Eine Analyse des Wassers in dem Tank ergab Cäsiumkonzentrationen unter dem Nachweiswert, sowie eine Gesamtkonzentration an Betastrahlern von 14 Becquerel pro Litern.

Der Tank wurde durch einen Auffangbehälter, sowie die Anbringung eines Plastikbeutels gesichert. Weitere Auffälligkeiten gab es nach Angaben des AKW-Betreibers TEPCO nicht.

Verbrennungsanlage für Tierkadaver geplant: Die erheblichen Schäden an Gebäuden und sonstigem Eigentum im Sperrgebiet, die durch freilaufende Wildschweine verursacht werden, sind bereits seit langem ein Problem.

Doch selbst nach ihrem Abschuss stellen die Tiere eine Herausforderung für die verantwortlichen Gemeinden dar, ist doch die Entsorgung der Tierkadaver in großem Maßstab erforderlich.

Mit der Unterstützung durch eine örtliche Vereinigung, werden für Stadt Soma und das Dorf Shinchi nun eine Verbrennungsanlage gebaut, die bis Ende des Fiskaljahrs ihre Arbeit aufnehmen soll.

Die Verbrennungsanlage ist mit einem Filter ausgestattet, die bei der Einäscherung der Kadaver die Freisetzung von radioaktivem Material verhindern soll. Über das Projekt berichteten Präfekturmedien.

Vertrauliche Gespräche zu Endlagerung: Für den heutigen Donnerstag ist ein Gespräch von Vertretern des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) und der Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE) mit Präfekturverantwortlichen geplant.

Bei den Gesprächen, die hinter verschlossenen Türen stattfanden, will die Regierung die neuen Pläne für die Endlagerung erklären, auf die sich das Kabinett zuvor verständigt hatte.

Demnach soll nicht länger die Bereitschaft der Gemeinden die Auswahl potentieller Lagerstandorte bestimmen. Stattdessen soll auf wissenschaftlichen Grundlagen mögliche Standorte ausgewählt werden. Über die Gespräche und deren Inhalt berichteten Präfekturmedien.

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