Fukushima aktuell: Neuer Umweltminister auf Stippvisite an künftigem Zwischenlager

Fukushima aktuell: Neuer Umweltminister auf Stippvisite an künftigem Zwischenlager

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Radioaktive Abfälle: Umweltministerium führt Tests für künftige Bauprojekte durch (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Während man der Atombombenopfer gedenkt und die Präfektur Fukushima heute weiterhin mit Temperaturen über 30 Grad kämpft, sieht sich Japans neuer Umweltminister dort mit Herausforderungen für die Zukunft konfrontiert.

Die Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Neuer Umweltminister besucht künftige Zwischenlagerstätte
  • Fukushima-Tänze am Ise-Schrein
  • Hitzewelle fordert Todesopfer in Japan
Neuer Umweltminister besucht künftige Zwischenlagerstätte

Japans neuer Umweltminister Koichi Yamamoto besuchte am heutigen Dienstag die Standorte, an denen die Zwischenlager für radioaktiv belastete Abfälle aus Dekontaminationsarbeiten und Trümmerräumungen entstehen sollen.

Es ist der erste Besuch seit dem Amtsantritt in der vergangenen Woche.

Auf dem Gebiet der Gemeinen Futaba und Okuma soll auf einem Areal von 16 Quadratkilometern die Lagerstätte entstehen. Doch bislang sind nur fünf Prozent der benötigten Fläche von den Eigentümern verpachtet, oder verkauft worden.

Zwar gibt es bereits erste Lieferungen, doch noch hält sich die Gesamtmenge an kontaminiertem Erdreich in Grenzen.

Der Entscheidung um den Standort des Zwischenlagers waren lange Diskussionen und Proteste verschiedener Gemeinden vorausgegangen. Da Okuma zu einem großen Teil noch im Sperrgebiet liegt, ist die Lagerung dort sinnvoller, als an anderen Orten.

Vor seinem Besuch am geplanten Standort traf sich Minister Yamamoto mit dem Bürgermeister der Ortschaft, Toshitsuna Watanabe. Er bat die Regierung um ein schnelleres Vorgehen bei der Dekontamination seiner Gemeinde.

Der Umweltminister sicherte zu, man werde sich der Angelegenheit annehmen. Über den Besuch berichtete die NHK.

Fukushima-Tänze am Ise-Schrein

In Japan sind die Sommerfeste ein wichtiger Teil der Kultur und so verwundert es nicht, dass auch die Präfektur Fukushima über entsprechende Traditionen verfügt.

Am gestrigen Montag versammelten sich evakuierte Einwohner der Stadt Namie, die im Zuge der Kraftwerkskatastrophe flohen am berühmten Ise-Schrein (Präf. Mie), um dort in traditionellen Kostümen den „Ukedo no taue odori„, einen Tanz zur Reispflanzung aufzuführen.

Bei Ukedo handelt es sich um ein Dorf, dass in 1953 als Bezirk in die Stadt Namie eingemeindet wurde. Der Bezirk wurde durch den Tohoku-Tsunami 2011 besonders schwer beschädigt und als Folge der AKW-Krise dauerhaft evakuiert.

Verbunden mit der Aufführung auf der Ponton-Bühne im Wasser durch eine Gesellschaft zur Erhaltung traditioneller Unterhaltungsformen von Ukedo, waren Gebete für den Wiederaufbau der Region. Über das Event berichteten Präfekturmedien.

Hitzewelle fordert Todesopfer in Japan

Wie die Behörden heute bekannt gaben, gab es landesweit allein in der vergangenen Woche 6.588 Personen, die wegen Hitzschlags in Krankenhäuser eingeliefert wurde. Das ist ein Anstieg um 2.463 Personen im Vergleich zur Woche zuvor.

Bislang gibt es 12 Todesopfer, die an den Folgen des Hitzschlags verstarben. Insgesamt 141 Personen müssen wegen der schwere der Hitzefolgen mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben. Kurzfristige Behandlungen benötigten 2.118 Personen.

Senioren machen den Großteil der Betroffenen aus. Mehr als die Hälfte der Patienten ist über 65 Jahre alt. Die bisherige Höchsttemperatur wurde heute in Minobu (Präf. Yamanashi) gemessen und lag bei 39,2 Grad.

Auch die Einwohner der Präfektur Fukushima werden aufgefordert, sich durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und richtiges Verhalten vor den Folgen der Hitze zu schützen. Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.

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