Fukushima aktuell: Neuer Unterwasser-Roboter soll Brennelemente lokalisieren

Fukushima aktuell: Neuer Unterwasser-Roboter soll Brennelemente lokalisieren

Erstmals Pläne für Robotereinsatz in überschwemmtem Reaktor

956
0
TEILEN
Artikelbild - Unterwasser-Roboter für Fukushima-Einsatz (Grafik: Copyright by TEPCO/IRID
Entwurf des Unterwasser-Roboters für den Fukushima-Einsatz (Grafik: Copyright by TEPCO/IRID)

Ganz ohne das berühmte „Yellow Submarine“ als Hintergrundmelodie, gab der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt, eine Robotermission im wassergefüllten Sicherheitsbehälter eines Reaktors durchführen zu wollen.

Weitere Fukushima News betreffen dagegen die künftige Produktion von Lebensmitteln in einstigen Sperrgebietsgemeinden. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Erstmals Einsatz des Unterwasser-Roboters in Reaktor 3 geplant
  • Reis-Testanbau in einstiger Sperrgebietsgemeindem Tomioka
Erstmals Einsatz des Unterwasser-Roboters in Reaktor 3 geplant

Auf einem gestrigen Treffen erklärte das Energieunternehmen TEPCO seinen Plan, noch im Verlauf das Sommers, den mit Wasser gefüllten Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 erneut untersuchen zu wollen.

Doch anders als im Jahr 2015, als eine Kamera den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 erkundete, soll nun erstmals ein Roboter zum Einsatz kommen, der sich im Wasser freier bewegen kann. Der hohe Wasserstand ist eine Besonderheit dieses Reaktors.

Die Unterwasser-Aufnahmen der Kamera vom August und Oktober 2015 hatten unter anderem Verformungen an Brennelementen nachweisen können. Durch den neuen Schwimmroboter sollen Erkenntnisse über Verbleib und Zustand geschmolzener Brennelemente ermittelt werden.

Der Roboter wird etwa 30 Zentimeter lang sein und sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite mit einer Kamera ausgestattet sein. Die zusätzliche Anbringung eines Dosimeters ist ebenfalls möglich. Über die geplante Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

TEPCO veröffentlichte hierzu auch entsprechende Daten und Bildmaterial der IRID.

In der Vergangenheit war an diesem Reaktor auch mit anderen Technologien, etwa durch Flugdrohnentests mit Drohnen vom Typ „RISER“ experimentiert worden.

Reis-Testanbau in einstiger Sperrgebiets-Gemeinde Tomioka

Am heutigen Dienstag wurden in einem landwirtschaftlichen Testbetrieb in Tomioka das erste Mal seit der Reaktorkrise 2011 wieder Reis angepflanzt. Die Gemeinde war im vergangenen Monat zu großen Teilen wieder freigegeben worden.

Eine Reis-Rispe
Erstmals Testanbau von Reis in einstiger Sperrgebietsgemeinde Tonioka (Symbolfoto: pd)

Die evakuierte Familie lebt nun zwar in Iwaki, kehrte jedoch im Rahmen des Testprojekts an ihren einstigen Wohnort zurück, um dort die Reissetzlinge zu pflanzen.

Ziel der Versuche ist es, die Aufnahme von radioaktivem Material zu beobachten.

Die obersten Erdschichten der  landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden im Rahmen der Dekontaminationsarbeiten entfernt und mit Sand aufgefüllt.

Zusätzlich kamen Chemikalien zur Verbesserung der Bodenqualität zum Einsatz.

Jetzt bleiben das Gedeihen der Pflanzen und die Ernte abzuwarten, um festzustellen, welchen Grad an Belastung der Reis dort haben wird. Über diese Maßnahme berichtete die NHK.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT