Start Aktuelles Fukushima aktuell: NRA mahnt TEPCO wegen Wartungsmängeln ab

Fukushima aktuell: NRA mahnt TEPCO wegen Wartungsmängeln ab

Qualitätsmanagement am AKW Fukushima lässt zu wünschen übrig

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Transfer der Brennelemente-Wechselmaschine am 20. November 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Transfer der Brennelemente-Wechselmaschine am 20. November 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Kritik und Ablehnung schlug dem Betreiber des AKW Fukushima heute bei Gesprächen mit Japans Atomaufsichtsbehörde entgegen. Unterdessen meldet der Betreiber einen kleinen Arbeitsunfall – doch diese Fukushima News ist für TEPCO weit weniger schwerwiegend, als die Kritik.

Die Einzelheiten und Hintergründe der aktuellen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. September 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • NRA kritisiert Verzögerung bei Brennelementebergung
  • Neue Tsunami-Schutzmaßnahmen am AKW Fukushima geplant
  • Arbeitsunfall am AKW Fukushima
NRA kritisiert Verzögerung bei Brennelementebergung

Anlässlich eines aktuellen Treffens übte die Atomaufsicht harsche Kritik an der Qualitätskontrolle des Energieunternehmens TEPCO. Hintergrund sind die Verzögerungen bei der Bergung abgebrannter Brennelemente am AKW Fukushima Daiichi.

Zuvor hatte TEPCO eingeräumt, den bisherigen Zeitplan für die Entfernung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 nicht einhalten zu können. Somit kommt es erneut zur Verschiebung der Bergungsarbeiten. Sie waren zuletzt für November geplant.

Als Ursache gab der AKW-Betreiber zu, die Ursache für die Verzögerung sei die unzureichenden Kontrollen der vorhandenen Vorrichtungen und Arbeitsgeräte. Zuletzt hatte es technische Probleme an Kränen gegeben.

Die Behörde kritisiert dieses lasche Qualitätsmanagement scharf und erklärte sogar, die Probleme würden bereits in der Chefetage beginnen und sich von der Führung ausgehend durch das Management ziehen.

TEPCO gelobte Besserung und wiederholte die bereits zuvor getätigte Äußerung, man wolle nun zunächst alle möglichen Fehlerquellen ausschließen bzw. beseitigen, bevor man einen Bergungsversuch der 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken beginne.

Über die harten Worte der Atomaufsichtsbehörde an den Elektrizitätsanbieter berichtete die NHK.

Neue Tsunami-Schutzmaßnahmen am AKW Fukushima geplant

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am heutigen Freitag bei einem Treffen mit der japanischen Atomaufsichtsbehörde bekannt gab, plant das Unternehmen eine bessere Sicherung der Anlage gegen Tsunami-Schäden.

Hintergrund für die Pläne ist die Risikobewertung eines Erdbebenforschungsteams der Regierung vom vergangenen Dezember. TEPCO sieht aufgrund dieser Einschätzung ein besonderes Risiko von Tsunami mit einer Höhe von mehr als zehn Metern.

Beim Auftreffen einer solchen Welle auf das Kraftwerksgelände, könnte hochgradig radioaktiv kontaminiertes Wasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude gespült werden, erklärte TEPCO.

Als Gegenmaßnahmen plant der Elektrizitätsversorger eine Ausweitung der Schutzdämme auf der Küstenseite in nördlicher Richtung, entlang der Reaktorgebäude. Diese Arbeiten sollen so schnell wie möglich abgeschlossen werden.

Als zusätzliche Schutzmaßnahme sollen die Zugänge zu Gebäuden und ander Öffnungen wasserdicht gemacht und versiegelt werden. Die Atomaufsicht nahm die Pläne zur Kenntnis, verlangt jedoch Angaben zu Verzögerungen bei den Stilllegungsarbeiten.

Akira Ono, Verantwortlicher bei TEPCO für die Stilllegung der Anlage entgegnete, jeder Tsunami hätte Schäden am Equipment zur Folge und würde die Arbeiten stärker verlangsamen, als die Fokussierung auf Schutzmaßnahmen gegen die Riesenwellen.

Über die Begegnung und die Pläne berichtete die NHK.

Arbeitsunfall am AKW Fukushima

Am heutigen Freitag verletzte sich gegen 16:15 Uhr (Ortszeit) ein Angestellter eines Partnerunternehmens bei Arbeiten zur Demontage von Rohren an der im Bau befindlichen Müllverbrennungsanlage für Feststoffe außerhalb des AKW-Geländes.

Bei der Arbeit klemmte er sich Zeige- und Mittelfinger der linken Hand ein. Nach einer ersten medizinischen Diagnose wurde um 16:54 Uhr ein Krankenwagen angefordert, da weitergehende medizinische Behandlung erforderlich ist.

Der Patient wurde gegen 17:34 Uhr in ein Krankenhaus der Stadt Iwaki transportiert. Über den Arbeitsunfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.