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Fukushima aktuell: Neue Reaktorscanner mit Problemen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Probleme mit technischen Anlagen müssen nicht immer komplex sein, um schwerwiegende Auswirkungen zu haben. Das zeigt im Fall des AKW Fukushima heute der Zustand zweier Geräte. Diese Fukushima News und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. August 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Neue Reaktorscanner mit Problemen
  • Gedenken an Atombombenabwurf auf Hiroshima

Neue Reaktorscanner mit Problemen: Zwei neue Myonenscanner, die den Zustand der geschmolzenen Brennelemente in den Reaktorgebäuden untersuchen sollen, stellen Kraftwerksbetreiber TEPCO vor ein gemeinsames Problem.

Beide Geräte, die mehrere Millionen Yen kosteten, sind mit ihren Abmessungen von acht mal acht Metern zu groß, um wie geplant am Fukushima-Reaktor 2 eingesetzt werden zu können.

Nun erwägt der Kraftwerksbetreiber TEPCO stattdessen jene Geräte, die bereits seit Februar Myonenscans an Reaktor 1 durchführen, an Reaktor 2 zu verlegen.

Sollte diese Maßnahme erfolgreich sein, müssten die neuen Geräte, die eine bessere Bildauflösung bieten sollten, dort nicht mehr zum Einsatz kommen.

Das Unternehmen erhofft sich durch das Verfahren, akurate Informationen zur Lage der geschmolzenen Brennelemente im Inneren zu erhalten. An Reaktor 1 hatten die Myonen-Scans keinen Aufschluss auf die Position der Brennelemente geben können.

Die Kosten der einzig möglichen Alternative – die Entfernung und Dekontamination von anderem Gerät an Reaktor 2 um dort Platz zu schaffen – würden die Herstellungskosten der neuen Scanner um das Doppelte übertreffen.

Über die aktuellen Probleme bei den Vorbereitungen für die geplanten Brennelemente-Scans  berichtete die NHK am gestrigen Mittwoch.

Das Reaktor-Scanning beruht auf der Messung von subatomaren Elementarteilchen, den so genannten Myonen, die lediglich durch sehr dichte Elemente, wie etwa Uran, von ihrem Weg abgelenkt werden.

Anhand der Abweichungen beim Auftreffen auf die Brennelemente wird dann ein Computermodell errechnet, das die Lage innerhalb des Gebäudes wiedergibt.

Gedenken an Atombombenabwurf auf Hiroshima: Weltweit gedachten Menschen anlässlich des 70. Jahrestags des ersten Atombombenabwurfs der Todesopfer von Hiroshima.

6. August 1945 - Der Atompilz über Hiroshima (Foto: pd)
6. August 1945 – Der Atompilz über Hiroshima (Foto: pd)

Bei der offiziellen Zeremonie im Friedenspark in Hiroshima, waren erstmals Gesandte aus 100 Staaten anwesend.

Am 6. August 1945 hatte die Besatzung des US-Bombers „Enola Gay“ den ersten militärischen Einsatz einer Atombombe in der Geschichte der Menschheit durchgeführt.

Kazumi Matsui, Bürgermeister der Stadt Hiroshima, betonte in seiner Rede die Bedeutung der vollständigen atomaren Abrüstung.

Premierminister Shinzo Abe hielt  ebenfalls eine Rede, jedoch ohne sich dabei auf seine umstrittene Militarisierungspolitik zu beziehen.

Mit Stand vom März 2015 gibt es weltweit noch 183.519 anerkannte Überlebende der Atombomben (Hibakusha). Über die Gedenkveranstaltung berichteten praktisch alle japanischen Medien.

Auch die zivile Nutzung der Atomenergie wird in Japan seit der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi im März 2011 kritischer gesehen.

Dennoch ist ein Reaktorneustart am AKW Sendai für den 11. August angesetzt.

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