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Fukushima aktuell: Neues Kantinengebäude auf AKW-Gelände eröffnet

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Artikelbild - Eröffnung des Kantinengebäudes für AKW-Arbeiter am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)
Eröffnung des Kantinengebäudes für AKW-Arbeiter am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)

Während die landesweite Energiesparkampagne „Super Cool Biz“ anläuft, präsentiert der Betreiber des AKW Fukushima heute die Eröffnung einer Einrichtung, die das Leben der Arbeiter erleichtern soll. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Juni 2015.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • TEPCO eröffnet neues Kantinengebäude
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

TEPCO eröffnet neues Kantinengebäude: Am heutigen Montag eröffnete TEPCO ein neues Kantinengebäude auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Wie das Unternehmen mitteilte, erhalten Angestellte dort künftig nicht nur warme Mahlzeiten, sondern haben auch die Möglichkeit, sich während Arbeitspausen mit Kollegen zu unterhalten und sich auszuruhen.

Essensausgabe bei Kantineneröffnung am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)
Essensausgabe bei Kantineneröffnung am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)

Die Einrichtungen des von der Taisei Corporation erbauten neunstöckigen Gebäudes, sollen die Lebensqualität der Kraftwerksarbeiter deutlich verbessern.

Während etwa in einem Küchenzentrum die Speisen zubereitet werden, können nun die täglichen Mittagsmahlzeiten für 3.000 Personen innerhalb einer halben Stunde mit einem wärmeisolierten LKW in das neue Kantinengebäude transportiert werden.

AKW Fukushima: Neues Kantinengebäude am 1. Juni 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Neues Kantinengebäude am 1. Juni 2015 (Foto: TEPCO)

Diese warmen Mahlzeiten werden dann bei fast der Hälfte der 7.000 Arbeiter die sonst üblichen Lunchboxgerichte (bento) ersetzen.

Neben den Mahlzeiten bietet die Anlage auch Ruheräume, um sich in den Pausen entspannen zu können. Auch der Austausch mit Kollegen soll hier unter angenehmen Bedingungen möglich sein.

AKW Fukushima: Blick in die neue Kantine am 1. Juni 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick in die neue Kantine am 1. Juni 2015 (Foto: TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber macht jedoch auch deutlich, das es hier nicht nur um Menschenfreundlichkeit gegenüber den Arbeitnehmern geht.

Vielmehr verspricht sich das Unternehmen motiviertere und ausgeruhtere Mitarbeiter die weniger Fehler machen und auf diese Weise die Zahl der Arbeitsunfälle verringert wird.

AKW Fukushima: Essen im neuen Kantinengebäude am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)
AKW Fukushima: Essen im neuen Kantinengebäude am 1. Juni 2015 (Video: TEPCO)

Neben der besseren Versorgung der Arbeiter betont TEPCO auch die positiven Effekte auf die Wirtschaftslage und das Image von Produkten der Präfektur.

Im Kantinenbetrieb werden fast 100 Arbeitsplätze geschaffen, die fast ausnahmslos mit Einwohnern der Präfektur Fukushima belegt wurden.

19 Beschäftigte stammen unmittelbar aus dem Landkreis Futaba, auf dessen Gebiet sich das Kernkraftwerk befindet.

Durch den Umstand, das vor allem lokale Produkte aus der Präfektur in der Küche verarbeitet werden, sei dies auch eine Demonstration der Sicherheit dieser Lebensmittel und ihres Beitrags zu einer gesunden Ernährung.

Das Bauprojekt, das Kantine und Ruhemöglichkeiten verbindet, war im Januar 2014 begonnen worden.

Im März 2015  hatte TEPCO bereits über den Bau des erforderlichen Küchengebäudes durch die Maeda Corporation und im Mai über Fortschritte im Kantinenprojekt berichtet.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den April 2015.

Nach Angaben von TEPCO, waren im Dezember 2014 insgesamt 556 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 17,05 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt. Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende Mai 2015 befassen wird, soll gegen Ende Juni  eingereicht werden.

1 KOMMENTAR

  1. Lieber Herr Proll, schon lange wollte ich mich einmal bei Ihnen fuer Ihre unermuedliche Berichterstattung bedanken und Sie ermuntern, diese auch künftig fortzusetzen (falls diese Ermunterung ueberhaupt notwendig ist. Ich erkundige mich auch auf anderen Seiten ueber neueste Entwicklungen, aber manchaml reicht die Zeit einfach nicht (oder ich bin unterwegs. ohne Netzzugang)- dann (auch dann) ist man bei Ihnen immmer wieder rasch auf dem Laufenden… Vielen Dank!

    Zum obigen Bericht habe ich mir heute in mein „Notizbuch“ vermerkt: „Spreadnews seit laengerer Zeit mal wieder aufgerufen – und wieder nur Negatives? Nein, man kümmert sich mehr um die Arbeiter, und schließt den Kreislauf: mit der neuen Kantine, in der nur Leute aus der Region arbeiten und nur lokale Produkte verarbeitet werden; wie zynisch ist das denn?! Hoffentlich kriegen die Arbeiter nicht auch noch Fisch aus dem Hafenbecken des Werkes!“
    Man kann man das, was Tepco da macht, auch als exzellentes Beispiel von „Biopolitik“ sehen (und so schaetzen Sie es ja auch ein): Es geht darum, das Leben der dortigen Arbeiter zu erhalten, und zwar ihr Leben als Vermögen, ihre Arbeitskraft so effektiv wie möglich einzusetzen, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    Mit besten Wünschen für Sie,
    Steffi Richter

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