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Fukushima aktuell: Neuer Höchstwert an Grundwassermessposten

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Artikelbild: Zweiter Grundwassermessposten am 12. Juli 2013 (Foto: TEPCO
Neuer Rekordwert an Grundwasser-Messposten (Symbolfoto: TEPCO)

Wie vom Betreiber des AKW Fukushima heute gemeldet wird, kam es an einem Grundwassermessposten zu einem neuen Negativrekord. Zu den Fukushima News zählt jedoch auch der Verzicht auf ein Sicherheitssystem, dass bei der Krise von besonderer Bedeutung war. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Neuer Höchstwert an Grundwassermessposten nachgewiesen
  • SPEEDI wird nicht mehr für allgemeine Evakuierungspläne genutzt

Neuer Höchstwert an Grundwassermessposten nachgewiesen: In einer Probe, die am gestrigen Dienstag am Grundwasserposten E-1 im Lagertankbereich H4 entnommen worden war, konnte eine Konzentration an Betastrahlern in Höhe von 95.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen werden.

Dies ist nicht nur ein drastischer Anstieg zur Probe vom Sonntag, die Betastrahler in Höhe von 720 Becquerel pro Liter auswies – sondern stellt auch einen neuen Höchststand dar. Der bisherige Höchstwert betrug 710.000 Becquerel pro Liter und war am 10. November 2013 nachgewiesen worden.

Ursache für den neuen Rekord sind nach Ansicht des Kraftwerksbetreibers TEPCO die schweren Regenfälle der letzten Tage. Diese hatten auch eine Probenentnahme am Montag verhindert. An den anderen Messposten wurden keine nennenswerten Veränderungen festgestellt. Das Unternehmen kündigte an, die Entwicklung weiterhin zu beobachten.

SPEEDI wird nicht mehr für allgemeine Evakuierungspläne genutzt: Wie Japans Atomaufsichtsbehörde NRA bei einem heutigen Treffen bekannt gab, soll das bislang genutzte SPEEDI-System künftig nicht mehr bei der Planung von Evakuierungen genutzt werden.

Aufgabe des SPEEDI ist die Errechnung der erwarteten Ausbreitung von radioaktivem Material bei Reaktorunfällen. So können Richtung des radioaktiven Fallouts der Katastrophe zumindest geschätzt und die Evakuierungsmaßnahmen für die Bevölkerung angepasst werden.

Das SPEEDI hatte während der Akutphase der Fukushima-Krise für Schlagzeilen gesorgt – da es praktisch nicht genutzt wurde. So waren E-Mails mit Fallout-Prognosen übersehen  und SPEEDI-Daten ignoriert worden, da sie nur eine ungenaue Einschätzung darstellen würden. In Folge wurden Flüchtlinge durch radioaktiven Niederschlag hindurch evakuiert, da man die gebotenen Informationen nicht ernst nahm.

Tatsächlich wurden die Daten, die auf Wettermeldungen und Geländeinformationen basieren, erst fast zwei Monate nach der Katastrophe veröffentlicht und so das Ausmaß des schlechten Katastrophenmanagemts  deutlich. Expertenteams sind sich uneins, ob der Einsatz des Systems sinnvoll gewesen wäre.

Im Juni 2012 wurde bekannt, dass die Regierung die Richtigkeit der SPEEDI-Daten verschwiegen hatte. Zumindest der unabhängige NAIIC-Ausschuss veröffentlichte einen Monat später, im Juli 2012 ihre Einschätzung, dass ein Einsatz von SPEEDI die Evakuierung verbessert hätte.

Im Anschluss an die Akutphase beschlossen die Verantwortlichen, künftig nur noch Strahlungswerte aus den Katastrophengebieten zur Evakuierungsplanung einzusetzen und SPEEDI lediglich als Referenzwert einzusetzen.

Nun erklärte die NRA bei Planung von Evakuierungen, der allgemeinen Bevölkerung künftig gänzlich auf den Einsatz des SPEEDI verzichten zu wollen. Als Begründung führt die Behörde an, falsche Prognosen könnten das Risiko von Fehlevakuierungen durch radioaktiv belastete Gebiete führen und so die Bevölkerung gefährden. Über die Entscheidung berichtete die NHK.

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