Fukushima aktuell: Neue Robotereinsätze an Reaktoren geplant

Fukushima aktuell: Neue Robotereinsätze an Reaktoren geplant

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Umfangreiche Pläne zur Zukunft der Reaktorarbeiten werden vom AKW Fukushima heute gemeldet und in der Tat sind sowohl der Robotereinsatz, als auch die Weiterführung von Demontage-Arbeiten aufwändige Maßnahmen, die über mehrere Monate vorbereitet wurden.

Unangenehm für die Regierung sind dagegen Fukushima News über weitere Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Robotereinsatz im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 geplant
  • TEPCO informiert über Sicherheitsmaßnahmen bei Schutzmanteldemontage
  • Beschwerde nach Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter
Robotereinsatz im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 geplant

Nachdem mehrere Myonen-Scans von Reaktor 2 schließlich dazu geführt haben, dass der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi offiziell die vermutliche Lokalisierung geschmolzener Brennelemente in Reaktor 2 bekannt geben konnte, hat das Unternehmen weitere Pläne.

Bis Ende das Jahres will man auch eine direkte Untersuchung des Sicherheitsbehälters durchführen. Hierfür soll ein neu entwickelter Roboter eingesetzt werden, der unter anderem auch Strahlungsmessungen durchführen soll.

Der neue Roboter kann nach Angaben der Entwickler auch in einer Umgebung mit extrem hohen Strahlungswerten agieren und so beispielsweise Aufschluss über den Zustand des Sockels am Sicherheitsbehälter geben.

Dort wird geschmolzenes Material (Corium) vermutet, das aus dem beschädigten Behälter gelangte.

Neben zwei Kameras ist er mit Licht, einem Dosimeter, sowie einem Thermometer ausgestattet, um möglichst viele Informationen übermitteln zu können. Die Ergebnisse wären eine wichtige Grundlage für die geplante Bergung der Brennelemente-Trümmer.

Auch für die anderen Reaktoren sind neue Robotereinsätze geplant.

Nachdem ein Roboter im letzten April an 12 Stellen des Sockels erfolgreich Aufnahmen machen und Strahlungswerte messen konnte, soll ein weiterer Roboter im nächsten Fiskaljahr eine erneute Untersuchung durchführen.

Da in Reaktor 3 vermutlich noch vergleichsweise viel Wasser im Behälter verblieben ist, arbeitet man an der Entwicklung eines Roboters mit entsprechenden Fähigkeiten. Das berichten Präfekturmedien.

TEPCO informiert über Sicherheitsmaßnahmen bei Schutzmanteldemontage

In einem aktuellen Video stellt der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi noch einmal alle bereits getroffenen und geplanten Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen der Entfernung der Paneele des Schutzmantels um Reaktor 3 vor.

Das gesamte Reaktorgebäude war im Oktober 2011 abgedeckt worden, um eine Ausbreitung von radioaktivem Staub zu verhindern.

Nach Schäden und Reparaturen und ersten Tests mit Dachpaneelen im Jahr 2014, wurden im Mai 2015 die Vorbereitungen für die Arbeiten getroffen, bevor im Juli 2015 schließlich die Entfernung der Dachpaneele begann, die im Oktober abgeschlossen werden konnte.

Ab kommendem Monat sollen die Wandpaneele entfernt und die Konstruktion durch winddichte Planen ersetzt werden, um ein Aufwirbeln zu verhindern und zugleich die Arbeiten zu erleichtern.

Im Juni 2016 war der Test einer Sprühanlage erfolgt, die chemische Bindemittel auch von den Seiten unter den Schutzmantel einbringen und durch Aushärtung den Staub binden soll. Seit Juli laufen diese Arbeiten regulär, ebenso wie ein Sprinklersystem.

Durch den Einsatz von großen Industriestaubsaugern, wie etwa zwischen Mai und Juli 2016 wurden Schutt und kleinere Trümmerteile entfernt, die ebenfalls radioaktive Belastungen aufweisen.

Insgesamt präsentiert sich TEPCO somit selbstbewusst als gut gerüstetes Unternehmen.

Ein flaues Gefühl mag jedoch trotz der überall aufgestellten Staubmessposten bleiben. Nicht nur, dass diese Messposten durch mehrfache Fehlalarme aufgefallen sind – bereits im Dezember 2014 war ein schlampiger Einsatz des Bindemittels nachgewiesen worden.

Es bleibt somit abzuwarten, ob es möglicherweise nicht doch zu Zwischenfällen kommen wird – in der Vergangenheit hatte ein Streit um die Folgen einer Reisfeld-Kontamination zuletzt im Januar 2016 für Schlagzeilen gesorgt.

Beschwerde nach Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter

Nachdem es erneut durch Dekontaminationsarbeiter, die in Naraha leben, zu mehreren Diebstählen, wie etwa einem Fahrrad und einer Geldbörse gekommen war, gab es nun offizielle Proteste.

Die Arbeiter dort unterstehen direkt dem Umweltministerium und so wandte sich der Bürgermeister Matsumoto an den zuständigen Vertreter der Behörde.

Die Diebe würden das Vertrauen der Einwohner missbrauchen und so müsse beispielsweise an der Verbesserung der Moral der Beschäftigten gearbeitet werden, um eine Wiederholung der Straftaten zu verhindern.

Seiji Ozawa von der Abteilung für den Wiederaufbau erklärte, solche Fälle sollte es natürlich nicht geben und drückte sein Bedauern über die Ängste der Bevölkerung aus. Man werde sich der Angelegenheit annehmen. Das berichten Präfekturmedien.

In der Interview-Reihe „Stimmen aus Fukushima“ werden immer wieder die Vorbehalte gegenüber den Dekontaminationsarbeitern deutlich, nachdem es in der Vergangenheit teilweise zu massiven Diebstähle durch Beschäftigte gekommen war.

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