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Fukushima aktuell: NRA diskutiert mögliche Erhöhung von Strahlungsgrenzwert

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Kontrollraum am 27. März 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Kontrollraum am 27. März 2011 (Foto: TEPCO)

Situation und Gesundheit der Kraftwerksarbeiter im Katastrophenfall und im Verlauf der täglichen Routine, sind die heutigen Themen der Fukushima News. Mehr zu dem, was rund um das AKW Fukushima heute diskutiert wurde, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Grenzwert für AKW-Katastrophenfall soll angehoben werden
  • Fukushima-Arbeiter fühlen sich von Wählern unverstanden
  • Erfolgreiche Grundwasserverklappung

Grenzwert für AKW-Katastrophenfall soll angehoben werden: In einer heutigen Sitzung erwägt die  Atomaufsichtsbehörde NRA die Möglichkeit, das maximal zulässige Strahlungsniveau für Kraftwerksarbeiter in Katastrophenfällen anzuheben.

Demnach würde der bisherige Wert im Katastrophenfall von 100 Millisievert auf 250 erhöht werden – und befände sich nach Erklärung des Vorsitzenden Shunichi Tanaka im mittleren Bereich der international angewandten Standards. Diese liegen zwischen 250 und 500 Millisievert.

Diese Anpassung wäre zudem eine Reaktion auf die Strahlungsbelastung zu Beginn der Fukushima-Krise im März 2011, als bei den Arbeitskräften der Grenzwert der Regierung schnell überschritten wurde.

Damals war eine temporäre Erhöhung des Jahresgrenzwerts auf 250 Millisievert erfolgt und diese Änderung aufgrund der schwierigen Situation neun Monate in Kraft geblieben.

Die Teilnehmer kamen zur gemeinsamen Einschätzung, dass die Neuregelung die Kraftwerksbetreiber in die Pflicht nehmen würde. Diese müssten sowohl das Einverständnis der Arbeiter angesichts der Gesundheitsrisiken einholen und die Angestellten für Notfälle besser auszubilden, um die zu erwartende Belastung so gering wie möglich zu halten und unnötige Belastung zu vermeiden.

Ähnliche Worte waren bereits im Juli 2014 bei einer Grenzwert-Diskussion der NRA gefallen. Die Details der Vorgabenänderung werde man auch jenseits des heutigen Treffens diskutieren. Über die Entscheidungsfindung berichteten Kyodo und NHK.

Fukushima-Arbeiter fühlen sich von Wählern unverstanden: Die Meldungen japanischer Medien befassten sich in den vergangenen Tagen vor allem mit den vorgezogenen Wahlen, die am Sonntag durchgeführt werden sollen. Auch die Neustartbestrebungen von Reaktoren waren Teil des Wahlkampfs.

Dennoch ist ein Teil der täglich 6.000 Beschäftigen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi der Ansicht, ihre Arbeitsbedingungen seien der Öffentlichkeit nicht ausreichend bekannt, so dass die Wähler ein unzureichendes Bild der Bedingungen hätten.

Der Tagesablauf ist neben den eigentlichen Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände, vor allem durch das Pendeln zwischen den Unterbringungen in der Sportanlage J-Village und dem AKW, sowie den erforderlichen Sicherheitskontrollen geprägt.

Um morgens die Schichten, die aufgrund der Belastung durch Radioaktivität und Schutzkleidung lediglich anderthalb Stunden dauern dürfen, rechtzeitig antreten zu können, ist das morgendliche Aufstehen von 5:00 Uhr keineswegs ungewöhnlich, heißt es von Arbeiterseite.

Die teilweise undurchsichtige Entlohnung innerhalb der Kette von Subunternehmen und die bekannt gewordene Unterschlagung von Sicherheitszulagen für Tätigkeiten in besonders gefährlichen Bereichen, führen zu eher bescheidenen finanziellen Verhältnissen der Arbeiter.

So berichtet die Kyodo von einem 50 Jahre alten Arbeiter, der nach dreijähriger Tätigkeit bei Trümmerräumung und dem Aufbau von Lagertanks nun bei der Grundwasserbekämpfung beschäftigt ist und dafür ein Monatsgehalt von weniger als 200.00 Yen (ca. 1.354 Euro) erhält.

Die Arbeit  wird jedoch keineswegs leichter, denn nach Trümmerräumungen wird irgendwann das Betreten der stark belasteten Reaktorgebäude erforderlich werden. Doch sobald die Arbeiter ihren zulässigen Jahresgrenzwert von 50 Millisievert pro Jahr überschreiten, muss die Fünf-Jahres-Grenze von 100 Millisievert eingehalten werden – was praktisch der Arbeitslosigkeit gleich kommt.

Von den Wahlen, die auch Einfluss auf die politische Haltung zur Atomenergie erwartet wird, bekommen die Angestellten aufgrund ihrer Arbeitszeiten praktisch  nichts mit. Über den Alltag jenseits der Politik berichtete die Kyodo.

Erfolgreiche Grundwasserverklappung: Eine am heutigen Donnerstag durchgeführte Verklappung von Grundwasser aus den Bergen, verlief nach Angaben von TEPCO ohne Zwischenfälle. Bei den Arbeiten zwischen 10:29 Uhr und 17:18 Uhr traten keine Störungen auf.

Im Rahmen der Maßnahme des Grundwasserumleitungsprojekts, wurden 1.722 Tonnen Wasser in das Meer eingeleitet. Über den regelmäßig durchgeführten Vorgang berichtete das Betreiberunternehmen.

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