Start Aktuelles Fukushima aktuell: Neuer Cäsiumrekord könnte Lokalisierung von Leck erleichtern

Fukushima aktuell: Neuer Cäsiumrekord könnte Lokalisierung von Leck erleichtern

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Artikelbild: Grundwassermessposten 3 am 12. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter sollen in stark kontaminierte Bereiche zurück (Symbolfoto: TEPCO)

Nachdem zuletzt vor allem die Strontiumwerte für Schlagzeilen gesorgt hatten, meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute einen neuen Rekordwert für radioaktives Cäsium. Möglicherweise kann TEPCO dem Fund jedoch sogar etwas positives abgewinnen.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Februar 2014.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Cäsiumrekord an neuem Messposten
  • Katastrophenpräfekturen fürchten Personalmangel
  • Weniger Gebäude in sicherer Lage geplant
  • IAEA bietet Hilfe bei Verklappungsplänen an

Cäsiumrekord an neuem Messposten: Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi mitteilte, wurden in einem neu geschaffenen Grundwasserkontrollposten, der sich etwa 50 Meter von der Küste entfernt befindet, neue Höchstwerte an radioaktivem Cäsium nachgewiesen. Die dort festgestellten Werte übertreffen somit die bisherigen Messungen.

Die am gestrigen Mittwoch entnommene Wasserproben wiesen eine Belastung von Cäsium-137 in Höhe von 54.000 Becquerel auf, was einer  600-fachen Überschreitung des Grenzwert zur Verklappung ins Meer entspricht. Weitere 22.000 Becquerel sind auf Cäsium-134 zurückzuführen.

Die Gesamtbelastung an Betastrahlern wird mit 260.000 Becquerel beziffert. Der bisherige Höchstwert für radioaktives Cäsium betrug 22.000 Becquerel pro Liter und war an anderer Stelle im Juli 2013 gemessen worden.

Die Betreiberfirma TEPCO hat bereits eine Erklärung für den neuen Rekordwert. Da ein unterirdischer Tunnelverlauf von den Reaktorgebäuden zum Ozean als Hauptquelle für die Kontamination des Grundwassers gilt, die genaue Position der Leckstelle jedoch noch unbekannt ist, vermutet das Unternehmen, der neue Messposten befinde sich in deutlicher Nähe zu dieser Leckstelle.

TEPCO sieht daher keinen Anstieg der allgemeinen Grundwasserkontamination als Ursache an.- Sollte diese Theorie zutreffen, könnte der Fund sogar einen Vorteil für das Unternehmen darstellen, würde er doch die Lokalisierung des wahrscheinlichen Lecks ermöglichen. Über den Fund berichtete neben TEPCO auch jiji die NHK.

Katastrophenpräfekturen fürchten Personalmangel: Nach Angaben von 50 Gemeinden in den drei Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi, müsse man für das im April beginnende Fiskaljahr 2014 mit Personalmangel rechnen. Insgesamt werden mehr als 2.500 Stellen in den Gemeinden unbesetzt sein.

Aufgrund der Besorgnis, der Wiederaufbau der Region könne sich hierdurch verlangsamen, wollen die Gemeindeverwaltungen 70 Prozent der ausstehenden Beschäftigung durch landesweite Anfragen bei anderen Verwaltungen, sowie befristete Arbeitsverträge kompensieren.

Eine Krankenhausvereinigung der Präfektur Fukushima versucht unterdessen,  Pflegepersonal aus dem Großraum Tokyo für die Einrichtungen der Präfektur zu gewinnen. Hierzu werden Touren in Krankenhäuser der Präfektur durchgeführt. Entsprechende Anwerbeversuche zeigen zumindest kleine Erfolge. Die Lage ist dennoch schwierig

In der Ortschaft Hirono, 25 Kilometer vom Kraftwerksgelände entfernt, sank die Zahl der Krankenschwestern von 33 auf fünf, so dass der bisherige Betrieb nur durch die Hilfe von 20 weiteren Kräften aus anderen Teilen des Landes möglich ist. Die Aufnahme neuer Patienten ist aufgrund dieser Unterbesetzung von Pflegepersonal weiterhin nicht möglich.

Über die aktuellen Beschäftigungsprobleme der Katastrophenregion berichtete die Kyodo.

Weniger Gebäude in sicherer Lage geplant: Wie durch eine Untersuchung der Behörde für Wiederaufbau deutlich wurde, ist die Zahl der Gebäude in der Katastrophenregion Tohoku, für die ein Wiederaufbau in höherer Lage geplant ist, deutlich gesunken.

Tohoku-Erdbeben: Tsunami-Schäden vier Tage nach der Katastrophe (Foto: copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Tohoku-Erdbeben: Tsunami-Schäden vier Tage nach der Katastrophe (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Eine im Dezember 2013 zusammengestellte Liste macht deutlich, dass lediglich für 22.300 geplante Häuser in den Katastrophenpräfekturen eine Verlegung in höhere Gebiete vorgesehen ist. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Rückgang von 20 Prozent dar.

Die Wiederaufbaubehörde macht für diesen Trend die fehlende Bereitschaft der früheren Bewohner verantwortlich. Ohne die Pläne der Gemeinden abzuwarten, würden sie ihre Häuser an anderer Stelle, etwa weiter im Inland bauen lassen. Andere wiederum nutzen das Angebot von Sozialwohnungen, so dass für sie kein Hausbau erforderlich ist.

Um eine Verschwendung von Mitteln zu verhindern rät die Behörden den Verantwortlichen der Gemeinden dazu, die bisherigen Pläne flexibler anzugehen und dabei auch die Wünsche der Bewohner zu berücksichtigen. Das berichtete die NHK.

Auch fast drei Jahre seit dem Tohoku-Erdbeben lebt ein Teil der Flüchtlinge nach wie vor bei Verwandten, oder anderen Übergangslösungen. Zu den daraus erwachsenden Problemen zählt der Wegfall der sozialen Kontakte. Insbesondere ältere Menschen leiden darunter, so dass es zu „einsamen Toden“ von Senioren kommt. Regierung und Verwaltungen bemühen sich um Lösungen.

IAEA bietet Hilfe bei Verklappungsplänen an: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gab in einem heute veröffentlichten Bericht bekannt, man könne Japan bei Sicherheitseinschätzungen vor einer möglichen Verklappung beraten.

Der Bericht basiert auf einem Besuch von Experten der IAEA auf der Anlage zwischen November und Dezember. Die IAEA sei bereit, bei der Wahl des geeigneten Vorgehens bei der Einschätzung von Umweltrisiken bei einer kontrollierten Verklappung zu beraten. Voraussetzung ist, das die Belastung mit radioaktivem Material unter dem zulässigen Wert liegt.

Insbesondere der Gehalt an radioaktiven Tritium, der auch mit der Multinuklid-Filteranlage nicht zu reduzieren ist, stelle beim derzeitigen Stand der Technik zwar ein Problem dar – die Strahlungsbelastung für Menschen durch die Verklappung sei „nahezu vernachlässigbar„. Das berichtete die Kyodo.

2 KOMMENTARE

  1. wenn die ganze Welt verdeucht ist werden die immer noch Behaupten es sein alles OK, und man kann da urlaub machen, gell?

    • Lassen Sie mich raten: Sie LESEN die Artikel nicht einmal.

      Sie kommentieren seit mehreren Artikeln nur mit neunmalklugen „gell“ Zweizeilern und Hähme über TEPCO. Nein, nichts ist „gell“ – Sie haben doch gar keine eigene Meinung.

      Sie haben sich noch NIE tiefergehend auf den Inhalt eines Artikels bezogen. Ihnen fehlt ganz klar das Verständnis für die Zusammenhänge.

      Lassen Sie sich mal weniger von Verschwörungstheorien und Klatschpresse manipulieren und verblöden – dann verstehen sie auch diese sachlichen Artikel hier.

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