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Fukushima aktuell: Neuer Kraftwerksleiter am AKW

Ex-AKW-Leiter sieht viel Handlungsbedarf für seinen Nachfolger

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Artikelbild - Leiter des AKW Fukushima Daiichi seit dem 1. Juli 2016: Shunji Uchida (Foto: TEPCO)
Neuer Leiter des AKW Fukushima Daiichi seit dem 1. Juli 2016: Shunji Uchida (Foto: TEPCO)

Ob der Amtswechsel am AKW Fukushima heute schon zu Änderungen führen wird ist fraglich. Welche Folgen die künftigen Entscheidungen des neuen Kraftwerksleiters haben werden, bleibt abzuwarten.

Die Einschätzung der jetzigen Lage durch den alten Verantwortlichen und Angaben zur Strahlungsbelastung der Angestellten gibt es dagegen bereits jetzt, im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Juli 2016.

Unsere Themen zum Wochenende im Überblick:

  • Scheidender AKW-Leiter sieht noch viel Handlungsbedarf
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
 Scheidender AKW-Leiter sieht noch viel Handlungsbedarf:

Akira Ono, der in der vergangenen drei Jahren die Leitung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi innehatte und gestern seinen Abschied nahm, sieht zwar Fortschritte, jedoch auch noch viele Herausforderungen auf dem Weg zur endgültigen Stilllegung.

Neben technischen Erfolgen wie der Bergung von Brennelementen aus Reaktor 4 und der Grundwasserbekämpfung, betonte er besonders die Erleichterung der Arbeitsbedingungen für die dort Beschäftigten.

Durch die Reduzierung der Umgebungsradioaktivität ist auf großen Teilen der Anlage die strenge Schutzkleidungspflicht weggefallen und ein Pausengebäude für die AKW-Arbeiter mit einer Kantine samt Großküche, sowie einen Laden, würde die Arbeitszeit dort erleichtert.

Doch trotz aller Fortschritte und Erleichterungen bleibt nach Ansicht von Ex-Kraftwerksleiter Ono noch viel zu tun.

So müsse ein dauerhafterer und stabilerer Betrieb aller Anlagen und Geräte erreicht werden, wie vor wenigen Tagen ein Stromausfall am AKW deutlich machte. Auch bedürfen die Arbeitsbedingungen weiterer Verbesserungen, so Ono.

Zu den langfristigen Herausforderung der Stilllegungsarbeiten, die etwa 30 bis 40 Jahre dauern sollen, gehört insbesondere die genaue Lokalisierung der Brennelemente, sowie deren Absicherung, inklusive der Möglichkeit einer möglichen Bergung.

Shunji Uchida, der seit heute die Leitung übernimmt, hat bereits angekündigt, die Anstrengungen zur Schaffung einer stabilen Grundlage für die künftigen Arbeiten vorantreiben zu wollen.

Ex-Kraftwerksleiter Ono wird dagegen Aufgaben in einem Projekt übernehmen, das Technologien zur Stilllegung der Reaktoren entwickelt. Über den Amtswechsel berichteten Präfekturmedien.

Der Posten des Kraftwerksleiters an dieser Anlage hatte in der Vergangenheit mehrfach für mediales Aufsehen gesorgt.

Der verstorbene Masao Yoshida war während der Akutphase der Fukushima-Krise der verantwortliche Leiter und hatte durch das Ignorieren einer offiziellen Anordnung die Kernschmelze zumindest verzögert. Dies führte zu Kritik an Yoshida.

Nach seinem Tod warf die Veröffentlichung der „Yoshida-Protokolle“ ein neues Licht auf die damaligen Entwicklungen. Der Freigabe war ein Rechtsstreit vorausgegangen und die Veröffentlichung aller Papiere wird gefordert.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter:

Am  gestrigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Mai 2016.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Strahlungsbelastung der Arbeiter bekannt gegeben (Symbolfoto: TEPCO)

Anders als in den Monaten zuvor, wurde nach Angaben von TEPCO in diesem Zeitraum keine neuen Arbeitskräfte an der Anlage eingestellt,

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 9,40 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Juni befassen wird, soll gegen Ende Juli eingereicht werden.

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