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Fukushima aktuell: Neue Technologie soll Probleme lösen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Notlandung der Drohne T-Hawk am 24. Juni 2011 (Foto: TEPCO)
Neue Technik hat hoffentlich mehr Erfolg: Notgelandete Drohne T-Hawk am 24, Juni 2011

Technische Neuerungen, die sich noch in der Testphase befinden, sollen die Arbeit am AKW Fukushima Daiichi ebenso verbessern, wie die Bewältigung der Massen an radioaktivem Erdreich. Grundlegende Gefahr bleiben jedoch Naturkatastrophen – nicht nur für die Atomanlagen des Landes.

Mehr Fukushima News und damit auch Einzelheiten zu dem, was im Zusammenhang mit AKW und Präfektur Fukushima heute gemeldet wurde, wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Strahlungsmessungs-Drohne in Fukushima getestet
  • Demonstration von Fukushima-Dekontaminationstechnik
  • Medienführung auf Gelände des AKW Fukushima
  • Nankai-Großbeben würde Wasserversorgung von Osaka gefährden

Strahlungsmessungs-Drohne in Fukushima getestet: Am heutigen Freitag machte eine ferngesteuerte Drohne, die mit einem Strahlungsmessgerät ausgestattet war, einen halbstündigen Testflug über dem Gebiet der evakuierten Kleinstadt Namie. Während ihres Einsatzes ermittelte sie Radioaktivitätswerte im Bodenbereich.

Das unbemannte Fluggerät ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der japanischen Atomenergiebehörde JAEA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Die durch das Gerät ermittelten Daten wurden unmittelbar an Computer übermittelt.

Nach Angaben der Entwickler bietet vor allem die geringe Flughöhe der Drohne besondere Vorteile. Konnten Strahlungsmessungen aus der Luft bislang nur aus einer Mindesthöhe von 300 Metern erfolgen, so sind durch den Einsatz der Drohne künftig auch Messungen möglich, die die Stärke der Geländemerkmale berücksichtigen und daher auch die Genauigkeit der Daten steigern.

Ein erster vollwertiger Einsatz wird nach weiteren vorangehenden Tests bereits für 2015 erwartet, berichtet die NHK.

Am stark beschädigten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi waren in der Vergangenheit ebenfalls unbemannte Fluggeräte zum Einsatz gekommen, allerdings nicht unbedingt mit bestem Erfolg. So musste wenige Monate nach Ausbruch der Krise eine Aufklärungsdrohne auf einem Dach der Anlage notlanden (Spreadnews berichtete am 21. Juni 2011).

Demonstration von Fukushima-Dekontaminationstechnik: Am gestrigen Donnerstag wurde der Presse in Okuma (Präf. Fukushima) ein Gerät vorgestellt, dass zwischen radioaktiv stark belasteten Erdproben und jener mit geringerer Belastung unterscheiden kann.

In Zusammenarbeit mit drei japanischen Unternehmen hat der französische Atomkonzern Areva die „Contaminated Soil Sourcing Unit“ (CSSU) entwickelt. Man erhofft sich dadurch eine bessere Beurteilung darüber, welches Erdreich in die geplanten Zwischenlager geliefert werden muss. Derzeit sind in Fukushima drei Gemeinden als mögliche Lagerstandorte im Gespräch.

Für die Zukunft planen die Unternehmen die Weiterentwicklung des Testsystems, so dass es neben Erdreich auch die Asche aus Verbrennungsöfen und Betonmaterial nach ihrem Grad an Radioaktivität sortieren kann. Eine erste Inbetriebnahme des Geräts wird im Laufe des Fiskaljahrs 2014 erwartet.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres war die Internationale Presse über die Testläufe CSSU informiert und darauf hingewiesen worden, dass die Ergebnisse der Testläufe im Januar 2014 präsentiert würden.

Medienführung auf Gelände des AKW Fukushima: Um den Medien einen Einblick in die Fortschritte der Stilllegungsarbeiten zu ermöglichen, wurde gestern eine begleitete Busfahrt auf dem Gelände angeboten. Neben den Zeichen, die für künftige Erfolge stehen, wie etwa das ALPS-Filtersystem, das entscheidend für die weiteren Maßnahmen ist, wurden jedoch auch noch Probleme deutlich.

Teile der Küstenregion der Reaktoren, an der durch den Tsunami 2011 Trümmer herangespült wurden, weisen immer noch eine Strahlung von 720 Mikrosievert pro Stunde auf. Nach Angaben des Betreibers TEPCO lag die Radioaktivität im vergangenen Jahr noch bei einem Millisievert (1000 Mikrosievert) – in Deutschland der allgemeine Schutzwert für die Bevölkerung.

Auch wenn es also auch im Bereich der Strahlung schrittweise Erfolge gibt – bis Arbeiten auf der Kraftwerksanlage mit weniger Beschränkungen möglich sein werden, dürfte noch mehr als ein paar Jahre ins Land gehen. Über die aktuellen Entwicklungen in der Präfektur berichteten lokale Medien, wie die Minyu.

Nankai-Großbeben würde Wasserversorgung von Osaka gefährden: Aufgrund der Schwere der Auswirkungen der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi ist nicht immer präsent, dass die eigentliche Ursache das Tohoku-Erdbeben und dessen Tsunami 2011 war. Großbeben bleiben für Japan auch weiterhin eine Gefahr, auf die es sich vorzubreiten gilt.

Stadt Osaka mit Burg (Foto: 663highland, cc-by)
Stadt Osaka mit Burg (Foto: 663highland, cc-by)

Das betrifft jedoch nicht nur den Großraum Tokyo, der zumeist Hauptthema der entsprechenden Kalkulationen ist, sondern auch andere japanische Ballungsräume. Wie etwa die Präfekturverwaltung Osaka heute bekannt gab, würde das erwartete Nankai-Erdbeben etwa 8,32 Millionen Menschen (94 Prozent) der Präfektur von der Trinkwasserversrgung abschneiden.

Mit dieser aktuellen Einschätzung übertrifft die Verwatung von Osaka den zuvor angestellten Einschätzungen der Regierung in Tokyo. Dort ging man im Fall des Großbebens von lediglich 4,3 Millionen betroffenen Bürgern der Präfektur aus. Grund für die ernstere Beurteilung ist die Einbeziehung von Schäden am Yodo-Fluss, der wichtigsten Trinkwasserquelle der Region.

Ursache für den Ausfall wären laut beiden Einschätzungen Schäden an den Leitungen, die durch Erdstöße, Tsunami und Geländeschäden entstehen würden. Der Tsunami wird voraussichtlich 11.000 Hektar des Geländes überfluten und durch das Hineindringen des Meerwassers in den Yodo innerhalb von zwei Stunden die Präfekturgrenze erreichen.

Doch auch anderweitig konfrontiert das Szenario die Behörden mit neuen Herausforderungen. So würden alleine die Gebäudeschäden und die Zerstörung von Infrastruktur zu Kosten von mehr als 28 Trillionen Yen verursachen. Stromausfälle wären für 2,34 Millionen Haushalte (55 Prozent) und Ausfall der Gasversorgung für 1,15 Millionenen (34 Prozent) die Folge.

Zusammenbrüche von 48 Prozent des Mobilfunknetzes von Osaka und Störungen im Zugverkehr wären weitere Folgen. Angesichts der Schäden der Infrastruktur können laut dem Szenario 1,91 Personen evakuieren, weitere 1,46 Millionen säßen jedoch in der Stadt fest.

Um diesen erwarteten Folgen zu begegnen, wir über Lösungsansätze diskutiert. Zu diesen gehört die Erwägung, im Katastrophenfall die Dämme im Oberlauf des Flusses zu öffnen, so dass die eingedrungenen Mengen an salzhaltigem Meerwasser zurückgedrängt würden. Dieser Schritt würde in einem Zeitraum von 40 Tagen die Trinkwasserversorgung verbessern.

Über die Aussichten zu den technischen Folgen des Nankai-Großbebens, dessen Auftreten im Zeitrahmen der nächsten 30 Jahre als wahrscheinlich gilt, berichteten Kyodo und jiji.

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