Start Aktuelles Fukushima aktuell: Neustartpläne durch AKW-Katastrophe belastet

Fukushima aktuell: Neustartpläne durch AKW-Katastrophe belastet

2182
0
TEILEN
Artikelbild: AKW Fukushima: Südhügel-Ansicht der Reaktoren 1 und 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verringerung der Kühlwasser-Einspeung erwogen (Symbolfoto: TEPCO)

Unabhängig, ob es sich um die Erteilung einer Neustartgenehmigung, oder um Proteste gegen den Kraftwerksbau handelt – auch drei Jahre später, ist die Katastrophe von Fukushima heute, immer noch eines der sowohl technologischen, als auch sozialen Hindernisse für die Zukunft der Atomenergie in Japan. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Juli 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Zwei Reaktorneustarts für den Herbst erwartet
  • Anhörung zum Bauverbot für AKW Oma
  • Fukushima-Rückkehr vielfach aufgegeben

Zwei Reaktorneustarts für den Herbst erwartet: Möglicherweise steht für den Herbst der Neustart von zwei Reaktoren am AKW Sendai (Präf. Kagoshima) bevor. Mit einem positiven Ergebnis der abschließenden Sicherheitsberichts der Atomaufsichtsbehörde NRA, könnte frühestens ab kommendem Mittwoch gerechnet werden.

Dies sind zumindest Angaben der Mainichi Shimbun, die sich dabei auf ungenannte Quellen beruft.  Somit wären nur noch einige technische Schritte und die Genehmigung durch die örtlichen Gemeinden für einen Neustart der von Kyushu Electric betriebenen Anlage notwendig. Neustarts wären somit ab Herbst möglich.

Der ursprüngliche Antrag auf Sicherheitsprüfung durch die NRA hatte das Unternehmen bereits Ende April eingereicht. Dieser war jedoch aufgrund von 42 Mängeln zunächst abgelehnt und eine Überarbeitung gefordert worden, so dass die Sicherheitsprüfung einen Monat später begann als vom Betreiber geplant.

Die verschärften Regelungen sind vor allem auf die Erkenntnisse aus der  Fukushima-Katastrophe zurückzuführen. Gegenwärtig laufen an 12 Kernkraftwerken des Landes Sicherheitsprüfungen für insgesamt 19 Reaktoren. Über die Neustartaussichten berichteten Kyodo und Mainichi Shimbun.

Anhörung zum Bauverbot für AKW Oma: Mit der Klage gegen die Regierung in Tokyo und den Elektrizitätskonzern J-Power, hat die Verwaltung der Stadt Hakodate (Präf. Hokkaido) einen juristische Schritt unternommen, der bislang einmalig ist. Noch nie zuvor hatte eine japanische Gemeinde gegen den Neubau eines Kernkraftwerks geklagt.

Der im Mai 2008 begonnene Bau der Anlage des AKW Oma (Präf. Aomori), war nach den Tohoku-Katastrophen im März 2011 zunächst gestoppt, jedoch im Oktober 2012 wieder aufgenommen worden. Toshiki Kondo, Bürgermeister von Hakodate, hatte sich seit seiner Wahl im April 2011 mehrfach gegen den Weiterbau engagiert und fordert einen unbegrenzten Halt der Arbeiten.

Während Bürgermeister Kondo bei dieser ersten Anhörung die möglichen Gefahren für die angrenzenden Gemeinden anführte und für Verwaltungen im 30-Kilometer-Umkreis eines geplanten Kernkraftwerks ein Mitspracherecht bei Bauplänen forderte, liess die Regierung erklären, die Stadt Hakodate sei gesetzlich überhaupt nicht befugt, Baustoppklagen zu fordern.

Kraftwerksunternehmen J-Power legte einen Bericht vor, aus dem hervorgeht, so lange sich eine Anlage noch im Bau befinde, sei eine Risikoeinschätzung überhaupt nicht möglich und die Klage daher abzuweisen. Bürgermeister Kondo sieht dagegen bereits in den Plänen, so genannte MOX-Brennelemente zu nutzen, hinreichend Gefahrenpotential. Über diese erste Anhörung berichteten Asahi Shimbun und jiji.

Fukushima-Rückkehr vielfach aufgegeben: Einige der früheren Einwohner der Ortschaft Okuma, die seit der Fukushima-Katastrophe im Sperrgebiet liegt, haben die Aussicht auf baldige Rückkehr aufgegeben und bitten um mehr Unterstützung zum Kauf neuer Häuser. Die vom Kraftwerksbetreiber TEPCO gezahlten Entschädigungen und bisherige Unterstützung sei hierfür nicht ausreichend.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Sperrgebiet in Fukushima: Rückkehr nach Okuma mehrheitlich aufgegeben (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Nach Ansicht der Einwohner des Verwaltungsdistrikts Nogami Nr. 1, der sich gerade einmal acht Kilometer westlich der stark zerstörten Kraftwerksanlage befindet, sehen ihre Häuser, als auch die einstigen Nutzflächen durch die immer noch hohe Radioaktivität als ruiniert an, zumal es keine sichtbaren Erfolge bei der Wiederherstellung gebe.

Bereits im Oktober 2013 hatten im Rahmen einer Regierungsumfrage 67 Prozent der Flüchtlinge aus Okuma angegeben, unter den derzeitigen Bedingungen nicht zurückkehren zu wollen.

Nun fordert die Leitung des Verwaltungsdistrikts, die Verwaltung von Okuma müsse mehr Entschädigungen von der Regierung einfordern und sich nicht nur auf die Unterstützung von Rückkehrwilligen konzentrieren.

Über die Pläne der Bürger von Okuma berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here