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Fukushima aktuell: NRA-Führung glaubt an Tunnelzementierung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Arbeiten zu Betonierung und Trockenlegung, 25. November 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten zur Betonierung und Trockenlegung, 25. November 2014 (Foto: TEPCO)

„Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ mag die inoffizielle Maxime beim Besuch am Kernkraftwerk Fukushima heute gelautet haben, doch in der Tat melden die Fukushima News nur gemäßigten Optimismus, was angesichts unklarer Entwicklungen nur vernünftig erscheint. Die Details und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Dezember 2014.

  • Leiter der Atomaufsicht vertraut auf Tunnelzementierung
  • Wartung von Wasserpumpen durchgeführt
  • Ursache für Kühlungsstopp bestätigt
  • Urteil verpflichtet zur Bekanntgabe geplanter Standorte
  • Südkorea schickt Experten wegen Fischfangprüfung nach Fukushima

Leiter der Atomaufsicht vertraut auf Tunnelzementierung: Im Rahmen eines vierstündigen Besuchs der Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, verschaffte sich Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA, einen Eindruck von allen Einheiten der Kraftwerksanlage.

Neben bereits bekannten Vorrichtungen, wie den verbesserten Betonbarrieren um die Lagertankbereiche, galt sein besonderes Interesse den neu eingesetzten Techniken zur Leerung unterirdischer Tunnel, in denen sich stark radioaktives Wasser befindet.

Das vor Kurzem begonnene Vorgehen sieht die Füllung der Tunnel mit einem Spezialbeton vor, was die radioaktiven Abwässer verdrängt, während gleichzeitig kontaminiertes Wasser heraufgepumpt wird.

Tanaka erklärte bei seinem dritten Besuch innerhalb von annähernd zwei Jahren, dass er eine zunnehmende Verbesserung der Sicherheit auf der Kraftwerksanlage sehe. Auch die Arbeiten zur Tunnelbewältigung, der seine besondere Sorge galt, scheinen erfolgreich zu verlaufen, so der NRA-Vorsitzende.

Allerdings erklärte er auch, dass die täglich anfallenden Wassermassen nicht ewig auf dem Kraftwerksgelände gelagert werden könnten. Dieser Umstand müsse den Menschen bewusst gemacht werden, so dass die erforderliche Verklappung ausreichend gefilterter Abwässer durchgeführt werden könne. Über den Besuch berichtete die NHK.

Wartung von Wasserpumpen durchgeführt: Nachdem der Betrieb von Pumpen der Grundwasserumleitung zunächst trotz einer ungeklärten Substanz weitergeführt und später die Ursache der Ablagerung in den Pumpen nachgewiesen wurde, führte TEPCO nun auch Reinigungen an anderen Pumpen durch.

So wurde heute die Grundwasserpumpe Nr. 12 kurzzeitig abgestellt und Reinigungsarbeiten im Inneren durchgeführt. Meldungen über mögliche Probleme gab es bei der Maßnahme nicht. Das erklärte der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Ursache für Kühlungsstopp bestätigt: Ende November war es zu Problemen am Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 2 gekommen, als ein Kompressor, der Druckluft an das Ventil zur Kühlkontrolle transportieren sollte, überraschend stoppte. Aufgrund des Einsatzes einer zweiten Pumpe hatte es keine Probleme bei der Kühlung des Beckens gegeben.

Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen belegen nun offenbar den zuvor gehegten Verdacht bezüglich der Ursache. Demnach sei es sehr wahrscheinlich, dass der Zwischenfall durch die Fehlbedienung eines einzelnen Schalters durch einen Beschäftigten zurückzuführen ist. Über die Einschätzung berichtete die Kyodo.

Urteil verpflichtet zur Bekanntgabe geplanter Standorte: In einem Urteil vom gestrigen Donnerstag, verurteilte ein Gericht in Osaka das Umweltministerium zur Preisgabe der Namen von Ortsverwaltungen, die einer Übernahme von Katastrophentrümmern bereits zusagten, oder dies erwogen.

Der Vorsitzende Richter Kenji Tanaka, begründete das Urteil mit der Aussage, die Bürger hätten ein Recht zu erfahren, ob Trümmer aus den Tohoku-Katastrophen in ihren Gemeinden eingelagert werden. Insbesondere sei die Angst vor einer möglichen radioaktiven Belastung zu berücksichtigen.

Das Umweltministerium hatte der Aufforderung einer Bürgerrechtsgruppe im Mai 2012, die Standortinformationen preiszugeben widersprochen und erklärt, die Bekanntgabe könnte zur Behinderung der Transporte führen, da die Neutralität der Beteiligten durch unangemessenen Druck gefährdet würde. Daraufhin hatte die Aktivistengruppe Klage eingereicht.

Nach Angaben des Gerichts hatte hatte das Ministerium im Dezember 2011 zwar eine Bereitschaftsumfrage bei Verwaltungen in 43 der 47 Präfekturen Japans durchgeführt, jedoch nicht die Inhalte der 54 erfolgten Antworten von Ortsverwaltungen bekannt gegeben.

Die Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi seien aufgrund abgeschlossener Arbeiten gänzlich von der Umfrage ausgeschlossen worden. Auch Okinawa war nicht Teil der Lagerdiskussion.

Richter Tanaka mahnte, die Regierung müsse mehr Bemühungen um eine wahrheitsgemäße Information der Bevölkerung anstreben und sich um einen besseren Dialog mit der Bevölkerung bemühen – insbesondere unter Berücksichtigung jener Bürger, die Vorbehalte gegen die Einlagerung hegen.

Gegenüber der Presse äußerte das Umweltministerium, man werde zunächst die Inhalte der Gerichtsentscheidung prüfen, bevor man mögliche Schritte unternehme. Über die Entscheidung berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

Südkorea schickt Experten wegen Fischfangprüfung nach Fukushima:  Für die Dauer einer Woche sollen sieben Experten aus Südkorea bei einem ersten Besuch in Japan einen Eindruck vom Vorgehen beim Testfischfang machen, unter besonderer Berücksichtigung der Präfektur Fukushima.

Auch die Maßnahmen, die am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zur Verhinderung einer Meeresbelastung getroffen werden, sind von Interesse. Seit September 2013 ist in Südkorea ein Importverbot für Fische aus acht japanischen Präfekturen, aufgrund der dort aufgetretenen Kontamination in  Kraft.

Nach einem weiteren Besuch im Januar 2015, werden die Experten in einem Bericht zusammenfassen, ob sie eine Aufrechterhaltung, oder eine Lockerung des bislang geltenden Verbots empfehlen. Über die angekündigten Kontrollen berichteten mehrere Medien, darunter die NHK.

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