Start Aktuelles Fukushima aktuell: NRA drängt auf Verklappung von Tritium-Abwässern

Fukushima aktuell: NRA drängt auf Verklappung von Tritium-Abwässern

Betreiber des AKW Fukushima soll schnell entscheiden

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Artikelbild - AKW Fukushima: Laufende Grundwasserverklappung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: NRAS fordert weitergehende Verklappung (Foto vom 21. Mai 2014. Copyright by TEPCO)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Äußerungen der Atomaufsichtsbehörde zeigen, unter welchem Druck TEPCO steht, wenn es um die Beseitigung radioaktiver Abwässer geht.

Ob man bei den neuen Fukushima News bereits von einer Art Nötigung sprechen kann, oder lediglich gesunder Menschenverstand die NRA leitet, mag Interpretationssache sein. Die Fakten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Januar 2018.

NRA fordert schnelle Entscheidung zur Verklappung von Tritium-Abwässern

Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA drängt den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi zu einer möglichst schnellen Entscheidung über die Möglichkeit einer Verklappung von tritiumhaltigen AKW-Abwässern in das Meer.

In einem Gespräch mit Yukiei Matsumoto, dem Bürgermeister der Gemeinde Naraha, erklärte der NRA-Vorsitzende Toyoshi Fuketa, sollte in diesem Jahr keine Entscheidung getroffen werden, würde dies neue Herausforderungen mit sich bringen.

TEPCO filtert zwar kontaminiertes Wasser, das bei den Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände anfällt – doch für die Filterung von Tritium existiert nach wie vor kein praktikables Verfahren, so dass die  Konzentration des radioaktiven Materials teilweise extrem hoch ist.

Dem Unternehmen bleibt somit nichts anderes übrig, als neue Lagertanks für radioaktive Abwässer zu errichten. Damit verbunden ist aber nicht nur die Gefahr von Wasserlecks, sondern auch der Platz für weitere Behälter wird langfristig knapp werden.

Für die Vorbereitung der Verklappung werde man ohnehin zwei bis drei Jahre benötigen, so dass eine möglichst frühe Entscheidung von großer Bedeutung ist, so Fuketa. Außerdem wies er auf die vergleichsweise geringe Gesundheitsgefahr hin.

An anderen Kernkraftwerken sei die Verklappung tritiumhaltiger Abwässer längst Standard und die jährliche Konzentration liege bei 60 Billionen Becquerel. Es müsse lediglich sichergestellt werden, dass der gesetzliche Grenzwert nicht überschritten wird.

Eine Gefährdung des Meeres, oder einen Einfluss auf Meeresprodukte wie etwa Fisch, könne wissenschaftlich ausgeschlossen werden. Lokale Fischer befürchten dennoch maßive Einbußen aufgrund von Gerüchten und lehnen die Maßnahme ab.

Über die drängende Forderung der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA berichtete die Kyodo.

Hintergrund

Nach Angaben der NRA befinden sich noch etwa 650 Lagertanks auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi (Stand Dezember 2017). Die Tritiumkonzentration liegt dabei zwischen 1 und 5 Millionen Becquerel pro Liter.

Gesetzlich ist eine Verdünnung auf 60.000 Becquerel pro Liter erforderlich, um eine Genehmigung zur Einleitung in das Meer zu erhalten.

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