Start Aktuelles Fukushima aktuell: Neue Tanklecks beschäftigen TEPCO

Fukushima aktuell: Neue Tanklecks beschäftigen TEPCO

2454
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Situation im Leckbereich am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Situation im Leckbereich am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Wenn der Betreiber des AKW Fukushima heute eine Reihe von Fotos veröffentlicht, so geschieht dies nach zwei Tagen, in denen Meldungen zum gleichen Ereignis zunächst nicht illustriert blieben. Die neuen Aufnahmen machen die bisherigen Fukushima News des Unternehmens deutlich besser nachvollziehbar. Weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Juni 2014.

  • TEPCO veröffentlicht Aufnahmen von Wasserspuren an Lagertank
  • TEPCO zeigt Ballonplane in Fukushima-Reaktor 1
  • SDF führt Übung für Nankai-Großbeben durch

TEPCO veröffentlicht Aufnahmen von Wasserspuren an Lagertank: Am heutigen Mittwoch sah sich Kraftwerksbetreiber TEPCO offenbar dazu veranlasst, einige Aufnahmen zu veröffentlichen, die eine Wasseransammlung inmitten einer Lagertankgruppe dokumentieren.

AKW Fukushima: Leckspur am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Tank-Leckspur am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Wie bereits zwei Tage zuvor durch das Unternehmen bekannt gegeben, waren im oberen Bereich von zwei Behältern eines 4.000 Tonnen fassenden Tankbereichs, durch Beschäftigte der Atomaufsicht NRA Wasserspuren an den Bolzen festgestellt worden (Spreadnews berichtete).

Mit den heute zugänglich gemachten Aufnahmen, dokumentiert der Elektrizitätsanbieter die Entdeckung bei einem Kontrollgang vom Montag, die gegen 15:00 Uhr erfolgte.

Als Reaktion auf den Austritt an den Behältern 1-3 und 1-5, waren die Verbindungsventile zwischen den Behältern geschlossen und als erste Maßnahme zunächst mit Plastiksäcken gesichert worden.

Gegen 19:40 Uhr konnte ein Stopp des Wasseraustritts bestätigt werden, nachdem der Wasserstand durch Abpumpen in andere Behälter gesunken war.  Das Wasser gelangte aufgrund einer Betonbarriere nicht aus dem Bereich um die Lagertanks hinaus. In den Behältern wird zeitweise Regenwasser eingelagert.

Die am gestrigen Dienstag bekannt gegebene Untersuchungsergebnisse von Wasserproben, hatten sowohl an der Fundstelle, als auch im angesammelten Wasser ausschließlich Cäsiumbelastungen unter dem Nachweiswert festgestellt.

AKW Fukushima: Nahaufnahme einer Tankdeckelöffnung am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Nahaufnahme einer Tankdeckelöffnung am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Die Gesamtbetastrahler an der Leckstelle betrugen 72.000 Becquerel pro Liter. Innerhalb der Barriere wurden 9.800 Becquerel an Betastrahlern pro Liter nachgewiesen.

Als Ursache geht TEPCO nun zunächst davon aus, dass Regenwasser durch die Deckelöffnung hineingelangt und dadurch der Wasserspiegel im Behälter gestiegen war. Das Wasser breitete sich auf einer Strecke von vier Metern aus.

Bereits im Oktober 2013 hatte es Regenwasserprobleme an derartigen Behältern gegeben, als irrtümlich zu viel Regenwasser hineingepumpt worden war.

TEPCO zeigt Ballonplane in Fukushima-Reaktor 1:  Der Betreiber veröffentlichte heute Fotos, auf denen offenbar Arbeiten in Reaktor 1 zu sehen sind. Die schriftlich dazu gelieferten Informationen fielen jedoch spärlich aus. Demnach ist dort eine Ballonplane zu sehen, die in einer Geräteluke zum dritten Stockwerk von Reaktor 1 dirigiert wurde.

Fukushima-Reaktor 1: Blick von unten auf die Ballonplane am 4. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Blick von unten auf die Ballonplane am 4. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Um bei der künftigen Entfernung des Schutzmantels von Reaktor 1 im Rahmen der Stilllegungsmaßnahmen die Freisetzung von radioaktivem Material so gering wie möglich zu halten, soll die Anzahl der Öffnungen am Reaktorgebäude reduziert werden. Die Positionierung in der offenen Geräteluke soll offenbar diesem Zweck dienen.

SDF führt Übung für Nankai-Großbeben durch: Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) begannen die Woche mit einer neuntägigen Übung, mit der die Bewältigung eines Großbebens und des damit verbundenen Bebens entlang der Pazifikküste erprobt werden soll.

An der Übung beteilen sich mehr als 3.000 Personen, darunter auch Verantwortliche von örtlichen Verwaltungen, sowie Einheiten der in Japan stationierten US-Truppen. Das Katastrophenszenario basierte auf einem Erdbeben der Stärke 9,1 und einem Katastrophenfall am AKW Ikata (Präf. Ehime), nachdem es von einem Tsunami getroffen wurde.

Die hypothetischen Zahlen betrugen 320.000 Todesfälle, sowie 620.000 Verletzte. Das Verteidigungsministerium plant im Ernstfall die Entsendung von 110.000 Kräften der Bodentruppe, sowie 65 Schiffe und etwa 300 Schiffe des Militärs. Diese geplanten Maßnahmen basieren auf der Regierungsschätzung von 323.000 Toten durch das erwartete Nankai-Großbeben.

Über die Übung berichteten jiji und NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here