Start Aktuelles Fukushima aktuell NRA blockiert Start von Eiswalleinsatz

Fukushima aktuell NRA blockiert Start von Eiswalleinsatz

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswall-Projekts am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)

Fortschritt und doch kein Vorankommen, so ließe sich die Situation am AKW Fukushima heute vermutlich zusammenfassen. Einerseits technologischer Erfolg, andererseits mehr als ein rein bürokratisches Hindernis.

Welche Fukushima News aus Japan aktuell sonst noch berichtet werden, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. Januar 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Eiswall am AKW praktisch fertiggestellt
  • Wasserkontrollen nach Neujahrspause wieder aufgenommen
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Eiswall am AKW praktisch fertiggestellt: Die unterirdische Barriere, die den Austausch von kontaminierten Reaktoabwässern aus den Reaktoren 1 bis 4 und dem übrigen Grundwasser verhindern soll, nähert sich ihrer Fertigstellung.

Nur noch wenige Arbeitsschritte, wie etwa die vollständige Befüllung mit dem Kühlmittel sind erforderlich, um die Betriebsfähigkeit des Systems herzustellen.

Doch wann die Anlage tatsächlich zum Einsatz kommen wird ist unklar – denn die Genehmigung der Atomaufsicht NRA steht noch aus

Einmal fertiggestellt, besteht der so genannte „Eiswall“ aus unterirdisch verlegten Rohren, die auf einer Strecke von 1,5 Kilometern um vier Reaktorgebäude verlaufen.

Ein in den Rohren zirkulierendes Kühlmittel soll zu einem geschlossenen Kühlkreislauf führen, durch den der umgebende Erdboden tiefgefroren wird und so eine natürliche Barriere gegen den Grundwasseraustausch bilden würde.

Doch die Vorbehalte von Kritikern und Atomaufsicht sind schwerwiegend. Die Behörde befürchtet, dass bei sinkendem Grundwasserpegel durch die Stauung vermehr radioaktives Wasser aus den Reaktorgebäuden gelangen könnte.

Kraftwerksbetreiber TEPCO, der den Start des Eiswalls für Ende März vorgesehen hat und sich eine Verringerung des täglich in die Gebäude strömenden Wassers auf zehn Tonnen erhofft, versicherte gegenüber der NRA, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

So will das Unternehmen die Grundwasserpegel genau beobachten und notfalls externes Wasser zuführen, falls die Differenz der Pegelstände zu groß werde. Das berichtet die NHK.

Kritiker bringen weitere Risikofaktoren vor. So sei ein derartiger Kühlkreislauf noch nie in diesem Maßstab genutzt worden und die durchschnittliche Betriebsdauer solcher Anlagen liege bislang bei etwa drei Jahren.

Wie erdbebensicher und welche Konsequenzen der Austritt von Kühlmittel in den Erdboden hätte, sei daher nur schwer einschätzbar. Bei einem Ausfall der Abpumpanlage könne zudem aufgestautes Wasser an die Oberfläche gelangen.

Es wird somit offenbar noch etwas dauern, bis TEPCO die NRA hinreichend überzeugen kann. Ob der Zeitplan, Ende März mit dem Betrieb zu beginnen, tatsächlich eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten.

Wasserkontrollen nach Neujahrspause wieder aufgenommen: Die Präfekturverwaltung Fukushima hat die Kontrollen zur Wasserqualität in Meer und Flüssen an neun Gebieten der Evakuierungszone wieder aufgenommen.

Der entsprechende Plan zur Fortführung der Arbeiten in diesem Jahr war am Mittwoch einem Umweltrat in der Stadt Fukushima vorgelegt worden. Bei den Kontrollen geht es jedoch lediglich um die Konzentration von Wasserstoffionen und Schwebstoffen im Wasser.

Angesichts der Aussicht auf die Aufhebung von Evakuierungsanordnungen und der damit verbundenen Rückkehr der Einwohner in jetzige Teile des Sperrgebiets wird die Zahl der Messposten weiter ausgebaut und soll von 189 auf 199 steigen. Das berichten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Dezember 2015.

Nach Angaben von TEPCO , waren im Dezember 2015 insgesamt 287 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.
Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 13,27 Millisievert, Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Januar 2016 befassen wird, soll gegen Ende Februar eingereicht werden.

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