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Fukushima aktuell: NRA genehmigt Bau der Grundwasserbarriere

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Artikelbild - AKW Fukushima: Außenansicht des Experiments der Grundwasserbarriere am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Außenansicht des Experiments der Grundwasserbarriere am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Die Atomaufsicht gab dem Betreiber des AKW Fukushima heute die Erlaubnis für ein umstrittenes Projekt. Weniger glücklich dürfte TEPCO dagegen über eine Gerichtsentscheidung sein, deren langfristige Folgen eine finanzielle Belastung für den Elektrizitätsanbieter darstellen könnten. Die heutigen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Mai 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Atomaufsicht akzeptiert gefrorene Grundwasserbarriere
  • TEPCO muss erstmals Kosten für Evakuierten übernehmen

Atomaufsicht akzeptiert gefrorene Grundwasserbarriere: Eine Arbeitsgruppe der Atomaufsicht NRA, genehmigte auf einer heutigen Sitzung die Pläne von TEPCO, durch Einfrieren tiefer Erdschichten eine unterirdische Barriere zu schaffen. Zuvor waren Fragen über Sicherheitsrisiken für Gebäude der Anlage aufgekommen.

Die geplante Barriere soll verhindern, das Grundwasser aus den Bergen gelangen und durch radioaktives Wasser, das aus Reaktorgebäuden dringt, kontaminiert werden kann. Neben der Filterung durch die ALPS-Filteranlage und der Grundwasserumleitung in den Pazifik, gehört die Grundwasserbarriere zu den drei wichtigsten Maßnahmen des Kraftwerksbetreibers.

AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)

Allerdings hatte die Atomaufsicht die Pläne durch etwa 30 Kritikpunkte zu Sicherheit und Effektivität ausgebremst. Insbesondere die Frage, ob die Eisbarriere möglicherweise Einfluss auf den Kühlkreislauf beschädigter Reaktoren haben könnte, falls sie zum Absinken des Bodens und einer seitlichen Neigung der Reaktorgebäude führen sollte.

Auf dem heutigen Treffen konnte TEPCO die Skeptiker durch eine Einschätzung überzeugen, in der eine maximale Absenkung von 1,4 bis 1,6 Metern angegeben wird. Die Reaktorgebäude würden sich ebenfalls kaum bewegen.

Daraufhin gab die NRA die Erlaubnis zum Bau der Anlage. Diese soll im Juni beginnen und im Verlauf des Fiskaljahres 2015 abgeschlossen werden.

Neben TEPCO stehen auch das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), sowie die Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE) hinter dem Plan. Kritiker bemängeln, die eingesetzte Technologie werde bislang nur in kleinem Rahmen eingesetzt und nicht auf Langzeitbetrieb ausgelegt  Über die Genehmigung berichteten Mainichi Shimbun und jiji

TEPCO muss erstmals Kosten für Evakuierten übernehmen: Ein Gericht in Kyoto entschied am vergangenen Dienstag, im Rahmen der Klage eines früheren Einwohners der Präfektur Fukushima, gegen den Kraftwerksbetreiber TEPCO zugunsten des Klägers.

Der Mann Mitte 40 war nach Ausbruch der Fukushima-Krise auf eigene Kosten in die Stadt Kyoto geflohen. Nachdem er aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mehr erwerbsfähig ist, forderte er von TEPCO eine monatliche Zahlung von 600.000 Yen über die Dauer eines Jahres, um seine allgemeinen Lebenshaltungskosten abzudecken.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO muss erstmals Kosten für Evakuierten übernehmen (Symbolfoto: pd)

Im Urteil vom 20. Mai 2014 entschied das Gericht schließlich, das Unternehmen müsse monatlich 400.000 Yen zahlen. In dieser Summe sei das frühere Einkommen des Klägers, sowie weitere Faktoren eingeflossen.

Nachdem TEPCO sich bereits zur Zahlung von Entschädigungen an evakuierte Bürger der Präfektur verpflichtet hatte, ist dieses Urteil das erste Mal, dass der AKW-Betreiber zur Übernahme von Lebenshaltungskosten verurteilt wurde.

Zuvor hatte TEPCO eine Verpflichtung zur Entschädigung von Personen, die ohne Aufforderung geflohen und arbeitsunfähig geworden waren, grundsätzlich abgelehnt.

Das Gericht erklärte diese Regelung für nicht angemessen, da die Richtlinien, auf die sich TEPCO selbst beruft, eine fallweise Prüfung derartiger Fälle vorsehen. Das Unternehmen wollte sich zum Richterspruch nicht äußern. Man werde den Sachverhalt sorgfältig prüfen und sich der Sache aufrichtig annehmen. Das berichteten Asahi Shimbun und NHK.

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