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Fukushima aktuell: Neue Spezialkamera für AKW-Aufnahmen vorgestellt

Neues Modell bietet technische Vorteile für künftige Spezialaufnahmen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)

Die Woche beginnt in Fukushima heute mit einer Meldung über einen technischen Fortschritt, von dem womöglich auch künftig in den Fukushima News zu hören sein wird.

Problematischer ist dagegen die demographische Entwicklung bei Rückkehrern in freigegebene Gemeinden. Die Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. September 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Neue Kamera für Kontaminationsdarstellung in Fukushima-Reaktoren
  • Drohende Überalterung in Sperrgebietsgemeinden
Neue Kamera für Kontaminationsdarstellung in Fukushima-Reaktoren

Die japanische Atomenergiebehörde JAEA gab am heutigen Montag bekannt, man habe eine Spezialkamera entwickeln können, die über besondere Eigenschaften verfügt. Sie dürfte bei künftigen Einsätzen am AKW Fukushima Daiichi hilfreich sein.

Das neuartige Gerät ist dazu in der Lage, eine dreidimensionale Darstellung der radioaktiven Kontamination von Innenräumen, wie etwa in Reaktorgebäuden zu liefern. Doch das alleine ist keine nennenswerte Neuerung.

Der besondere Fortschritt zeigt sich darin, dass diese Kamera nun deutlich kleiner und mit einem Gewicht von 680 Gramm wesentlich leichter ist, als Vorgängermodelle, die mehrere Kilogramm schwer sein konnten.

Die Verbesserung wurde durch die Verwendung von besonders strahlungsresistenten Elektronikkomponenten ermöglicht.  Durch diese Maßnahme konnte die erforderliche Abschirmung mit schweren Bleiplatten signifikant reduziert werden.

Daher ist für die Zukunft der Einsatz in Flugdrohnen geplant, um die Kontamination in den Gebäuden ohne Einsatz menschlicher Arbeiter zu ermitteln.

Hierfür wird die Strahlung an mehreren Stellen innerhalb des Gebäudes gemessen, die Daten ausgewertet und durch Kombination der Aufnahmen ein dreidimensionales Bild der Verbreitung im Raum errechnet.

Über die Neuentwicklung berichteten Präfekturmedien.

Drohende Überalterung in Sperrgebietsgemeinden

Der Altersdurchschnitt in jenen Gemeinden, deren Evakuierungsanordnung bereits aufgehoben wurde, ist massiv angestiegen und fast doppelt so hoch, wie vor der AKW-Katastrophe im März 2011.

Eine Umfrage in neun Gemeinden ergab, dass mit 49,2 Prozent fast die Hälfte der Bewohner mindestens 65 Jahre alt ist, oder darüber liegt. Noch ein Jahr vor dem Kraftkwerksunglück lag der Prozentsatz dieser Senioren bei 27,4 Prozent.

Angesichts der geringen Bevölkerungsdichte in den freigegebenen Städten und Dörfern, kommen auf einen Haushalt nunmehr lediglich nur zwei Personen, was langfristig weitere Probleme mit sich ziehen wird.

So wird eine Zunahme der so genannten „einsamen Tode“ befürchtet, bei der ältere Menschen aufgrund einer Erkrankung, oder eines Unfalls, unbemerkt ums Leben kommen, da das soziale Netz der einstigen Nachbarschaft fehlt.

Auch rechnen die Verwaltungen damit, dass bei Pflegefällen der Altersunterschied zwischen Patient und pflegendem Angehörigen gering sein dürfte, so dass eine Überforderung der Senioren wahrscheinlich ist.

In Minamisoma wird nach der Wiedereröffnung einiger medizinischer Einrichtungen, der akute Mangel an Arbeitskräften beklagt. Auch Sozialdienste haben ähnliche Probleme bei der Betreuung.

Doch auch die Helfer selbst sind von der Überalterung der einstigen Sperrgebietsgemeinden betroffen. So droht der Freiwilligen Feuerwehr von Katsurao ohne junge Mitglieder ein Mobilisierungsproblem bei Notfällen.

Die Umfrage und Berichterstattung zu den Einschätzungen der aktuellen Situation wurde von der Mainichi Shimbun durchgeführt.

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