Start Aktuelles Fukushima aktuell: NRA hielt über mehrere Jahre Dokumente zurück

Fukushima aktuell: NRA hielt über mehrere Jahre Dokumente zurück

Beantragte Dokumente fanden ihren Weg jahrelang nicht auf die Webseite

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Artikelbild zeigt Dokumente und Papierstapel (Foto: Sebastien Wiertz flickr cc-by)
NRA aktualisierte über Jahre öffentliche Informationen nicht (Foto: Sebastien Wiertz, cc-by)

Während vom AKW Fukushima heute sowohl Erfolgserlebnisse, als auch Probleme gemeldet werden, könnte die Atomaufsichtsbehörde aufgrund neuer Entdeckungen einen Imageschaden erleiden.

Die Hintergründe der Fukushima News gibt es wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • NRA machte freigegebene Dokumente mehrere Jahre lang nicht zugänglich
  • Cäsiumfilteranlage SARRY nach Ausfall wieder in Betrieb
  • TEPCO präsentiert neues Lagergebäude auf AKW-Gelände
  • Wasserleck an Behälter der Regenwasser-Filteranlage
NRA machte freigegebene Dokumente mehrere Jahre lang nicht zugänglich

Die Atomaufsichtsbehörde NRA ist ihrer Informationspflicht für die Allgemeinheit offenbar zweieinhalb Jahre lang nur unzureichend nachgekommen. Dokumente, deren Freigabe beantragt wurden war, fanden demnach nicht ihren Weg auf die Webseite der Behörde.

Die Gesamtzahl liege bei mehr als 100 Fällen.

Seit September 2015 wurde das angefragte Material nicht auf der Webseite öffentlich zugänglich gemacht. Bei der Mehrheit der unveröffentlichten Dokumente, handelt es sich um Schriftstücke aus der Zeit vor Gründung der NRA.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA war im September 2012 ins Leben gerufen worden, nachdem die Vorgängerorganisation NISA, sowie weitere Instanzen, wie etwa das Industrieministerium (METI) wegen schlechter Informationspolitik unter Beschuss geraten waren.

Die NRA begründete die Zurückhaltung der Dokumente mit Unklarheiten beim Copyright, sowie mangelnder Serverkapazität – und begann noch am selben Tag mit dem Hochladen der ersten Schriftstücke. Über diese Entdeckung berichteten Präfekturmedien.

Cäsiumfilteranlage SARRY nach Ausfall wieder in Betrieb

Nach dem gestrigen Ausfall der Filtersysteme SARRY und KURION hat der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi auf das Problem reagiert. Da die Störung offenbar auf Schäden an einem Transformator zurückzuführen war, wurde die Elektrizitätsversorgung geändert.

So konnte heute um 18:58 Uhr (Ortszeit) zumindest die Cäsiumfilteranlage SARRY wieder in Betrieb gehen. Nach Betreiberangaben läuft das System wieder störungsfrei. Über den Erfolg berichtete TEPCO.

TEPCO präsentiert neues Lagergebäude auf AKW-Gelände

Am heutigen Donnerstag präsentierte TEPCO mehreren Medienvertretern eine neue Einrichtung zur Lagerung von radioaktiv belasteten Trümmern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Aufgrund der schweren Schäden an den Reaktorgebäuden, ist eine Entfernung der Trümmer erforderlich, bevor die Bergungsarbeiten für Brennelemente aus den Lagerbehältern anlaufen können.

Das neue Lagergebäude hat zwei oberirdische Stockwerke und verfügt zudem über zwei Untergeschosse. Je höher die radioaktive Belastung des geräumten Materials ist, desto tiefer wird es eingelagert.

Nach Angaben von TEPCO kann das neue Gebäude Strahlungswerte bis zu zehn Sievert pro Stunde zuverlässig und sicher abschirmen, was im Wesentlichen auf die äußeren Betonwände von bis zu 65 Zentimetern Dicke zurückzuführen ist.

Die Gesamtkapazität beläuft sich auf mehr als 60.000 Kubikmeter.

An Reaktor 1, wo mehr als 1.500 Kubikmeter an Trümmern zu räumen sind, begannen die Arbeiten bereits im vergangenen Monat, um anschließend die dort verbliebenen 392 Brennelemente bergen zu können.

Für die Räumung wird ein ferngelenktes Fahrzeug genutzt, das den Schutt abtransportiert, bevor er von Gabelstaplern in das Gebäude verfrachtet wird. Ein Großteil der Arbeiten wird aus der Entfernung koordiniert, um das Gesundheitsrisiko der Arbeiter zu minimieren.

Über die neue Anlage auf dem Gelände berichtete die NHK.

Wasserleck an Behälter einer Regenwasser-Filteranlage

Am heutigen Donnerstag wurde gegen 10:42 Uhr der Austritt von Wasser an einem Zwischentank zur Umkehrosmose-Anlage im Lagertankbereich H1 entdeckt. Die Pumpe wurde abgestellt und das Wasserleck um 11:16 Uhr bestätigt.

Das Wasser sollte eigentlich von der Regenwasser-Filteranlage in den Zwischentank der Umkehrosmose-Anlage geleitet werden.

Vor Ort wurde festgestellt, dass das Wasser in eine Abflussrinne gelaufen war. Dort wurde es jedoch durch Erdreich aufgehalten und gelangte daher nicht in den Abwasserkanal. Auch die Strahlungswerte im Abwasserkanal zeigen keine Auffälligkeiten.

Bei der Suche nach der Ursache wurde entdeckt, dass sich das Verbindungsstück der Druckleitung gelöst hatte. Bei der ausgetretenen Flüssigkeit handelt es sich um Regenwasser, das hinter den Dämmen der Lagertanks entfernt worden war.

Die Gesamtmenge soll sich auf 4,8 Kubikmeter Regenwasser belaufen. Das Wasser wurde durch einen Saugwagen entfernt und in den Lagertankbereich E transferiert. Eine Analyse ergab Cäsiumkonzentrationen unter dem Nachweiswert von 4,4 Becquerel pro Liter.

Über den Zwischenfall berichtete das Betreiberunternehmen TEPCO.