Fukushima aktuell: NRA misstraut Eiswall-Fortschritten

Fukushima aktuell: NRA misstraut Eiswall-Fortschritten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Oberirdische Rohre des Eiswalls am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Oberirdische Rohre des Eiswalls am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)

Hindernisse gibt es bei den Arbeiten am AKW Fukushima heute genau so, wie im März 2011. Allerdings gehören längst auch Vorbehalte von Bürgern und Bürokratie zu den Themen, die aus diesem Grund ihren Weg in die Fukushima News finden.

So sorgt etwa das  Eiswall-Projekt in Japan aktuell für Schlagzeilen. Doch auch überaltete Elektrizitätsanlagen sind ein Thema im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • NRA fordert Bodenproben vom Eiswall
  • Kontrollen an Überlandleitungen am AKW Fukushima Daini
NRA fordert Bodenproben vom Eiswall

Nachdem die vollständige Gefrierung der Küstenseite des Eiswalls im Oktober als großer Erfolg begrüßt worden war, müssen Regierung und Betreiberfirma auf Anordnung der Aufsichtsbehörde NRA nun genau hinschauen.

Die Experten der NRA wollen sich nicht mit den Messergebnissen der Bodenthermometer zufrieden geben, sondern fordern Bodenproben, die eine vollständige Gefrierung der Schichten nachweisen sollen, sowie eine Einschätzung der Effektivität.

Noch in diesem Monat soll auf dem Gelände südlich von Reaktor 4 eine mehrere Meter tiefe Grabung erfolgen. Der Ort der Prüfung wurde wegen seiner vergleichsweise geringen Umgebungsradioaktivität gewählt.

Im Laufe des Monats sollen dann auch die Experten einer Regierungs-Taskforce die Durchführung der Arbeiten vor Ort begutachten. Sollte die Beurteilung positiv ausfallen, könnte auch die ausstehende Genehmigung zur Gefrierung der Landseite erfolgen.

TEPCO ist an einem Erfolg des Eiswallprojekts interessiert, da man hofft, durch die unterirdische Grundwasserbarriere in Verbindung mit Pumpen noch 2018 einen Großteil radioaktiver Abwässer aus den Reaktorgebäuden entfernen zu können.

Über die Verpflichtung zur aufwändigeren Temperaturkontrolle berichtete die NHK.

Kontrollen an Überlandleitungen am AKW Fukushima Daini

Nach den jahrzehntelangen Wartungsmängeln an Überlandleitungen des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, die im September 2016 aufgedeckt worden waren, folgten auch Untersuchungen am AKW Fukushima Daini.

Während die Masten des ersten Kraftwerks an etwa 50 Stellen verschiedene Schäden aufwiesen, konnten an den Stahlstrukturen der Leitungen auf dem Gelände von Fukushima Daini keine Auffälligkeiten nachgewiesen werden.

Allerdings gibt es auch in diesem Fall sei den 1970ern keinerlei Wartungsplan, der Inspektionen und Reparaturen umfassen würde. Man überließ die Masten der Elektrizitätsleitungen einfach ihrem Schicksal.

Der Vorsitzende der Atomaufsichtsbehörde warf TEPCO aufgrund der Versäumnis, ein anhaltend mangelndes Sicherheitsbewusstsein vor. Das Unternehmen entschuldigte sich und erklärte, Berichte über die Mängel im Sicherheitsmanagement vorzulegen.

Außerdem soll anhand der Mängelberichte ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden.

Da bei den Versäumnissen teilweise geltende Gesetze gebrochen wurden, muss das Unternehmen auch mit einer Anklage rechnen. Über diese Entwicklungen berichteten Präfekturmedien.

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