Start Aktuelles Fukushima aktuell: Neues Bergungskonzept für Brennelemente in Arbeit

Fukushima aktuell: Neues Bergungskonzept für Brennelemente in Arbeit

Flutung der Sicherheitsbehälter womöglich überflüssig

993
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)

Mit einer unerwarteten Änderung bei der Planung zur künftigen Bergung von Brennelementen überraschen Meldungen aus Fukushima heute ihre Leser.

Wie weitere Fukushima News zeigen, bleiben andere Probleme bestehen und werden lediglich verlagert. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Alternatives Bergungskonzept für Brennelemente erwartet
  • Lagerungsprobleme für Dekontaminationsabfälle bestehen weiterhin
Alternatives Bergungskonzept für Brennelemente erwartet

Offenbar steht die Vorstellung eines neuen Konzepts zur Bergung von Brennelementen aus den Reaktoren 1-3 unmittelbar bevor. Das besondere daran ist, dass offenbar auf die vollständige Befüllung der Sicherheitsbehälter mit Wasser verzichtet werden soll.

Demnach könnten Trümmer der Brennelemente auch mit einem Bohrer oder Laser schrittweise abgetragen werden, sofern gleichzeitig eine Beregnung des Arbeitsbereichs mit Wasser stattfindet, um das aufwirbeln von radioaktivem Material zu verhindern.

Die neue Methode umgeht zwar die Gefahr des bislang geplanten Vorgehens der Komplettbefüllung des Sicherheitsbehälters – es könnte radioaktives Wasser durch Lecks in das Reaktorgebäude auslaufen – wirft aber neue Probleme auf.

Bei den Abtragungsarbeiten würde selbst bei ständiger Berieselung mit Wasser etwas radioaktives Material in der Luft bleiben und daher müssten Mittel gefunden werden, die Strahlungsbelastung so niedrig wie möglich zu halten.

Dem vorausgehen muss natürlich eine Lokalisierung der geschmolzenen Brennelemente, bevor diese dann schrittweise „abgekratzt“ werden können. Die Arbeiten sollen dabei an den Seiten beginnen.

Für die Durchführung ist die Einrichtung für Entschädigung und Stilllegung zuständig, die von der Regierung unterstützt führt und wesentliche Kontrolle über den AKW-Betreiber TEPCO hat.

Über die veränderten Pläne berichtet die Kyodo unter Berufung auf namentlich ungenannte Quellen.

Lagerungsprobleme für Dekontaminationsabfälle bestehen weiterhin

Auch wenn in größeren Städten der Präfektur Fukushima die schwarzen Plastikbehälter mit dem kontaminierten Erdreich langsam aus dem Stadtbild verschwinden, sieht die Situation in weiteren Teilen der Region anders aus.

"Furekon" - Säcke mit kontaminiertem Erdreich nahe Okuma (Foto: Copyright by Ai Kon, Fukushima-ken)
„Furekon“ – Säcke mit kontaminiertem Erdreich nahe Okuma (Foto: Copyright by Ai Kon, Fukushima-ken)

Insbesondere die Verwaltungen ländlichere Gemeinden und solche mit Nähe zu den Bergen, reagieren auf die gesundheitlichen Ängste der Bevölkerung, indem die Säcke aus dem Zentrum der Ortschaft in die gebirgigen Randgebiete geschafft werden.

Dort türmen sich die „furekon“ (eine japanisierte Abkürzung des englischen Begriffs „flexible container“) genannten Säcke unter Plastikplanen und bieten dem Wanderer entlang der Wege ein wenig idyllisches Bild.

Das große Zwischenlager auf dem Gemeinden Okuma und Futaba muss langfristig immer weiter ausgebaut werden, um die dortige Sammlung von Erdreich aus allen Teilen der Präfektur gewährleisten zu können.

Daher ist damit zu rechnen, dass die „furekon“ vielerorts weiterhin zur Landschaft in einigen Regionen der Präfektur Fukushima gehören werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here