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Fukushima aktuell: Neuer Notfallgrenzwert erhöht Strahlungsbelastung der Arbeiter

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Arbeitseinsatz am 18. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Arbeitseinsatz am 18. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Mit der Anhebung eines Grenzwerts, den Hintergründen von Deckellecks und Bergungsplänen für geschmolzene Brennelemente, gibt es im Bezug auf das AKW Fukushima heute erneut mehrere interessante Meldungen. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Mai 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Strahlungsgrenzwert für Arbeiter bei AKW-Notfällen angehoben
  • Wasserstoff möglicherweise Ursache für Deckellecks
  • Bergung geschmolzener Brennelemente soll 2021 beginnen
  • Ex-Bürgermeister verklagt TEPCO wegen Strahlungsbelastung

Strahlungsgrenzwert für Arbeiter bei AKW-Notfällen angehoben: Die Atomaufsicht NRA entschied am Mittwoch, den maximalen Strahlungsgrenzwert für Kraftwerksarbeiter im Katastrophenfall dauerhaft auf 250 Millisievert anzuheben.

Der bisher verbindliche Grenzwert von 100 Millisievert wird ab kommendem April durch das neue Strahlungslimit  abgelöst, entschied die Organisation.

Eine zeitweise Erhöhung aus 250 Millisievert war nach dem Beginn der Fukushima-Krise im Zeitraum zwischen März und Dezember 2011 übergangsweise in Kraft getreten, damit die dort Beschäftigten länger als zuvor auf der Anlage arbeiten konnten.

Eine feste Anhebung des Notfallgrenzwerts auf 250 Millisievert sei nach Ansicht von Japans Atomaufsicht, sowohl im Vergleich mit Sicherheitsstandards im Ausland, als auch nach wissenschaftlichen Untersuchungen durchaus angemessen.

Entsprechende Diskussionen zur Grenzwerterhöhung bei AKW-Katastrophen waren bereits in der Vergangenheit durch die Atomaufsichtsbehörde geführt worden.

In einer Pressekonferenz erklärte der NRA-Vorsitzende Shunichi Tanaka, die Beibehaltung des bisherigen Werts würde im Fall weiterer Kraftwerksunfälle ein Hindernis bei deren Bewältigung werden. Hierüber berichtete die Kyodo.

Wasserstoff möglicherweise Ursache für Deckellecks: Kraftwerksbetreiber TEPCO meldete der Atomaufsichtsbehörde NRA am heutigen Freitag, man habe die wahrscheinlichste Ursache für den Austritt von radioaktivem Wasser an den Deckeln von Behältern ermitteln können.

Nachdem es seit April mehrmals zu diesem Phänoment gekommen war, geht das Unternehmen nach der Untersuchung von 265 inspizierten Behältern davon aus, dass Wasserstoff für die Austritte verantwortlich ist.

Bei 28 Behältern habe man radioaktives Wasser außerhalb des Deckels festgestellt und in 15 war es zur Bildung von Blasen und dem Absinken des Wasserpegels gekommen, als Arbeiter den Inhalt rührten.

Der Einschätzung von TEPCO zufolge ist die Blasenbildung auf Wasserstoff zurückzuführen, der sich aufgrund der hohen Strahlung in den Behältern gebildetet und als Gas das Wasser nach oben verdrängt habe, so dass es am Deckel austrat.

Auch wenn die Lecks an den Deckeln keine Auswirkungen auf die Umwelt hatten, kündigte der Betreiber an, saugfähiges Material an den Deckeln anzubringen und die Wassermenge in den Behältern zu verringern. Das berichtete die NHK.

Bergung geschmolzener Brennelemente soll 2021 beginnen: Obwohl im vergangenen Herbst eine Verzögerung von fünf Jahren für die Bergung geschmolzener Brennelemente an Reaktor 1 diskutiert worden war, sieht der aktuelle Entwurf der Regierung unverändert den Beginn von Bergungsarbeiten für Ende 2021 vor.

Die Tohoku-Katastrophen vom März 2011, führten am AKW Fukushima Daiichi bei den Reaktoren 1 – 3 zu Kernschmelzen. Anpassungen des Plans sind jedoch zu erwarten, da nicht einmal feststeht, an welchem Reaktor mit den Arbeiten begonnen werden sollen.

Dem jetzigen Entwurf zufolge soll zumindest bis September 2018 die beste Methode für diese Arbeiten feststehen, so dass 2021 die Arbeiten anlaufen könnten.

Gegenwärtig zielen die Maßnahmen auf der Kraftwerksanlage zunächst darauf ab, intakte Brennelemente aus den Lagerbecken zu bergen. Die hierfür erforderliche Beseitigung von Trümmern wird derzeit etwa an Reaktor 1 vorbereitet.

Über den unveränderten Zeitplan in der aktuellen Fassung des Planungsentwurfs berichtete die jiji.

Ex-Bürgermeister verklagt TEPCO wegen Strahlungsbelastung: Katsutaka Idogawa, früherer Bürgermeister der evakuierten Ortschaft Futaba, reichte Mitte der Woche eine Klage gegen den Elektrizitätsanbieter TEPCO wegen Gesundheitsgefährdung ein.

Idogawa erklärte, die Entlüftungsmaßnahmen an den Reaktoren und die späteren Wasserstoffexplosionen, hätten bei ihm zwischen dem Ausbruch der Katastrophe am 11. und der Evakuierung am 19. März 2011  zu einer Strahlungsbelastung über dem Jahresgrenzwert geführt.

Hierfür mache er das Krisenmanagement der Regierung und TEPCO verantwortlich, so dass er vom Kraftwerksbetreiber eine Entschädigungssumme in Höhe von 148,5 Millionen Yen fordere.

Nach Angaben seines Anwalts handelt es sich um die erste Klage, die Vorgänge unmittelbar nach Ausbruch der Katastrophe betrifft. Hierüber berichteten jiji und Asahi Shimbun.

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